Das Banner Ad feiert Geburtstag

"Hätte nicht geahnt, wie diese Ad die Welt erdrutschartig verändern würde"

Das erste Banner Ad von AT&T
© Dan Barker
Das erste Banner Ad von AT&T
Alles Gute zum Geburtstag! Am 27. Oktober 1994 ging das erste Banner-Ad online. Auftraggeber war damals der amerikanische Telko-Konzern AT&T, der ein Bild mit 468x60 Pixel auf der Internetseite des Web-Magazins "HotWired", ein Ableger des noch heute existierenden Wired Magazins, ausspielen ließ. Online-Marketing-Experten blicken in HORIZONT Online zurück auf die Anfänge der Banner-Ads und bescheinigen dem angestaubten Werbemittel nach wie vor Effektivität: "Man muss sich von durchschnittlichen Klickraten von 0,1 Prozent nicht entmutigen lassen."

Karl Krainer, Chief Thinker der Marken- und Digitalberatung Gedankenfabrik

Karl Krainer
© Gedankenfabrik
Karl Krainer
"Der Banner als Teil der damals groß angelegten und zukunftsorientierten 'You Will' Kampagne von AT&T ist ein schönes Beispiel für einen erfolgreichen integrierten Marketing-Ansatz mit Fokus auf die Key Message. Ohne Kompromisse in Bezug auf Branding und Performance. Interessant dabei: Der Banner als Medium war selbst Teil der Zukunft. Heutzutage müsste man dafür schon einen 3D oder Hologramm Banner schalten, um den gleichen Aufmerksamkeits- und Markeneffekt beim Konsumenten zu erreichen."

Frank Säuberlich, Director Data Science, Teradata International

Frank Säuberlich
© Teradata
Frank Säuberlich
"Das erste Banner Ad war 1994 noch weit von dem entfernt was wir heute unter effektivem online Marketing verstehen. Es war nämlich nur ein statisches Bild versehen mit einem Link. Dennoch war damit der Grundstein für einen völlig neuen interaktiven Marketing-Kanal mit dem Kunden gelegt.


Erst die wachsenden Analysemöglichkeiten haben das Banner Ad wirklich interessant gemacht. Heute kann das Marketing sehen wann, woher und über welche Pfade der Kunde auf die eigene Webseite gefunden hat und wie sich Kunden auf den Seiten bewegen bevor sie auf ein Banner klicken. Angereichert mit weiteren Informationen wie Klickverhalten, Warenkörben, Kaufhistorie, etc. ist es möglich, mehr und mehr für den Kunden relevante Banner und Angebote zu unterbreiten, so dass die Werbung nicht als lästig sondern als Hilfsmittel bei der Suche nach passenden Angeboten gesehen werden kann."

Marcus Thümmler, Team Lead Product Consulting DACH & EE, Marin Software

Marcus Thuemmler
© Marin Software
Marcus Thuemmler
"Früher funktionierte der Banner deswegen so gut, weil er neu war. Die User wussten nicht, was sich dahinter verbirgt und waren neugierig. Auch die sogenannte Bannerblindheit gab es damals noch nicht. Da außerdem die Internetgeschwindigkeit noch nicht dem Standard von heute entsprach und die User auf den Inhalt warten mussten bis er geladen war, hatten die User noch mehr Zeit darauf zu klicken.

Heute würde der Banner wahrscheinlich auch noch funktionieren, da User immer noch genauso neugierig sind wie früher. Allerdings sind sie heutzutage auch abgeklärter und erfahrener, sodass hinter Bannern ohne klaren Absender nichts Seriöses erwartet wird. Von der Gestaltung her war der erste Banner recht auffällig, sodass die Bannerblindheit hier wahrscheinlich auch heute noch außer Kraft gesetzt würde."

Rasmus Giese, Stellvertretender Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises (OVK) im BVDW

Rasmus Giese, CEO von United Internet Media
© United Internet Media
Rasmus Giese, CEO von United Internet Media
"Als vor 22 Jahren die erste Banner-Ad geschaltet und ausgespielt wurde, war mit Sicherheit nicht absehbar, dass sich daraus eine derart wirtschaftsstarke Branche entwickeln würde – und eine zentrale Grundlage für das freie Internet, wie wir es kennen. Die Geschäftsmodelle kostenfrei zugänglicher Inhalte und Services im Internet basieren auf dem Prinzip digitaler Werbung. Längst generiert digitale Werbung mehr Umsätze als Tageszeitungen und bewegt sich auf Augenhöhe mit TV. Die einzigartige Qualität der Werbewirkungsforschung ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Hinzu kommen vielfältigste Möglichkeiten in der zielgruppenorientierten Aussteuerung der Werbung. In Verbindung mit hochwertiger Kreation erhöht das in der Folge die Akzeptanz durch die Nutzer."

Christian Griesbach, Managing Director DACH und Eastern Europe, Teads

Christian Griesbach
© Teads
Christian Griesbach
"Das Coole an dem ersten Banner war vor allem, dass es der erste war, der jemals geschaltet wurde. Das Format von 468x60 Pixeln hat sich dann auch direkt als Standard für die sogenannten 'Fullsize-Banner' etabliert. Bestechend ist zudem die einfache Mechanik, um User zum Klicken zu animieren…


Die Tatsache, dass die Klickraten auf statische Display-Werbemittel heute eher gegen 0 Prozent tendieren, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Nutzer sich an diese Form der Werbeeinblendungen gewöhnt haben; die vielzitierte 'Banner-Blindness'.Grundsätzlich funktioniert digitale Werbung aber immer noch. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die Klickrate als der vermeintlich wichtigste Gradmesser für das Funktionieren von Digitalwerbung schon lange ausgedient hat. Die Herausforderung für Vermarkter auf der einen und Kunden/Agenturen auf der anderen Seite ist aber, die positive Aufmerksamkeit der Nutzer für digitale Werbeeinblendungen zu gewinnen. Dies kann nur gelingen, wenn die Werbung in Kreation und Format an das Werbeumfeld und die Nutzungssituation angepasst und dem Nutzer nicht aufgedrängt wird. Native Werbeformate wie zum Beispiel Outstream-Videos genügen diesen Ansprüchen beispielsweise nachweislich."

Thomas Kabke-Sommer, Geschäftsführer, Kontor Digital Media

Thomas Kabke-Sommer
© Kontor Digital Media
Thomas Kabke-Sommer
"Den 27. Oktober 1994, ein Donnerstag, erlebte ich als Manager in der guten alten analogen Radiowelt räumlich und gedanklich weit entfernt von der Geburt der ersten digitalen Display-Werbung. Ich hätte im Leben nicht geahnt oder prognostiziert, wie dieses Ad die Welt der Kommunikation erdrutschartig verändern würde. Auch wenn ich bei der Ausspielung der AT&T Werbung maßgeblich dabei gewesen wäre.

Wenn wir ehrlich sind, hat die Erfindung der PC-Maus diese Werbeform erst wirklich möglich gemacht, mit dem Ergebnis: "The Click has been King". Schon beängstigend, wie sich in den letzten zwei Jahrzehnten die Welt der Devices und der damit verbundenen Nutzung von Content verändert hat. Doch viele glauben immer noch an eine Währung des letzten Jahrtausends. 'The Click is not King anymore.' Meine Botschaft an all die Branding-Verantwortlichen da draußen, die einer 22 Jahren alten Messmethode die Treue halten."

Lars Hense, Sales Director, InSkin Media

Lars Hense
© Raimar von Wienskowski
Lars Hense
"Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag liebes Banner. Schon in jungen Jahren haben wir uns kennengelernt und es war Liebe auf den ersten Blick. Gern habe ich dich gedrückt, um zu schauen, was sich dahinter verbirgt. Das hat sich mit der Zeit aber gelegt. Vielleicht solltest du dich ein wenig rarer machen, um wieder mehr Beachtung zu finden.

Und groß bist du in den letzten Jahren geworden. Mir scheint, dass du erst jetzt deine Stärken richtig ausspielen kannst. Ich freue mich sehr über diese Entwicklung und auf die nächsten Jahre mit dir."

Schahab Hosseiny, CEO, MSO Digital

Schahab Hosseiny
© MSO Digital
Schahab Hosseiny
"Seinen Dienst verrichtet das Banner trotz der dramatischen Weiterentwicklungen im Display Advertising nach wie vor mit ein und demselben Trigger. Aufmerksamkeit zu bekommen, ist das Ziel, dem alles untergeordnet wird. Lediglich die Art und Weise, wie heute „Klick mich!” gerufen wird, hat sich verändert. Was die technischen Möglichkeiten angeht, sind wir in den letzten zwei Jahrzehnten auf einem anderen Planeten gelandet: Wir targeten was das Zeug hält, um die wenigen, perfekten Sekunden zu treffen, die Streuverluste zu minimieren – den 'Moment of Interest' genau abzupassen. Ohne Echtzeitinformation, bewegte Bilder und ausgefeilte CTAs bleibt der Klick heute dennoch aus."

Mickael Froger, CEO, Lengow 

Mickael Froger
© Lengow
Mickael Froger
"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Das Werbebanner war 1994 eine absolute Neuheit. Und es war schon Anreiz genug, darauf zu klicken. Spannend ist aber, dass jeder Unternehmer im E-Business sich nach über 20 Jahren noch immer mit dem Banner beschäftigt. Man muss sich von durchschnittlichen Klickrate von 0,1 Prozent nicht entmutigen lassen. Der Branding-Effekt wird dennoch erzielt. Heute ist die Bannerwerbung dank spezieller Technologien vielschichtiger geworden. Individualisierte Banner Ads, die den Kundenbedürfnissen entsprechen und im richtigen Umfeld platziert sind, können ein Kaufinteresse auslösen. Zum Beispiel finden Online-Händler mit dynamischen Banner zum Produktkatalog einen effektiven Weg, ihre Kunden auf den Onlineshop zu leiten oder zum Kauf der bereits betrachteten Artikel zu animieren."

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