Carsharing

General Motors will eigenen Konkurrenten zu Uber und Lyft aufbauen

General Motors' Carsharing- und Miettochter Maven soll ausgebaut werden.
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General Motors' Carsharing- und Miettochter Maven soll ausgebaut werden.
Kampfansage an die führenden Fahrdienst-Vermittler: Wie Reuters berichtet, will der Auto-Riese General Motors (GM) offenbar einen eigenen Konkurrenten zu Uber, Lyft und Co aufbauen. Dafür soll die konzerneigene Carsharing- und Miettochter Maven weiter ausgebaut werden. Pikant: GM unterhält Partnerschaften mit Uber und Lyft.
Bei dem im Januar 2016 vorgestellten Dienst Maven handelt es sich um ein Angebot für die Kurzzeitmiete von Autos. Der Service ist in den USA bereits ein großes Ding: In über 15 US-Städten können Maven-Mitglieder über eine App verschiedenste Fahrzeuge der GM-Familie anmieten und für ein paar Stunden ihr Eigen nennen. Maven ist zwar noch vergleichsweise klein, doch schon nach zehn Monaten meldete die Mutter GM mit über 14.000 Nutzern zufriedenstellende Zahlen.


Doch GM verfolgt mit Maven offenbar noch größere Ziele. Der Konzern will den Fahrdienst einem aktuellen Medienbericht zufolge zu einem ernsthaften Konkurrenten zu den beiden Platzhirschen Uber und Lyft ausbauen. Konzentrierte sich Maven zu Beginn noch auf das reine Carsharing-Angebot, sind mittlerweile zahlreiche Leasing-Partnerschaften mit Drittanbietern entstanden - etwa mit GrubHub, Instacart und Roadie, die allesamt Lebensmittel und Packete mit den Maven-Autos transportieren. Auch mit Uber und Lyft unterhält die Maven-Mutter GM Partnerschaften. GM hält nicht nur neun Prozent der Firmenanteile von Lyft, sondern stellt außerdem noch die Fahrzeuge für Tausende Fahrer der beiden Ridesharing-Plattformen. Mit Uber ging Maven zudem erst im November eine dreimonatige Zusammenarbeit ein, die es Uber-Fahrern erlaubte, bei GM für eine Woche einen Mietwagen zu leihen. Die Krux für GM wird nun sein, einen eigenen Konkurrenten aufzubauen, ohne die beiden Unternehmen vor den Kopf zu stoßen.

Die ersten Versuche, sich von Lyft und Uber zu entkoppeln, sind bereits gemacht. Unter anderem rufte der Autokonzern das Programm Gig ins Leben, über welches Mietwagen direkt an Ridesharing-Fahrer vermittelt werden. Zuvor mussten Uber- und Lyft-Fahrer ihre Mietwagen über die Programme Lyft Express Drive and Uber Vehicle Solutions anfragen.


Wie Maven-Verantwortliche gegenüber Reuters erklären, soll das Gig-Programm nun ausgebaut und die Flotte um bis zu 3000 Fahrzeuge des elektrisch angetriebenen Chevrolet Bolt EV erweitert werden. ron

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