Bitkom-Studie

Jeder Vierte würde sich Pakete per Drohne oder Roboter liefern lassen

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Diese Drohne soll für Domino's Pizza zum Kunden bringen.
© Domino's
Diese Drohne soll für Domino's Pizza zum Kunden bringen.
Deutsche Verbraucher scheinen offen für innovative Liefermodelle zu sein. Einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge kann sich bereits jeder Vierte vorstellen, Pakete künftig per Drohne oder Roboter zu erhalten. Auch Paketboxen sollen sich großer Beliebtheit erfreuen.

In den vergangenen Monaten hatten einige Unternehmen mit futuristischen Gefährten auf sich aufmerksam gemacht, die den Endverbrauchern zukünftig die Bestellung liefern sollen. Die Restaurantkette Domino's etwa will nach erfolgreichen Tests in Neuseeland auch in Deutschland Pizzen mit der Drohne ausliefern. Vor wenigen Tagen begann Media-Markt, im Düsseldorfer Stadtteil Grafenthal einen Lieferroboter zu testen. Selbstverständlich tüfteln auch die großen Tech-Konzerne wie Amazon und Google intensiv an dieser Technologie. Das Prinzip hinten all diesen Anstrengungen: Pakete sollen künftig kommen, wann, wo und wie es der Kunde will.

Die Technik ist also bereits so weit - und die Konsumenten offensichtlich auch. Ein Viertel der Internetnutzer ab 14 Jahren würde sich die Bestellung per Drohne (24 Prozent) oder Roboter (23 Prozent) zukommen lassen. Je neun Prozent geben sogar an, diese Methoden künftig auf jeden Fall nutzen zu wollen. "Die Bemühungen der Branche, den Verbrauchern die Zustellung so komfortabel wie möglich zu gestalten, kommen gut an", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.


Der kommerzielle Einsatz von Drohnen und Robotern bei der Paketzustellung sei zwar noch ein Zukunftsszenario, so Rohleder, werde sich aber in absehbarer Zeit durchsetzen. "Die Nachfrage ist vorhanden", sagt er. Vorraussetzung dafür sei aber, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen an die innovativen Möglichkeiten angepasst werden. Der Betrieb von Drohnen außerhalb der Sichtweite des Steuerers oder mit einer Gesamtmasse von über 25 Kilogramm ist derzeit noch grundsätzlich verboten.

Auch Paketboxen, die neben dem eigenen Briefkasten stehen, erfreuen sich laut Bitkom großer Beliebtheit. Bei dieser Zustellart wird der Kunde digital benachrichtigt, sobald die Lieferung im Kasten liegt. Jeder Fünfte (20 Prozent) würde diese Liefermöglichkeit auf jeden Fall nutzen. Weitere vier von zehn Befragten (39 Prozent) können sich vorstellen, einen Paketkasten zu nutzen. Eher gering (17 Prozent) ist das Interesse hingegen daran, das Paket in den Kofferraum des Autos geliefert zu bekommen. Dabei öffnet der Zusteller den Kofferraum mit einem digitalen Schlüssel, um das Paket darin abzulegen.

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1158 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt. Die Fragestellung lautete: "Welche der folgenden Zustellarten würden Sie gerne nutzen bzw. in Anspruch nehmen?" ron

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