Banking per Smartphone

Wie N26 traditionellen Banken Kunden abjagen will

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Das Logo von N26
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Die Berliner Smartphone-Bank N26 sieht sich auf Wachstumskurs und ist in den schwarzen Zahlen angekommen. "Inzwischen legen wir mit rund 2000 Kunden pro Tag zu. Damit sind wir eine der am stärksten wachsenden Banken in Europa", sagte N26-Mitgründer Valentin Stalf der Deutschen Presse-Agentur. Nach zwei Jahren Anlauf verfüge N26 inzwischen über ein "profitables Kundenportfolio". "Heute verdienen wir mit jedem Kunden Geld", sagte Stalf.
N26 gehört zu den sogenannten Fintechs. Im Dezember 2016 hatte das Unternehmen noch für Schlagzeilen gesorgt, als ein Hacker des Chaos Computer Clubs eine gravierende Schwachstelle in der Banking-App entdeckte. Die Lücke wurde kurz danach geschlossen. 2016 musste N26 auch mit Kundenbeschwerden umgehen, als die Bank die Zahl der kostenfreien Transaktionen an Geldautomaten auf drei beziehungsweise fünf (bei regelmäßigen Einkünften) begrenzt hatte, um Kosten zu sparen.

Während viele Start-ups aus dem Finanzsektor mit traditionellen Banken kooperieren, tritt N26 als direkter Konkurrent auf. Das Unternehmen hatte zum Markstart noch die Lizenz und Dienstleistungen der Wirecard Bank AG in Anspruch genommen. Im Juli 2016 erhielt N26 dann eine eigene Banklizenz. Beim Start im Jahr 2015 habe man mit den Kunden noch Verlust gemacht, weil Gebühren an die Partnerbank gezahlt werden mussten, räumte Stalf ein. Durch die eigene Lizenz könne N26 auch eigene IT-Systeme betreiben. "Wir haben damit deutlich geringere Kosten als traditionelle Banken."

Außerdem habe man das Produktangebot ausbauen können. Dazu gehören die Einrichtung eines Überziehungsrahmens, Konsumentenkredite, Sparprodukte, Investmentprodukte oder ein Versicherungspaket.

Für das laufende Geschäftsjahr stehe das Thema Kundenwachstum im Vordergrund. "Unser Ziel ist es, von den 500 000 Kunden, die wir im vergangenen August hatten, möglichst schnell auf eine oder zwei Million zu kommen", sagte Stalf. N26 wolle aber auch von innen heraus wachsen. "Wir sehen bei allen Kunden diese Entwicklung, dass sie über die Zeit hinweg aktiver werden und mehr Geschäft mit uns machen."

Um die Wachstumsziele zu erreichen, werde N26 auch in die Markenbildung investieren. Bislang sage die Marke N26 in Deutschland nur zwei bis fünf Prozent der Menschen etwas. "Dieser Wert ist extrem gering. Wenn wir eine bessere Markenbekanntheit hinbekommen, werden wir auch schneller wachsen."

Die Bank der Zukunft werde nicht mehr unbedingt alle Geschäfte auf eigene Rechnung machen und aus dem eigenen Haus anbieten, sondern sich stärker auf die Konto-Erfahrung fokussieren, meinte der N26-Mitbegründer. Produkte kämen dann häufig von Partnern, die sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert haben. "Das Spektrum reicht vom Verbraucherkredit über die Versicherung bis hin zu Spar-Produkten." dpa
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