BOT Labs

Burda gründet Blockchain-Start-up

Burda engagiert sich in der Blockchain-Technologie
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Burda engagiert sich in der Blockchain-Technologie
Hoffnungsträger oder Hype? An der Blockchain scheiden sich aktuell noch die Geister. Das Verlagshaus Hubert Burda Media sieht in der Technologie offenbar einen Hoffnungsträger und hat deshalb gemeinsam mit Ingo Rübe, dem bisherigen CTO des Verlagsgeschäfts, im Januar in Berlin das Start-up BOT Labs gegründet. Das Unternehmen soll auf Basis der Blockchain-Technologie konkrete Innovationen für Unternehmen erarbeiten und Wege identifizieren, wie sie in die operativen Geschäfte integriert werden können.
Für OWM-Chefin Tina Beuchler ist die Blockchain eines der fünf großen Themen, die die Branche in diesem Jahr beschäftigen wirdSie sieht in der Blockchain die Chance, Dauerbaustellen im Digitalen wie Brand Safety, Intransparenz in den digitalen Wertschöpfungsketten und das Adblocker-Problem zu lösen. Setzt sich die Blockchain am Ende durch, so Beuchlers Prognose, verändert sich die digitale Wertschöpfungskette massiv zugunsten eines Direktgeschäftes zwischen Werbungtreibenden und Publishern.


Ähnlich sieht das auch Burda-Vorstand Philipp Welte: "Blockchain hat das Potenzial, die Nachfolge des http-Protokolls im World Wide Web anzutreten und damit das heute von wenigen Megakonzernen beherrschte Internet wieder zurückzuführen zu seinem höchst demokratischen Gründungsmythos." Aus diesem Grund hat das Verlagshaus nun BOTLabs gegründet, das sich mit der Zukunftstechnologie befassen soll.

Die Blockchain-Technologie, die auch als digitaler Kontoauszug bezeichnet wird, steckt beispierlsweise hinter der Kryptowährung Bitcoin. In den miteinander verketteten Blöcken sind alle jemals getätigten Transaktionen abgespeichert und öffentlich einsehbar. Mit Verschlüsselungstechniken wird gewährleistet, dass nur die Eigentümer der Bitcoins Transaktionen vornehmen können. Außerdem wird sichergestellt, dass eine Bitcoin-Einheit nur einmal ausgegeben werden kann.


Konkrete Anwendungsoptionen der Blockchain könnten zum Beispiel Autos sein, die sich selbst vermieten, Reisen, die ohne Zwischeninstanzen abgewickelt werden, genauso wie das Einbuchen von Werbung in Medienplattformen oder die kostenpflichtige Nutzung redaktioneller Inhalte, vermutet Burda.

Nachfolger von Ingo Rübe und neuer CTO des nationalen Verlagsgeschäfts von Burda wird Kai Riecke, der seit 2014 in unterschiedlichen Bereichen bei Burda  für das Operationalisieren technologischer Innovationen verantwortlich ist. Riecke war von 2007 bis 2012 bei Bild digital Direktor Produkt und anschließend Verlagsgeschäftsführer bei WEKA. Seit einem Jahr treibt er die Einführung einer neuen Technologieplattform als Director Product der AdTech Factory, Burdas Dienstleister für die Abwicklung von Print- und Digitalanzeigen, voran. ron/mir
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