App Fraud

Betrug mit App-Downloads verursacht Schaden von bis zu 800 Millionen Dollar

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AppsFlyer-Manager Ben Jeger
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AppsFlyer-Manager Ben Jeger
Der Betrug mit App-Downloads und gefälschten Mobile-Applikationen wird zum globalen Problem für die App-Industrie. Laut dem Report "The State of Mobile App Install Fraud" des Marketing-Dienstleisters AppsFlyer betrug der entstandene Schaden im ersten Quartal 2018 zwischen 700 und 800 Millionen US-Dollar - was einem Anstieg von etwa 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Für den Report hat AppsFlyer zwischen September 2017 und Februar 2018 insgesamt 6000 Apps und 10 Milliarden Installationen von Nutzern untersucht. Das Ergebnis: Der Anteil der betrügerischen Installationen ist um 15 Prozent angewachsen.


"Fraud, der auf mobile App-Vermarkter abzielt, entwickelt sich schneller als je zuvor. Was früher sechs Monate dauerte, kann heute in Wochen, manchmal sogar in wenigen Tagen realisiert werden", sagt Ben Jeger, Managing Director DACH von AppsFlyer. "Die Betrüger passen sich mit enormer Geschwindigkeit den Bekämpfungsmaßnahmen an. Angesichts der Vielfalt und Volatilität des Fraud-Marktes sollten sich Vermarkter daher am besten mehrschichtiger Schutzlösungen bedienen, die all diese Taktiken abdecken." Bei der aktuellen Erhebung hat AppsFlyer vor allem einen Anstieg von programmatischen Bot-Angriffen auf Apps festgestellt. Im Februar 2018 überholten Bots demnach die Device Farms als das meistgenutzte Betrugswerkzeug mit einem Anteil von 30 Prozent.

In den USA ist der finanzielle Schaden durch Mobile Fraud mit 98 Millionen US-Dollar am größten. Dahinter folgen Indien mit 26 Millionen US-Dollar und Indonesien mit 24 Millionen US-Dollar. In Europa entsteht in UK mit 16 Millionen US-Dollar der größte Schaden, in Deutschland beläuft er sich auf sieben Millionen US-Dollar.


Laut AppsFlyer-Mann Jeger sind für Betrüger zwei Hauptfaktoren entscheidend: die Höhe der Auszahlung und die Reichweite. "Deshalb zielen sie einerseits auf Länder mit relativ hohen CPIs wie USA, Japan, Großbritannien oder Deutschland, andererseits auf Länder mit hohem Volumen wie Indien, Indonesien und Brasilien", so Jeger. "Um eine Aufdeckung zu vermeiden, müssen Betrüger auch dort Traffic generieren, wo Werbungtreibende tatsächlich Kampagnen durchführen, um ihre Erwartungen zu erfüllen, selbst wenn die Auszahlungen gering sind."

Mit ihren hohen CPIs und ihrer starken Verbreitung haben laut der Analyse Shopping-Apps im ersten Quartal dieses Jahres die größten finanziellen Verluste durch Mobile Fraud erlitten. Auch Gaming-, Finance- und Travel-Apps waren stark betroffen. Im Gaming-Bereich etwa sind die Auszahlungen zwar viel niedriger, dafür ist aber die Reichweite extrem hoch. Der entstandene Schaden für die Gaming-Branche laut AppsFlyer: rund 103 Millionen Euro. tt
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