Angriff auf LinkedIn

Facebook will künftig bei der Jobsuche helfen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg
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Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook hat es auf den Stellenmarkt abgesehen: In den USA startet das soziale Netzwerk einen Test, bei dem Arbeitgeber auf der Plattform Stellenanzeigen aufgeben und Jobsuchende eine Bewerbung abgeben können. Anders als etwa beim Konkurrenten LinkedIn weiß Facebook allerdings noch nicht, ob dieses Angebot monetarisiert werden soll.
Facebook bestätigte entsprechende Berichte dem Nachrichtendienst Reuters. Ein Facebook-Sprecher erklärte, dass man mit diesem neuen Tool auf ein Bedürfnis der Nutzer reagiere. Viele vor allem kleinere Unternehmen würden ihre Facebook-Seite nämlich dafür verwenden, um Stellenausschreibungen zu lancieren. Auf der anderen Seite schauen oftmals Jobsuchende nach offenen Stellen im sozialen Netzwerk. Die neue Funktion soll beide Parteien nun einfacher zusammenbringen.


Der Schritt ist ein deutlicher Angriff auf das in den USA populäre Karrierenetzwerk LinkedIn, welches im Juni für schlappe 26,2 Milliarden US-Dollar von Microsoft aufgekauft wurde. Die Zahl der User stieg zuletzt von weltweit 414 auf über 433 Millionen. Hierzulande hat das Unternehmen jüngst die Marke von acht Millionen Mitgliedern überschritten. Facebook hätte also eine deutlich höhere Reichweite als das Karrierenetzwerk, ist sich aber laut Medienberichten noch nicht sicher, ob diese neue Funktion überhaupt monetarisiert werden soll, etwa über Werbeanzeigen oder - wie bei LinkedIn - über bezahlte Headhunter. Sollte Facebook die Stellenfunktion tatsächlich weltweit ausrollen, wäre hierzulande vor allem das führende Karrierenetzwerk Xing (10,9 Millionen Nutzer) betroffen. Die Plattform meldete erst gestern Rekordzahlen für das zurückliegende dritte Quartal: 441.000 neue Mitglieder zählte Xing – so viele wie noch nie zuvor in einem dritten Quartal. Der größte Wachstumstreiber war das Geschäft im Segment B2B E-Recruiting. Dieses Segment weist die Verkaufserlöse von Produkten und Services aus, die Xing an Unternehmen verkauft, damit diese sich im "War for Talents" behaupten können. Der Umsatz stieg hier gegenüber dem Vorjahr um 39 Prozent auf 13,9 Millionen Euro.

Facebooks Angriff auf die Karrierenetzwerke reiht sich ein in eine Serie zahlreicher Offensiven gegen andere Wettbewerber. Anfang Oktober startete Facebook einen Online-Flohmarkt namens Marketplace und will damit vor allem den Konkurrenten Craigslist und Ebay Kleinanzeigen das Feld streitig machen. Vor wenigen Tagen erst verkündete das Social Network den Launch von "Gameroom" - einer Plattform, mit der sich Kunden Spiele für den PC kaufen und herunterladen können. Ein klarer Vorstoß gegen den Platzhirsch Steam. Nicht zuletzt versucht CEO Mark Zuckerberg seit einigen Monaten den Social-Media-Konkurrenten Snapchat auf Distanz zu halten, indem er dessen beliebte Features kopiert. Beispiel: die neue Funktion "Status" für Whatsappron
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