Amazon Dash

Jeder Fünfte würde WLAN-Bestellknöpfe im Haushalt nutzen

Amazon Dash ist seit Anfang September in Deutschland verfügbar
© Amazon
Amazon Dash ist seit Anfang September in Deutschland verfügbar
Themenseiten zu diesem Artikel:
Anfang September brachte Amazon seine Bestellknöpfe namens Dash auf den deutschen Markt, mit denen Artikel per Knopfdruck nachbestellt werden können. Die Verbraucher sind hierzulande anscheinend offen für diese technische Innovation: Einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge, würde jeder Fünfte einen solchen WLAN-Button nutzen.

21 Prozent der Befragten könnten sich laut Studie des Digitalverbandes vorstellen, kleinere Produkte wie Duschgel oder Zahnpasta per Bestell-Button wie Amazon Dash zu ordern. Bei schweren oder sperrigen Waren wie Waschmittel oder Toilettenpapier ist diese Bestellmöglichkeit bereits für mehr als ein Viertel (28 Prozent) denkbar. Generell würden bereits ein Drittel aller Befragten (33 Prozent) Waren des täglichen Bedarfs auch online einkaufen. Die Auswertung ist laut Bitkom repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 14 Jahren. Befragt wurden 1008 Verbraucher.



Die Bestellknöpfe sind drahtlos mit dem Internet verbunden und können an unterschiedlichen Stellen in der Wohnung angebracht werden. Die Idee ist, dass die Kunden sie zum Beispiel direkt an der Waschmaschine anbringen und dann drücken, wenn ihnen etwa das Waschmittel ausgeht. Die Bestellung wird dabei mit nur einem Knopfdruck ausgelöst. Die Dash-Buttons verkauft Amazon für 4,99 Euro - die beim ersten Einkauf mit ihnen gutgeschrieben werden. Zum Start seien "Dutzende" Marken dabei, sagte Amazon-Manager Amir Pelleg zum Start im September. Wie in den USA sind darunter Reinigungsmittel, Kosmetik-Artikel und Futter für Haustiere. Die von HORIZONT Online befragten Handels- und E-Commerce-Experten zeigen sich fasziniert von dieser Innovation. "Im Kern ist es schon eine kleine Revolution, da der stationäre Handel umgangen wird und Marken von der Verbrauchsstelle zu Hause direkt mit dem Online-Shop verbunden werden", sagt etwa Ronald Focken, Geschäftsführer der Münchner Agenturgruppe Serviceplan. "Das ist ein weiteres Projekt, welches klar aufzeigt, wie dramatisch sich in den nächsten Jahren die Handelsstrukturen durch E-Commerce verändern werden." Allerdings könne das Produkt zum Gatekeeper werden, warnt Pushh-CEO Marc Schwieger. Das wäre für manche Marken, die keine enge Beziehung mit Amazon haben, ein klarer Nachteil. "Die Beziehung gleicht eher der zwischen Straße und Auto. Und der Autobahn ist es auch egal, welche Automarke drauf fährt", so Schwieger.

Für Verbraucher könnten vor allem undurchsichtige Preisstrukturen zum Problem werden. Die Verbraucherzentrale NRW hatte kurz nach Einführung der Dash-Buttons in Deutschland Klage eingereicht. Sie moniert unter anderem, dass der aktuelle Preis bei der Bestellung via Bestellknopf nicht direkt ersichtlich ist. Nutzer müssen ihn etwa via Smartphone oder Tablet auf der Homepage des Händlers abrufen. Laut Bitkom-Geschäftsleiter Joachim Bühler zeige dieses Beispiel auf, dass der Rechtsrahmen in Deutschland oft zu starr ist und Innovationen dadurch behindert werden: "Ein Rechtsrahmen, der sich eher am Kaufladen aus dem frühen 20. Jahrhundert als an der digitalen Ökonomie orientiert, schließt Kunden von modernen Dienstleistungen auch dann aus, wenn sie ihnen prinzipiell offen gegenüberstehen." Das sei ein fatales Signal für Start-ups in Deutschland, die an originellen Lösungen arbeiteten, aber auch für Investoren, die einfallsreiche Produkte in Deutschland fördern wollten. ron


stats