20. Geburtstag

So baut Google seine Suche um

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Am Donnerstag feiert Google seinen 20. Geburtstag. Pünktlich zum Jubiläum baut der Tech-Konzern nun seine Suche um und rollt gleich mehrere neue Funktionen aus. Zukünftig sollen unter anderem die Suchergebnisse besser organisiert und vergangene, aber weiterhin relevante Resultate leichter wiederzufinden sein. Außerdem veröffentlich Google mit "Discover" eine neue Version des Google-Feeds. Alle Neuerungen im Überblick.

1. Aktivitätskärtchen und Sammlungen

Jede achte Suchanfrage auf Google ist eine Wiederholung. Heißt: Viele Nutzer kehren mit der gleichen Suchanfrage über einen längeren Zeitraum immer wieder zu Google zurück - etwa, weil man sich vor einem Urlaub über das Land erkundigen oder regelmäßig Rezepte für das Abendessen ausfindig machen möchte.

Ein neues sogenanntes Aktivitätskärtchen, das gegen Ende des Jahres weltweit ausgerollt wird, soll Nutzern künftig dabei helfen, morgen dort weiterzusuchen, wo man gestern aufgehört hat. Kehrt der Nutzer zu einem bereits verwendeten Suchbegriff zurück, zeigt Google künftig ein Kärtchen mit relevanten Seiten an, die bereits besucht wurden. Angezeigt wird dieses Kärtchen allerdings nicht immer, sondern nur dann, wenn es der Algorithmus für sinnvoll erachtet. Nutzer können das Kärtchen selbst bearbeiten, es komplett löschen oder einzelne Einträge entfernen.

Eine weitere Möglichkeit, lange, komplexe Suchen zu organisieren, bietet Google künftig mit den sogenannten Sammlungen, in die nützliche Inhalte hinzugefügt werden können. Inhalte aus den Aktivierungskärtchen lassen sich künftig mit einem Klick in die Sammlungen verschieben, in denen zu einem bestimmten Thema eine große Übersicht zu Artikeln, Websites oder Bildern erstellt werden kann.
Mit "Sammlungen" will Google Suchen besser organisieren
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Mit "Sammlungen" will Google Suchen besser organisieren

2. Google Feed wird zu Discover und bekommt neues Design

Ende 2016 hatte Google seine Such-App für Android und iOS um einen Nachrichten-Feed erweitert und im Juli 2017 schließlich deutlich überarbeitet. Seitdem will Google seine Nutzer im Feed über Nachrichten, Sportergebnisse, Videos, Musik und weitere Medieninhalte auf dem Laufenden halten - ähnlich wie bei Facebook oder Twitter. Zum 20. Geburtstag spendiert Google seinem Feed nun nochmal ein großes Update, inklusive neuem Namen und Design.

Der Feed, der laut Google von mehr als 800 Millionen Menschen jeden Monat genutzt wird, heißt künftig Discover und kommt mit einem neuen Look daher, der es einfacher machen soll, interessante Inhalte zu entdecken - etwa durch neue Themenüberschriften, die erklären, warum eine bestimmte Karte in Discover auftaucht. Zusätzlich zu dem neuen Design tauchen auch neue Arten von Inhalten in Discover auf, vor allem mehr Videos und andere aktuelle visuelle Inhalte.

In den USA wird Google Discover ab sofort ausgerollt. Wann die neue Funktion nach Deutschland kommt, ist bislang noch unklar.




3. Bessere Google-Bilder-Suche dank Künstlicher Intelligenz

Als Google vor 20 Jahren mit seiner Suchmaschine online ging, beschränkten sich die Ergebnisse ausschließlich auf Text-Inhalte. Bis zum 24. Februar 2000, als die Nutzer nach der Ausstrahlung der Grammy Awards wie verrückt nach dem grünen Kleid von Jennifer Lopez suchten. Seitdem hat sich Google dazu entschlossen, deutlich mehr visuelle Elemente in die Suche zu integrieren, etwa Bilder, Videos oder illustrierte Wetterberichte.

Möglich machten das teilweise die Fortschritte im Bereich des maschinellen Sehens, die Google dabei helfen, sogenannte "Konzepte" aus Bildern zu extrahieren. Der Konzern modellierte hunderte Millionen von feinkörnigen Konzepten für jedes Bild und Video, das er in seinem Index hat. Zum Beispiel könnte ein Bild eines Tigers Konzepte wie "Katze", "Tier" oder "Großkatze" erzeugen. Auf diese Weise kann ein Bild identifiziert werden, indem man auf seine Pixel schaut, ohne dass die Wörter auf einer Seite gelesen werden müssen.

Zum Jubiläum rollt Google für die visuelle Suche nun mehrere neue Funktionen aus, die vor allem auf Künstlicher Intelligenz basieren. Eine neue Funktion betrifft die AMP-Stories, die Google vergangenes Jahr einführte und die sich nicht sonderlich von den anderen Stories-Formaten bei Snapchat, Instagram oder Facebook unterscheiden: Publisher können damit Slideshows aus Texten, Fotos, Grafiken und Videos gestalten. Ab sofort tauchen diese AMP-Stories auch in der Google-Bildersuche und in Discover auf.

Zusätzlich rollt Google künftig einen neuen Bereich namens "Angesagte Videos" aus, der die nützlichsten Bewegtbilder zu einer Suche liefern soll. Basis dieser Funktion ist maschinelles Sehen: Die Technologie kann die Inhalte eines Videos erkennen und schlägt beispielsweise bei der Suche "Nationalpark Sächsische Schweiz" Videos zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten vor.







Ein Update für die Bildersuche von Google ist vor allem für Publisher relevant: Künftig wird der Konzern nämlich die Website, die sich hinter jedem Bild in der Bilder-Suche befindet, noch stärker vom Such-Algorithmus berücksichtigt. Heißt: Ab sofort werden die Bilder priorisiert, die auf der jeweiligen Website zentral und weiter oben auf der Seite eingebunden sind. Wenn ein Nutzer also zum Beispiel ein bestimmtes Paar Schuhe kaufen möchte, wird eine Produktseite, die extra für dieses Paar Schuhe erstellt wurde, priorisiert, im Gegensatz zu einer Übersichtsseite, die eine Reihe von Schuhen zeigt.

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