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Siri, Alexa und der Google Assistant im Interview
Alexander Schulte
Personal Assistant Search Optimization

Warum World-Wide-W-Fragen die halbe Miete sind

Siri, Alexa und der Google Assistant im Interview
Egal ob Alexa, Cortana, Siri oder der Google Assistant: Alle reden über Personal Assistants. Weil wohl sehr viele Menschen mit Personal Assistants (PA) reden. Und es soll wohl auch vorkommen, dass Personal Assistants einfach mit sich selbst reden. Im Zuge der Verbreitung der smarten Assistenten spielt auch das Thema Personal Assistant Search Optimization eine immer größere Rolle. Alexander Wesselmann, Unit Director Strategy, Data-Analytics & SEO bei Quisma, erklärt in seinem Gastbeitrag bei HORIZONT Online, worauf es ankommt.
von Alexander Wesselmann, Quisma Mittwoch, 12. September 2018
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Die Verbreitung der PA-AIs in Smartphones ist gewaltig und so auch das Tempo, das Amazon bei der festen Verankerung in den Wohnzimmern vorlegt (nach eigenen Angaben 10 Millionen verkaufte Echo-Einheiten 2017). Solche Zahlen machen die Assistenten für Vermarkter zu einem der wichtigsten Themen der letzten Monate. Kaum eine Roadmap, auf der Personal Assistant Search Optimization (PASO) nicht auf die vordersten Ränge in der "Müssen wir verstehen"-Zeile gerückt ist.
„Kaum eine Roadmap, auf der Personal Assistant Search Optimization (PASO) nicht auf die vordersten Ränge in der "Müssen wir verstehen"-Zeile gerückt ist.“
Alexander Wesselmann
Um dieses Verständnis aufzubauen, ist es in erster Linie wichtig zu verstehen, wofür die User die Assistenten einsetzen und wie man dies aus Marketingsicht nutzen kann. Das "Wofür" teilt sich dabei im weitesten Sinne in die Bereiche "Aufträge erteilen" (etwa Abspielen von Medien, Kauf von Waren oder Finanztransaktionen) und "Fragen stellen" (Informationssuche, Customer-Service) ein.

Von der Informationssuche zur Kaufentscheidung 

Für den Kaufprozess legt dies nahe, dass die Sprachsuche an zwei Positionen von Wichtigkeit ist. Zum einen, um einen Kauf zu tätigen, über den schon entschieden ist. Dies sind häufig weitestgehend automatisierte Käufe, wie die Nachbestellung von Haushaltswaren oder die Bestellung bei einem Pizzaservice. In diesem Bereich am Ende des Sales-Funnels muss es für Unternehmen vor allem darum gehen, die Suchen nach ihrer Marke sowie nach ihren Produkten und deren Bestellprozess Voice-Ready zu machen.


Beispiele für die steigende Akzeptanz dieser Suchform sind etwa die Angebote großer Retailer wie Walmart, Target und Costco, die seit 2017 komplett voicebasierte Bestellprozesse etabliert haben. Dabei ist es wichtig, dem User eine durchgehend überzeugende Erfahrung mit der Sprachsuche zu liefern.

Zum anderen kann die Sprachsuche bei der Informationssuche und Entscheidungsfindung von Bedeutung sein. Dies ist die Stelle, an der die Personal Assistants für Unternehmen besonders wichtig werden, da sie sich hier im Relevant Set der User positionieren können. Häufig werden die Fragestellungen in diesem Bereich sehr vorgelagerte Informationssuchen sein, die noch keine echte Kaufabsicht beinhalten. Dementsprechend müssen sich die angebotenen Inhalte stark in einem Kontext bewegen, der in der klassischen Suchmaschinenoptimierung in Form der W-Fragen Optimierung bereits intensiv Beachtung fand. Wichtig sind demnach vor allem eine schnelle und genaue Antwort auf die gestellte Frage beziehungsweise eine sinnvolle Abdeckung der Informationsabsicht. Allgemein lässt sich die Optimierung der Sprachsuche als eine Verlagerung der Optimierung des Contents von einer logisch-strukturellen Ebene zu einer semantisch-fragebasierten verstehen.

Die drei PASO-Komponenten für langfristigen Erfolg 

Insofern ist PASO nichts wirklich Neues – neu ist das mittlerweile sehr gut funktionierende Interface, das einen Anstieg dieser Fragearten nach sich zieht. Grundsätzlich teilt sich die Optimierung von Inhalten für die gesprochene Suche in drei Teilbereiche. Für einen langfristigen Erfolg ist es unumgänglich, dass alle drei Bereiche gleichermaßen optimiert werden.

1. Technische Grundvoraussetzungen

Voice-Search-Optimierung setzt auf einer suchmaschinenoptimierten Seite auf. Dabei sind Ladezeiten, Informationsarchitektur oder Mobile-Friendliness essenzielle Bausteine.

2. Inhaltliche Optimierungsfelder

Ausgehend von der technischen Optimierung einer Webseite sind strukturierte Daten der Startpunkt einer PASO für die inhaltliche Komponente. Diese werden erweitert, um optimal auf natürliche Sprache einzugehen.

3. Content Authority

  • Backlinks sind und bleiben essenzielles Kriterium für den Erfolg – auch von Content, der auf die Sprachsuche optimiert ist. Wie immer gilt auch hier: Qualität der Links geht vor Quantität. 
  • Eine lokale Optimierung kann vor allem für die Beantwortung der WO-Fragen hilfreich sein. Die Datenkonsistenz auf der eigenen Homepage im Vergleich zu Verzeichnissen Dritter ist wichtig für lokale Relevanz
  • Produkte, die über die Sprachsuche von Amazon Alexa gefunden und vorgeschlagen werden sollen, müssen in der Amazon-Produktsuche als "Amazon’s Choice" ausgezeichnet sein. 


Alles in allem ist die PASO also kein Grund zur Panik. Häufig sind im Rahmen einer umfassenden SEO-Betreuung die Grundsteine bereits gelegt.
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