New York Notizen, Tag 11

Es gibt keine Medienmarken + Late-Night-Muscle-Up (-Versuche)

Montag, 25. Juni 2018
Philipps 11. Tag in New York dreht sich ein bisschen um Plattformen: Er plant ein Treffen mit Instagram-Geeks, trifft den Macher eines jungen Publishing-Unternehmers und macht in der Nacht noch Klimmzüge mit dem deutschen Gründer einer Influencer-Agentur.

Falls nicht sowieso schon passiert: Hier könnt Ihr Philipps Planung vor dem AusflugTag 1Tag 2Tag 3sein erstes WochenfazitTag 8Tag 9 und Tag 10 nachlesen.

Typisch NY ist, dass es mehr Menschen, Ereignisse und Momente gibt, als man bewältigen kann. Das ist in der Stadt so, seitdem ich sie kenne. Gerade heute kam eine super Intro (Danke Alex und Elias) zu zwei Instagram-Phänomenen. Der eine dominiert den Reisebereich der Plattform mit Accounts wie @beautifuldestinations (elf Millionen Abonnenten) oder @beautifulHotels (drei Millionen Fans) und betreibt auf Instagram sozusagen eine riesige Reise-Community. Der andere macht fast 100.000 Installs am Tag mit einem neuen Design-Tool für Instagram. Ich hoffe, ich lerne beide die Tage noch kennen.

Marke oder keine Marke

Getroffen habe ich heute den Gründer einer anderen Sache. Michael Rothman hat viele Jahre als Content-Monetarisierungs-Profi gearbeitet, dann hat er Fatherlygestartet. Eine Medienmarke für Väter, wobei er sagt: „So etwas wie eine Medienmarke gibt es nicht mehr, es gibt nur noch Marke oder keine Marke.“ Es fängt schon damit an, dass er eine Art Designer-T-Shirt trägt, von Fatherly natürlich. Sein Ziel ist es, über digitale Plattformen und Content eine Marke zu schaffen, mit der er dann andere Produkte verkaufen kann. Um Advertising geht es nur zum Teil. Er sagt, eine der größten Chancen sei es aktuell, Geld mit „IP“ (Intellectual Property) zu verdienen – also mit der Lizenzierung der Marke an Produkthersteller oder sogar Content-Plattformen wie Netflix und Amazon, die zum Beispiel für TV-Serien von anderen Marken bezahlen würden.

Der führende VC-Fonds für Medien-Startups LererHippeau und auch der US-Fonds von Bertelsmann haben bei ihm investiert. Er ist ziemlich sicher, dass es gut läuft. Denn immer mehr Väter würden verstehen, dass man als berufstätiger Vater nur knapp 900 Wochenenden hat, bevor die Kinder ausziehen. Die sollte man sinnvoll nutzen. Kurios ist, dass Michael selber noch keine Kinder hat und derzeit auch keine Freundin. Stört ihn nicht weiter, obwohl er meint, es sei nicht so schlau, beim Dating ein Fatherly-T-Shirt zu tragen. Das würde den Druck auf das Date unnötig erhöhen. Könnte sein.

Klimmzüge in der Nacht

Was mir so nicht klar war (trotz drei Jahren NY und 15 Jahren Hamburg), ist, wie viele Hamburger zu jedem Zeitpunkt in der Stadt sind. Meine Liste erstreckt sich über 50 Personen alleine in den letzten Tagen. Nicht, dass ich sie gerne alle hier treffen wollte, aber es war mir nicht so präsent. Getroffen habe ich dann doch noch einen Hamburger, der sogar zuletzt bei uns im Podcast zu Gast war. Chris Kastenholz, der Mann hinter der Influencer-Agentur Pulse Advertising, baut gerade sein NY-Büro aus. Demnächst sollen es über 20 Leute alleine an diesem Standort sein. Er war u.a. da, um Büros anzuschauen und neue Kollegen kennenzulernen.

Chris kennt die guten Restaurants in Chelsea (ein japanisches haben wir ausprobiert). Dann sind wir etwas durch den Abend spaziert und haben eine App getestet, mit der man im Vorbeilaufen erkennen kann, was die Häuser und Wohnungen rechts und links zuletzt gekostet haben oder gerade kosten (StreetEasy). Nach ein paar Minuten waren das Prinzip und die Preise verstanden. Zum Abschluss haben wir uns dann auf einen Spielplatz gesetzt (trotz späterem Abend ist man da an warmen Tagen nicht der Einzige) und Klimmzüge gemacht. Obwohl ich das öfter mal mache und Chris ziemlich fit ist gibt es – typisch NY –Leute, die alles, was man selber kann, dreimal so gut können. Immerhin hat einer der Muscle-up-Männer (Klimmzüge sind für Beginner) uns dann ein paar Tipps gegeben und ein Foto gemacht.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf OMR.com
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