Nerd Alert

Diese 5 Eigenschaften muss eine gute App haben

Donnerstag, 05. Juli 2018
Anders als in vielen anderen Ländern nimmt die Nutzung von Apps in Deutschland immer noch stetig zu. So weit, so gut für die hiesige App-Wirtschaft. Doch klar ist auch: Eine Erfolgsgarantie für Anbieter ist das trotzdem nicht. Dass User zu begeisterten Fans einer Smartphone-Anwendung werden, hängt von vielerlei Faktoren ab. Jan Wolter, Europa-Chef beim Testing-Unternehmen Applause, erklärt in unserer Gastbeitragsreihe "Nerd Alert", was genau eine App braucht, um erfolgreich zu sein.
Themenseiten zu diesem Artikel:

1.

Die App muss Mehrwert schaffen

Deutsche User hatten 2017, so das Ergebnis einer Auswertung von App Annie, im Schnitt mehr als 80 Apps auf ihrem Smartphone, davon genutzt werden gerade einmal weniger als die Hälfte im Laufe eines Monats. Dabei sind Apps, die heruntergeladen und sofort wieder gelöscht werden, noch nicht einmal eingerechnet. Eines der häufigsten Probleme: Die Anwendungen halten oft nicht, was App-Store-Beschreibung oder Marketing-Anzeigen versprechen. Unternehmen sollten die gesamte Konzeption ihrer Anwendungen daher unbedingt immer aus Nutzersicht denken und sich fragen: Welche Bedürfnisse hat meine Zielgruppe und welche App-Funktionen bedarf es wirklich, um diese zufrieden zu stellen? Wer hier die richtigen Antworten findet, hat die Basis für einen App-Store-Erfolg gelegt.

Nerd Alert
In der Gastbeitragsreihe "Nerd Alert" kommen wöchentlich Branchenexperten zu Wort, die ihr Wissen in Know-how-Beiträgen zu aktuellen Tech- und Digital-Themen weitergeben.

2.

Die App muss sicher und stabil sein 

Auch in der App-Wirtschaft kommt der Währung “Vertrauen” eine ganz entscheidende Bedeutung zu. Nur dann nämlich, wenn Anbieter es schaffen, dass Nutzer ihrer Anwendung auf Dauer vertrauen, kann diese erfolgreich sein. Dass das Thema Sicherheit hier besonders wichtig ist, liegt auf der Hand. Wer zum Beispiel würde schon eine Mobile-Payment-App oder In-App-Payments nutzen, wenn er oder sie sich nicht sicher sein kann, dass der Bezahlvorgang auch wirklich ohne Abbrüche funktioniert und sensible Daten sicher übermittelt werden? Unternehmen müssen daher unbedingt vor Marktstart dafür Sorge tragen, dass Sicherheit und Stabilität ihrer App – auch bei hohen Nutzungszahlen – gewährleistet sind.

3.

Die App muss schnell sein

Kaum etwas ist für Nutzer nerviger als eine Anwendung, die gar nicht oder nur sehr zeitverzögert reagiert. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und unter anderem mit Komponenten wie Gerätetyp, Betriebssystem oder Internetverbindung zusammenhängen. Diese Faktoren wiederum variieren häufig stark von Land zu Land, von Markt zu Markt. Elementar für App-Anbieter ist deshalb, ihre Anwendungen entsprechend zu lokalisieren, und den Gegebenheiten vor Ort entsprechend zu gestalten. Vorgemacht, wie so etwas in der Praxis aussehen kann, haben kürzlich Facebook und Spotify – beide Unternehmen bieten mittlerweile auch eine abgespeckte Lite-Variante ihrer jeweiligen App an, die weniger Speicherplatz benötigt und auch sonst simplifiziert daherkommt, um in Regionen mit begrenzter Internetgeschwindigkeit besser nutzbar zu sein.

4.

Die App muss intuitiv sein

“Convenience” ist eines der englischen Zauberwörter, wenn es darum geht, User zufriedenzustellen. Zu Deutsch: Nutzer mögen es gern einfach und verständlich. Diesem Credo muss sich letztlich alles unterordnen, vor allem auch die Gestaltung der App. Als Faustregel gilt hier: Wo viel erklärt werden muss, da versagt das App-Design. Im Idealfall findet sich die Nutzerin oder der Nutzer in Sekundenschnelle zurecht. Um hier vorne mit dabei zu sein, kann es durchaus Sinn machen, sich bei Aufbau und Struktur der Anwendung an Best-Practice-Beispielen der Konkurrenz zu orientieren. Denn so schön eine vollständig individualisierte App-Gestaltung auch ist – entspricht sie nicht den Nutzungsgewohnheiten der eigenen Zielgruppe, greifen User schnell auf bekannte Konkurrenz-Anwendungen zurück.

5.

Die App muss das gewisse Extra bieten

War es in den ersten Jahren der App Economy allgemeiner Konsens in der Branche, dass verschiedene Angebote entsprechend unterschiedliche Anwendungen benötigen, hat sich das längst geändert. Nutzer erwarten heute vielmehr, dass Apps vielschichtig sind und unterschiedliche Bedürfnisse möglichst zentralisiert bedienen können. Die Zukunft gehört daher stabil und sicher entwickelten, gut designten Mobile-Engagement-Plattformen. Ein gelungenes Beispiel für diese Entwicklung ist die Payback-App. Neben der Möglichkeit für Einkäufe Punkte zu sammeln, bietet die Anwendung mittlerweile auch die Option, ganz einfach via Smartphone die Einkäufe zu bezahlen.

Inwiefern eine App am Ende wirklich alle diese Kriterien erfüllt, sollten Unternehmen unbedingt klären, bevor sie in die Hände der Nutzer gerät. Denn: Einmal verloren gegangenes Vertrauen, lässt sich nur schwer zurückgewinnen. Umfassende Qualitäts-Checks sind vor jedem Live-Release deshalb unabdingbar. Dann steht dem App Store-Erfolg nichts mehr im Wege.



stats