Mobile Marketing

Wie man Kampagnen mit Wetter-Daten optimieren kann

Dienstag, 06. November 2018
Sonnige Zeiten für Werbe-Profis: Wetterdaten können besonders für mobil ausgespielte Kampagnen einen erheblichen Erfolgsfaktor darstellen. Und das nicht nur für Produkte wie Sonnencreme oder Gummistiefel. Johannes Paysen, Deutschland-Chef von GroundTruth, erklärt in unserer Gastbeitragsreihe "Nerd Alert", wie man mobile Kampagnen mit Wetterdaten optimieren kann.

Generell gilt: Scheint die Sonne, freut sich der Einzelhändler. Denn gutes Wetter ist ein echter Umsatzbringer. Wer daraus schließt, dass nur strahlender Sonnenschein ein Trigger für erfolgreiche Mobil-Kampagnen ist, denkt allerdings zu kurz. Marketing Manager sollten bei der wetterabhängigen Aussteuerung mobiler Werbung folgendes beachten:

Regionale Unterschiede bei der Wohlfühltemperatur

20 Grad heben die Stimmung bei Hamburgern bereits erheblich an, während der Münchner schon mindestens 25 Grad braucht, um in Sommerstimmung zu kommen. Der Standort einer Person, in Kombination mit dem dortigen Wetter, kann also den Erfolg einer Kampagne stark beeinflussen. Beispielsweise führt Regen vielerorts dazu, dass weniger Konsumenten einkaufen gehen. Möchte man Konsumenten in Seattle ansprechen, ist Regen allerdings kein so wichtiger Faktor, denn hier hat Regen nur wenig Einfluss auf Geschäftsbesuche. Vielleicht, weil die Bewohner feuchtes Wetter gewohnt sind.

Das Wetter, nicht der Kalender bestimmt eine Saison

Saisonale Produkte sind von einem aktuellen Bedarf abhängig. Der kalendarische Winteranfang garantiert nicht immer Schnee. Die Sommerferien sind zwar immer rund um den August, der Mai hat allerdings oft wesentlich besseres Wetter. Für Marketing-Manager bedeutet das: Kampagnen nach bestimmten Wetterbedingungen zu planen und vorzubereiten ergibt für saisonale Produkte mehr Sinn, als sie vom Datum abhängig zu machen. Insbesondere bei programmatisch ausgespielten Kampagnen kann man diese Abhängigkeit bereits im Vorfeld planen und entsprechend anlegen.

Sonnenschein ist nicht immer gut für den Abverkauf

Sonnenschein ist vielen Menschen lieber als ein wolkenverhangener Himmel. Bestimmte Sportarten kann man allerdings besser ausüben, wenn einem die Sonne nicht auf den Pelz knallt. Bewölktes Wetter ist also viel besser für Jogger und andere Outdoor-Enthusiasten. Wer diese Gruppe direkt vor oder beim Sport ansprechen möchte, sollte nicht auf Sonne warten. Es gibt sogar Gegenden, in denen Konsumenten nicht nur bei Regen, sondern auch bei zu viel Sonne Zuflucht in Geschäften suchen und deutlich länger dort verweilen. Auch hier ist also die Kombination aus Standort- und Wetterdaten wichtig für die intelligente Kampagnenplanung.

Verbraucher haben aktive und passive Monate

Bei Kälte und Sturm treibt es weniger Konsumenten in die Geschäfte. Von mildem Wetter, wie es oft zwischen März und Juni vorkommt, profitieren besonders kleinflächige Lebensmittelgeschäfte wie Kioske und Bahnhof-Shops sowie Tankstellen. Diese könnten Konsumenten, die gerade unterwegs sind, mit passenden Angeboten ins Geschäft leiten. Im Werbemittel selbst könnte beispielsweise eine interaktive Karte genau anzeigen, wie weit es noch bis zum Geschäft ist, in dem ein Gutschein eingelöst werden kann.

Wetterdaten jenseits von Sonnenstunden

Allergiker leiden besonders im Frühling. Daher haben Apotheken beispielsweise im März mehr Zulauf als im Juni. Daten zum Pollenflug können eingesetzt werden, um Verbrauchern zur richtigen Zeit entsprechende Angebote zu unterbreiten.

Fazit

Was wir essen, wann wir wohin gehen und wie lange wir uns dort aufhalten, wird vom Wetter mit beeinflusst. Die Daten zum Wetter in den einzelnen Regionen sind inzwischen vorhanden. Schauen Sie sich an, wie Sonne, Regen oder Nebel die Verkäufe Ihrer Produkte in welcher Weise beeinflusst. Die gezielte Aussteuerung von Kampagnen kann die Relevanz einer Marketingbotschaft erheblich steigern und somit den Umsatz deutlich unterstützen.




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