Corona-Warn-App

Gebt ihr wenigstens eine Chance

Dienstag, 02. Juni 2020
Die Corona-App der Bundesregierung – ein Rohrkrepierer mit Ansage? Die technischen Herausforderungen der automatisierten Kontaktverfolgung sind längst nicht gelöst. Außerdem ist völlig unklar, wie Millionen Deutsche davon überzeugt werden sollen, sich die App freiwillig herunterzuladen und zu installieren. Doch es gibt gute Gründe, ihr wenigstens eine faire Chance einzuräumen. Welche das sind, erklärt Sven Winnefeld, Head of Content & Insights, von der Tech-Kommunikationsberatung Hotwire in seinem Gastbeitrag bei HORIZONT Online.
Wenn die von der Bundesregierung beauftragten Unternehmen SAP und T-Systems Mitte Juni eine deutsche Corona-App in die App-Stores bringen, dann werden viele Beobachter sagen, dass diese im Grunde viel zu spät komme. Wir hätten die App schon im April gebraucht. Datenschützer werden sturmlaufen, Verschwörungstheoretiker vom totalitären Überwachungsstaat und der Weltverschwörung fabulieren. Hacker-Aktivisten werden einen kritischen Blick auf den eilig zusammengezimmerten Programmcode werfen und sehr wahrscheinlich Nachbesserungsbedarf entdecken. All das wird nicht dazu beitragen, das Vertrauen der Bevölkerung in die App zu stärken.

Woran andere Länder scheitern

Auch der Blick ins Ausland macht wenig Mut: Als zu Beginn der Pandemie Länder wie Singapur und Südkorea das Virus vergleichsweise erfolgreich bekämpften, glaubten viele Beobachter im dortigen Einsatz digitaler Technologien einen Schlüsselfaktor erkennen zu können. Bereits im April drehte sich jedoch der Wind.

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