Internet der Dinge

Das ultimative FAQ für PR und Marketing

Donnerstag, 16. Februar 2017
Machine Learning, Artificial Intelligence oder Social Bots: In der Technologiekommunikation kursieren die neuen Schlagwörter des Internet of Things (IoT). Vor allem in der Marketing- und PR-Branche birgt das IoT Chancen für ein erweitertes Toolset. In ihrem Gastbeitrag für HORIZONT Online erklärt Maria Urban, IoT-Expertin bei der Agentur Piabo, was die neuen Schlagworte bedeuten und wohin die Entwicklung geht.

Beacons

Das Internet der Dinge setzt sich aus einer Hardware- und Software-Ebene zusammen. Vernetzte Dinge und Sensoren geben der physischen Umwelt so die Augen und Ohren, mit deren Hilfe sich Daten sammeln und analysieren lassen. Für das Marketing besonders interessant sind Beacons. Via Bluetooth können die kleinen Sender beispielsweise im Einzelhandel den passierenden, möglichen Kunden Nachrichten oder Rabatt-Codes auf das Smartphone senden.

Data Mining

Neben der Hardware-Ebene umfasst der komplette IoT-Stack eine Schicht, die die Daten sammelt, eine Analytics-Schicht, Storage-Kapazität sowie eine Ausgabe-Maske, die dem Nutzer die Daten aufbereitet präsentiert, etwa mittels einer App. Wirklich sinnvoll ist die Vernetzung der Dinge schließlich nur, wenn deren Daten auch genutzt werden können. Data Mining ist dabei eine empirische Methode, um große Datenbestände zusammenzuführen und zu analysieren. Ein typisches Ziel von Data Mining für den Online-Handel ist es, Warenkörbe zu ermitteln, um das Angebot entsprechend auszurichten. Data Mining macht sich dabei Algorithmen, Statistik und Künstliche Intelligenz zunutze.

Artificial Intelligence

AI beschäftigt sich generell mit der Automatisierung menschlichen intelligenten Verhalten. Dazu gehören neben dem Machine Learning auch Teilgebiete wie die Robotik, Muster- oder Spracherkennung.

Machine Learning

Im Teilgebiet von AI, beim maschinellen Lernen, geht es darum, Computer mit genügend Erfahrungen zu füttern, um sie anschließend auf die Lösung eines Problems anzusetzen. Beispiele für maschinelles Lernen gibt es in unserem Alltag bereits zahlreiche. Die empfohlenen Produkte beim Amazon-Shopping, Vorschläge für neue Facebook-Freunde oder auch die Generierung möglicher automatischer E-Mail-Antworten mit Google Inbox, basieren auf Algorithmen, die aufgrund von bisherigen Erfahrungen Vorhersagen für zukünftiges Verhalten treffen.


Machine Learning wird die Tools in Marketing, Sales und PR massiv ergänzen und automatisieren. So integriert Salesforce Machine Learning bereits mit seinem Produkt “Einstein” und wertet Salesforce-Daten wie Kundeninformationen, E-Mail-, Kalender- und E-Commerce-, Social Media-Daten wie Tweets und Bilder und sogar IoT-Signale umfassend aus. Das Ziel: die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Kaufabschluss vorherzusagen und so die Effizienz von Sales und Marketing zu steigern.

Künstliche neuronale Netze

Ein Zweig der Arbeiten im Bereich Künstliche Intelligenz beschäftigt sich mit dem Aufbau und dem Lernen künstlicher, neuronaler Netze (KNN): Gleich ihrem Vorbild, des menschlichen Gehirns, werden dabei künstliche Neuronen verbunden. Das Netz lernt, indem es zum Beispiel Neuronen oder Verbindungen löscht oder hinzufügt.

Deep Learning

KNN bilden die Grundlage für das bisher am weitesten verbreitete maschinelle Lernverfahren: Deep Learning, das wiederum einige Arbeitsschritte klassischer neuronaler Netze überflüssig macht, setzen Tech-Unternehmen wie Google, Apple und Facebook ein, z. B. für die iPhone-Spracherkennung Siri oder die Gesichtserkennung.

Bots

Auch Social Bots, die zuletzt im Rahmen des US-Wahlkampf kontrovers diskutiert wurden, lernen mit steigender Interaktionsdichte hinzu und werden über die USA hinaus bereits als Next Big Thing im Marketing gehandelt.

Ein Bot ist ein Programm, das weitgehend automatisiert, sich wiederholende Aufgaben bearbeitet. Beispiele sind die Webcrawler von Suchmaschinen oder auch die persönlichen Terminfindungs-Assistenten, wie die AI Amy. Social Bots und Chatbots können hauptsächlich im Customer Service oder im Marketing zum Einsatz kommen. Facebook erlaubt sie explizit für seinen Messenger. So nutzt die niederländische Fluggesellschaft KLM seit vergangenem Jahr Bots in ihrer Social-Media-Strategie, um Kunden zum Beispiel Flugauskünfte zu erteilen – automatisiert und bequem für den Kunden im Facebook Messenger.


Das IoT und die Menge zukünftig verfügbarer Daten – sowohl direkt aus unserer Umwelt als auch jene, die wir uns mittels KI-Technologien zum Beispiel aus Bildern neu erschließen – werden viele Aufgaben in PR, Marketing und Sales automatisieren. Sie bringen enorme Chancen, die Zielgruppen und ihrer Bedürfnisse noch besser kennenzulernen. Und während wir Menschen mit jeder Generation uns dieses Wissen stets von Neuem aneignen, vergessen Computer dabei nicht. Die vierte industrielle Revolution nimmt jetzt Geschwindigkeit auf.

Themenseiten zu diesem Artikel:
stats