In den Sand gesetzt

8 Gründe, warum Startups scheitern

Donnerstag, 22. Dezember 2016
Wenn sich jemand im Startup-Business auskennt, dann Neil Patel. Der Top Web-Influencer ("Wall Street Journal"), der Firmen wie QuickSprout, Crazy Egg und Hello Bar mitgründete, weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn eine Geschäftsidee mal nicht aufgeht. In seinem Gastbeitrag für HORIZONT Online nennt er acht Gründe, die einen Schiffbruch auslösen können.

In der heutigen Zeit scheitern Startups mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent. Eine beängstigende Quote. Ich gehöre zu den glücklichen Überlebenden eines gescheiterten Startups. Dabei bin ich viele Male nur haarscharf mit heiler Haut davongekommen und habe eine Reihe von turbulenten Anfängen, Misserfolgen und Fehlern erlebt - und daraus gelernt. Es sind vor allem die folgenden 8 Gründe, die Startups scheitern lassen.



1.

Wir kennen unsere Kunden nicht.

Obwohl es schon oft wiederholt wurde, ist es dennoch ein wertvoller Rat: „Wir müssen unsere Zielgruppe kennen und eine Buyer Persona entwickeln“. Leider machen das nur sehr wenige Unternehmen richtig. Man muss seine Kunden kennen und lieben, denn ohne sie würde es das Unternehmen gar nicht erst geben. Viele Unternehmer scheitern, weil sie in einer übertriebenen Traumwelt, einer schnelllebigen Umgebung leben. Sie haben keine Verbindung zu echten Menschen, sondern leben ihren Startup-Traum, der jedoch nichts mit der alltäglichen und realen Welt ihrer Kunden zu tun hat. Doch es sind eben diese Kunden, die ein Produkt kaufen. Wenn man seinen Kunden kennt, ist das Scheitern weitaus weniger wahrscheinlich.

2.

Wir stecken in einer mentalen Falle.

Wir alle folgen festgelegten Denkmustern. Oftmals haben wir diese übernommen, sei es aufgrund unseres kulturellen Hintergrundes; eines Artikels, den wir online gelesen haben; oder aufgrund von Erfolgsmodellen, die wir in unserem letzten Job gelernt haben. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, unseren Geist für Veränderungen offen zu halten. Nur weil wir der Meinung sind, dass eine bestimmte Lösung die beste Lösung ist, muss das nicht immer der Wahrheit entsprechen. Indem wir Risiken eingehen, etwas Neues ausprobieren oder mit verschiedenen Blickwinkeln experimentieren, fordern wir unsere Denkweise heraus, denn das Ziel sollte stets unser Erfolg sein, nicht Recht zu haben.


3.

Wir sind uns der Wirtschaftskräfte nicht bewusst.

Die Wirtschaft ist unvorhersehbar und unbezwingbar. Daher stellt es eine echte Gefahr dar, die Wirtschaftskräfte zu ignorieren, als könnten sie uns und unserem Unternehmen nichts anhaben. Die Wirtschaft ist unpersönlich. Man muss sich ihr anpassen, denn sie legt keinen Wert auf persönliche Gefühle oder Pläne.

4.

Wir passen uns nicht schnell genug an.

Veränderungen sind extrem wichtig. Wenn wir nicht bereit sind, uns zu verändern und anzupassen, werden wir scheitern. Je schneller wir uns anpassen, desto länger überleben wir. Veränderungen garantieren das Überleben eines Startups, daher sollten wir uns nicht wundern, wenn wir uns während der ersten Jahre 10 oder sogar 15 Mal verändern müssen.

5.

Wir erledigen Aufgaben nicht schnell genug.

Es kommt letzten Endes immer auf die Durchführung an. Ganz egal, wie ausgeklügelt unsere Businesspläne sind, wenn wir sie nicht umsetzen können, sind wir nicht erfolgreich. Beim Erfolg geht es darum, Aufgaben schneller zu erledigen als alle anderen. Die erfolgreichsten Unternehmer sind weder “Träumer” noch “Visionäre”. Die besten Unternehme sind Macher, die anpacken können.

6.

Wir sind zu sehr damit beschäftigt, die falschen Aufgaben zu erledigen.

Beschäftigt zu sein ist nicht immer mit Erfolg gleichzusetzen. Wahrscheinlich sind wir nicht einmal besonders produktiv. Beschäftigt zu sein ist nur gut, wenn wir uns auch mit den richtigen Aufgaben beschäftigen. Doch manchmal sind Unternehmer so beschäftigt, dass sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Daher müssen wir zunächst wissen, was wir tun und warum wir es tun. Dann können wir uns Hals über Kopf in die Arbeit stürzen.

7.

Wir konzentrieren uns nicht auf unsere Einnahmen.

Einnahmen sind extrem wichtig. Verständlicherweise kann man bei einem Startup schnell mal den Überblick verlieren. Wenn wir jedoch unsere Einnahmen aus den Augen verlieren, sind wir zum Scheitern verurteilt. Das ist ein riesiges Warnsignal. Letztendlich dreht sich alles um die Einnahmen. Daher müssen wir unser Ziel immer vor Augen behalten, wenn wird die Pleite verhindern möchten.

8.

Wir kennen unseren “Runway” nicht.

Geld hält ein Startup am Leben. Ist es erst einmal weg, ist das Unternehmen pleite. Daher darf uns das Geld niemals ausgehen. Dafür gibt es sogar einen Fachausdruck – Runway. Das ist die Bezeichnung für die Zeitspanne, die uns bleibt, bis uns das Geld ausgeht. Zur Not müssen wir irgendwo Geld auftreiben, sei es mit der Hilfe unserer Verwandtschaft, oder dem Verkauf unserer geliebten Briefmarkensammlung. Es ist ausschlaggebend, immer Ruhe zu bewahren und die Kontrolle zu behalten. Um zu wissen, wie lang unser Unternehmen überleben kann, müssen wir unsere Finanzen ganz genau im Auge behalten.

Fazit

Das Unternehmertum ist ein hartes Unterfangen. Sein eigenes Unternehmen zu starten ist ein Glücksspiel, das mit dem Verlust von einem Haufen Geld und einem zerstörten Selbstbewusstsein enden kann. Unser Selbstwertgefühl kann schnell ins Schwanken geraten. Die Gründung eines Unternehmens wird tagein und tagaus, jahrein und jahraus an unseren Nerven zehren.

Auf der anderen Seite hat es aber auch etwas Unwiderstehliches, selbst wenn viele Startups scheitern. Denn einige sind hin und wieder erfolgreich. Wenn wir die Warnsignale erkennen, sind wir dem Erfolg schon einen Schritt näher gekommen.

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