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Das sind die vier Tech-Trends in diesem Jahr

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Miss IFA und Barbara Gehl, PR-Managerin IT & Mobile Communications bei Samsung bei einem Briefing auf der IFA
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Miss IFA und Barbara Gehl, PR-Managerin IT & Mobile Communications bei Samsung bei einem Briefing auf der IFA
Die Internationale Funkaustellung (IFA) öffnet morgen ihre Tore. Die Berliner Veranstaltung gilt als Leitmesse für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte - dort ist zu sehen, was die Verbraucher erst in einigen Monaten oder Jahren in ihrem Alltag wiederfinden werden. HORIZONT Online zeigt die vier wichtigsten Technik-Trends der IFA 2016.

1.

Virtuelle Realität

Brillen und Headsets, mit denen man in digitale Welten eintauchen kann, standen zwar vor allem auf der gerade beendeten Spielemesse Gamescom im Mittelpunkt - aber auch die IFA kommt kurz vor dem wichtigen Weinachtsgeschäft nicht ohne sie aus. Elektronik-Konzerne wie Sony, Samsung und HTC sehen in virtueller Realität einen wichtigen Baustein ihres zukünftigen Geschäfts. Samsung beispielsweise wird seine neue VR-Brille Gear nach Berlin mitbringen - knapp 200.000 Stück verkaufte der südkoreanische Konzern in Deutschland, in Europa sollen es eine halbe Million sein. Zur IFA will Samsung noch einen draufsetzen: mit "olfaktorischer VR 4D". Die virtuelle Realität soll dabei mit Elementen wie Sound und realitätsnahen Düften erweitert werden. Ein ähnliches Device hatte auf der Gamescom der Spieleentwickler Ubisoft vorgestellt: "Nosolus Rift" heißt die nicht ganz ernst gemeinste immersive Geruchserfahrung, für die jüngst auch ein urkomischer Launchfilm an den Start ging.


Und die nächste Brillengeneration steht bereits in den Startlöchern: Sogenannte Mixed-Reality-Brillen, in denen die Realität durch holografische Bilder überlagert wird (Beispiel: Microsofts Holo Lens), sollen einer Bitkom-Auswertung zufolge in den kommenden Jahren Marktreife erlangen. Auch der Hype um "Pokémon Go" lässt bereits erahnen, welches Potenzial in der Technologie steckt. Doch noch müssen die Brillen zeigen, ob sie tatsächlich sinnvolle Consumer-Anwendungen bieten können.
VR ist auf dem Vormarsch
© Bitkom
VR ist auf dem Vormarsch

2.

Smart TV

Fernseher bleiben das Herzstück der IFA. In diesem Jahr zeigen sich die Hersteller vor allem mit einer deutlich verbesserten Auflösung und einer größeren Bildschirmdiagonale. So sollen auf der Messe Fernseher präsentiert werden, mit denen Ultra-HD erreicht wird (4K), zukünftig gar 33,2 Megapixel. Der aktuelle Standard Full-HD stellt derzeit 2 Millionen Pixel dar. Der LCD-Pionier Sharp beispielsweise will in diesem Jahr auf der IFA technologisch einen Schritt weiter gehen und mit einer relativ neuen Halbleitertechnik nahezu rahmenlose Displays ermöglichen. Doch die Zeiten, in denen TV-Geräte einfach nur größer und dünner wurden, sind vorbei. Jetzt geht es darum, die Steuerung einfacher zu machen. Dafür dachten sich die Hersteller neue Bedienoberflächen auf dem Bildschirm aus, in denen TV-Kanäle und Online-Dienste zusammengeführt werden. Samsung etwa stellt die "Premium Smart Remote" vor, eine Fernbedienung, die gar keine Zifferntasten hat und extra für mit dem Internet verbundene TV-Geräte konzipiert ist. Solch ein Gadget scheint sinnvoll: Die Mehrheit der Fernseher in den deutschen Haushalten (53 Prozent) sind inzwischen Geräte, die sich mit dem Internet verbinden lassen. Das ergab eine aktuelle Studie im Auftrag des Branchenverbands gfu.
Die IFA 2016
Die IFA ist die global führende Messe für Consumer Electronics und Home Appliances. Sie findet vom 2. bis 7. September 2016 auf dem Berliner Messegelände (ExpoCenter City) statt. Zusätzlich wird erstmals IFA Global Markets vom 4. – 7. September 2016 in der Station Berlin das Ausstellungs- und Informationsangebot für Fachbesucher und Experten erweitern. Dort finden Besucher alles rund um Innovationen wie 3D-Druck, Robotics und Drohnen. Microsoft etwa wird in diesem Jahr den größten Messeauftritt unter dem Funkturm in der Geschichte des Unternehmens haben und vor allem sein neues Betriebssystem Windows 10 in den Mittelpunkt stellen.

3.

Drahtlose Lautsprecher

Immer mehr Nutzer hören Musik nicht mehr über die CD, sondern streamen sie über Dienste wie Spotify, Apple Music oder Amazon Prime Music. Kein Wunder, dass die klassischen Lautsprecher-Anlagen keinen großen Absatz mehr finden. Heute sind vor allem drahtlos vernetzte Lautsprecher-Systeme gefragt, die - oftmals über Bluetooth - direkt mit dem Smartphone verbunden werden können. Zahlreiche Hersteller werden auf der IFA ihre neuen Ideen zeigen, angefangen beim erwähnten Bluetooth-Lautsprecher bis hin zum vollvernetzten Multiroom-System. "Drahtlose Musikverteilung wird immer wichtiger", sagt Roland Stehle vom IFA-Veranstalter gfu. Danach liege 3D-Raumklang für das Heimkino total im Trend. Sennheiser zeigt beispielsweise sein Ambeo-System für Sound in der virtuellen Realität, welches das Unternehmen auf der CES bereits angekündigt hatte. "3D Audio ist die Zukunft der Audiotechnologie, die das Hörerleben für Nutzer nachhaltig verändern wird – und das in einer Vielzahl von Bereichen von Virtual-Reality-Gaming über Musikaufnahmen bis hin zu Broadcast-Anwendungen", so der CEO Daniel Sennheiser.

Auf der anderen Seite versuchen derzeit Tech-Konzerne, Plattformen zur Smarthome-Bedienung per Sprachbefehl zu etablieren. Amazon bietet beispielsweise den vernetzten Lautsprecher "Echo" an, der durch das Sprachsteuerungs-System "Alexa" aufs Wort hört und nicht nur auf Befehl die gewünschte Musik abspielt, sondern auch Fragen zum Wetter oder zu Kochrezepten beantwortet. Und die Konkurrenz schläft nicht: Apple hat angekündigt, seine Sprachassistentin Siri für die Steuerung des Smart Home fit zu machen.

4.

Intelligente Hausgeräte

Immer mehr Alltagsgegenstände sind an das Internet angeschlossen. Die Heizung schon auf dem Heimweg anschalten? Das Licht je nach Tageszeit steuern? Unterwegs checken, ob das Fenster wirklich geschlossen ist? All das ist dank "Internet of Things" längst keine Zukunftsmusik mehr. Auf der IFA zeigen viele Hersteller smarte Haushaltsgeräte, die tatsächliche Probleme im Haushalt lösen. Philips etwa stellt intelligente Lampen vor, die eine angenehme Wohnatmosphäre schaffen sollen. Die Lampen erlauben personalisierbare Einstellungen für schwächeres Licht in der Nacht und kann beliebige Lichtstimmungen in unterschiedlichen Räumen aktivieren. Samsung präsentiert eine Waschmaschinen-Tür, bei der man noch vergessene Teile in die Trommel der laufenden Maschine werfen kann. Durch diese Öffnung im Bullauge kann man etwa auch noch Weichspüler erst zum Ende des Waschgangs hinzufügen. ron (mit dpa-Material)
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