Super Bowl

Intel und die faszinierende Drohnen-Performance bei Lady Gagas Halbzeitshow

Lady Gaga im Zusammenspiel mit 300 Drohnen von Intel
© NFL Screenshot Youtube
Lady Gaga im Zusammenspiel mit 300 Drohnen von Intel
Jedes Jahr warten Amerika und die Welt gespannt auf die Super-Bowl-Spots der US-Werbungtreibenden. Doch es muss nicht immer ein klassischer Film sein, der die Massen begeistert: Chiphersteller Intel hat während der Halbzeit-Show des Super Bowls einen faszinierenden Formationsflug von 300 Drohnen in den Nachthimmel von Houston gezaubert. Das Projekt war allerdings mit einigen Unsicherheiten behaftet, sodass Intel zum Tricksen gezwungen war.
Noch während Lady Gaga, auf dem Dach des NRG Astrodome stehend, mit den ersten Zeilen von "God bless America" und "This Land is your Land" die Halbzeitshow des Super Bowl LI einleitete, leuchteten hinter der Sängerin am Firmament unzählige Lichter in Rot und Blau auf - am Ende der fast 15-minütigen Perfomance formten dieselben Lichter die Logos von Intel und Pepsi, dem Sponsor der Halbzeitshow, am nächtlichen Himmel.
Dabei handelte es sich um insgesamt 300 von Intels "Shooting Star"-Drohnen, die extra für Lichtshows entwickelt wurden und mit ihren LED-Leuchten insgesamt vier Millionen Varianten formen können. Die kleinen Fluggeräte, die jeweils gerade einmal so viel wiegen wie ein Volleyball und lediglich aus Plastik und Schaumstoff bestehen, werden dabei von nur einem Zentralcomputer gesteuert.


Hunderte von Drohnen in unmittelbarer Nähe des größten Sport-Events der Welt aufsteigen zu lassen, ist jedoch aus Perspektive der Flugaufsichts- und nicht zuletzt der traditonell sehr sensiblen amerikanischen Sicherheits-Behörden ein Albtraum. In der Tat herrschte rund um die Super-Bowl-Arena von Houston eine Flugverbotszone von 34,5 Meilen. Zudem ist bei Drohnenflügen das Wetter immer ein Unsicherheitsfaktor - auch wenn Intel beteuert, dass die Shooting-Star-Flotte noch nie wetterbedingt nicht fliegen konnte.
Dennoch entschied man sich dafür, den Formationsflug der Drohnen einige Tage vor dem Super Bowl durchzuführen und aufzuzeichnen. Was die mehr als 100 Millionen TV-Zuschauer an ihren Geräten und die fast 80.000 Stadionbesucher auf den Leinwänden sahen, war also nicht live. Es wäre für Lady Gaga auch zu schwer gewesen, sie vom Stadiondach bis auf den Boden der Arena abzuseilen, so Intel-Managerin Natalie Cheung gegenüber "USA Today".

Mit der spektakulären, viel beachteten Aktion gehört Intel neben den New England Patriots mit Quarterback (und Intel-Testimonial) Tom Brady zu den großen Gewinnern des Super-Bowl-Abends. Nicht nur, dass die ganze Performance in Planung und Durchführung Maßstäbe setzt - auch wenn die Live-Komponente letztlich fehlte. Vor allem beweist Intel, dass man Großereignisse wie den Super Bowl noch lange nicht allein durch klassische Werbung im Sinne der eigenen Marke aufladen kann.


Allerdings verfügt Intel in Sachen Drohnenflug schon über einige Übung: Erst im vergangenen November hatte das Unternehmen mit seiner Shooting-Star-Flotte einen Weltrekord aufgestellt: Auf einem Fußballfeld in Krailing in Deutschland ließ das Unternehmen 500 Drohnen zum Formationsflug aufsteigen und sicherte sich damit einen Eintrag ins Guinnes-Buch der Rekorde in der Kategorie "Most Unmanned Aerial Vehicles (UAVs) airborne simultaneously". Bereits zuvor hatte Intel diesen Rekord inne - er stammte aus dem Jahr 2015 und wurde mit 100 Drohnen durchgeführt. ire
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