Zum heutigen "Zero Discrimination Day"

Für über 70 Prozent der Weltbevölkerung nimmt die Ungleichheit zu!

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Anlässlich des diesjährigen Null-Diskriminierungstages weist UNAIDS auf den dringenden Handlungsbedarf hin, um die weltweit weiterhin bestehenden Ungleichheiten in Bezug auf Einkommen, Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand, Beruf, Behinderung, sexuelle Orientierung, Drogenkonsum, Geschlechtsidentität, Rasse, Klasse, ethnische Zugehörigkeit und Religion zu beenden.

70 Prozent leiden unter Ungleichheit

Die Ungleichheit nimmt für mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung zu, schreibt UNAIDS.  Dies verschärfe die Gefahr einer Spaltung und behindere wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Und COVID-19 treffe die schwächsten Menschen am härtesten - auch wenn neue Impfstoffe gegen COVID-19 verfügbar seien, gäbe es grosse Ungleichheiten beim Zugang zu ihnen. Viele würden dies mit einer Impfstoff-Apartheid gleichgesetzt. In der Tat, wer die hiesige Diskussion übers Impfen verfolgt, kriegt kaum was über die globale Gerechtigkeit beim Verteilkampf zu hören.
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Diskriminierung und Ungleichheit gehen Hand in Hand

Diskriminierung und Ungleichheit sind eng miteinander verwoben. Sich überschneidende Formen der Diskriminierung, sei es strukturell oder sozial, gegenüber Einzelpersonen und Gruppen, können zu einer Vielzahl von Ungleichheiten führen - zum Beispiel bei Einkommen, Bildungsergebnissen, Gesundheit und Beschäftigung. Aber auch Ungleichheiten selbst können zu Stigmatisierung und Diskriminierung führen. Daher ist es wichtig, bei der Verringerung von Ungleichheiten auch die Diskriminierung anzugehen. Mitglieder von Schlüsselgruppen werden oft diskriminiert, stigmatisiert und in vielen Fällen kriminalisiert und ins Visier der Strafverfolgungsbehörden genommen. Die Forschung hat gezeigt, dass diese soziale und strukturelle Diskriminierung zu erheblichen Ungleichheiten beim Zugang zur Justiz und bei den Gesundheitsergebnissen führt.

Strukturelle Ungleichheit als Killerfaktor

Die Bekämpfung von Ungleichheiten und die Beendigung von Diskriminierung sind entscheidend, etwa für die Beendigung von AIDS. Die Welt ist von der gemeinsamen Verpflichtung, AIDS bis 2030 zu beenden, weit entfernt, nicht weil es an Wissen, Fähigkeiten oder Mitteln zur Bekämpfung von AIDS mangelt, sondern wegen struktureller Ungleichheiten, die bewährte Lösungen in der HIV-Prävention und Behandlung behindern. Jüngste Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben, doppelt so wahrscheinlich HIV bekommen, wenn sie in einem Land mit strafenden Ansätzen zur sexuellen Orientierung leben, als wenn sie in einem Land mit unterstützender Gesetzgebung leben.
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Die Rechte aller schützen – nicht nur darüber reden

Die Bekämpfung von Ungleichheit ist keine neue Verpflichtung - 2015 haben sich alle Länder im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklung dazu verpflichtet, die Ungleichheit innerhalb und zwischen den Ländern zu verringern. Aber die Welt hat diese Verpflichtung noch nicht erfüllt. Die Bekämpfung der Ungleichheit ist nicht nur von zentraler Bedeutung für die Beendigung von AIDS, sondern fördert auch die Menschenrechte von Menschen, die mit HIV leben, macht die Gesellschaften besser auf den Kampf gegen COVID-19 und andere Pandemien vorbereitet und unterstützt die wirtschaftliche Erholung und Stabilität. Die Erfüllung des Versprechens, die Ungleichheit zu bekämpfen, wird Millionen von Leben retten und der gesamten Gesellschaft zugutekommen. Um dies zu erreichen, müssen wir Diskriminierung in all ihren Formen bekämpfen. Aber um Würde für alle zu erreichen, muss die politische, wirtschaftliche und soziale Politik die Rechte aller schützen und die Bedürfnisse benachteiligter und marginalisierter Gemeinschaften berücksichtigen.

Das 4-Punkte-Programm

  • Die Überwindung der Ungleichheit erfordert einen transformativen Wandel. Es bedarf grösserer Anstrengungen, um extreme Armut und Hunger zu beseitigen, und es muss mehr in Gesundheit, Bildung, sozialen Schutz und menschenwürdige Arbeitsplätze investiert werden.
  • Die Regierungen müssen ein inklusives soziales und wirtschaftliches Wachstum fördern. Sie müssen diskriminierende Gesetze, Politiken und Praktiken abschaffen, um Chancengleichheit zu gewährleisten und Ungleichheiten zu verringern.
  • Aber wir alle können unseren Teil dazu beitragen, indem wir Diskriminierung dort anprangern, wo wir sie sehen, indem wir mit gutem Beispiel vorangehen oder indem wir uns für eine Änderung der Gesetze einsetzen. Wir alle haben eine Rolle zu spielen, um Diskriminierung zu beenden und so Ungleichheiten zu verringern.
  • Wir können keine nachhaltige Entwicklung erreichen und den Planeten für alle besser machen, wenn Menschen von der Chance auf ein besseres Leben ausgeschlossen sind. In der heutigen Welt sind wir alle miteinander verbunden. Globale Ungleichheit betrifft uns alle, unabhängig davon, wer wir sind oder woher wir kommen.

Machen wir also an diesem Tag der Null-Diskriminierung gemeinsam mit auf die Ungleichheiten aufmerksam, die Menschen daran hindern, ein erfülltes und produktives Leben zu führen, und fordern wir, dass die Regierungen ihre Zusagen und Verpflichtungen zur Beendigung aller Formen von Diskriminierung erfüllen.  Zum Download die Diskriminierungsbroschüre 







 

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