Wirz Brand Relations

Der Name ist Programm

Thomas Städeli und Michaela Burger führen Wirz Brand Relations
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Thomas Städeli und Michaela Burger führen Wirz Brand Relations
Mit neuem Namen und Management sowie erweitertem Portfolio arbeitet Wirz Brand Relations seit rund einem Jahr daran, Marken in die kommunikative Zukunft zu begleiten. Bei HORIZONT Swiss hat die führenden Köpfe Thomas Städeli und Michaela Burger besucht und nachgefragt, wie der Neuanfang gelaufen ist.

 Die beiden wirken zufrieden. Entspannt und zugleich gespannt blicken Thomas Städeli und Michaela Burger der Zukunft von Wirz Brand Relations, dem Unternehmen, das sie seit rund einem Jahr gemeinsam führen, entgegen. Entspannt, weil Umsatz, Mitarbeiter und Auftraggeber, die sie in den vergangenen zwölf Monaten eingesammelt haben, zeigen, wie gut die Firma sich entwickelt. Das wiederum dürfte die beiden so zufrieden stimmen, wie sie wirken, denn für beide ist die Entscheidung für Wirz Brand Relations ein echter Umbruch im Berufsleben.



Schliesslich hat Städeli bereits eine Karriere innerhalb der Wirz Gruppe hinter sich, als er im April 2017 die Geschäftsführung bei Wirz Corporate (heute Wirz Brand Relations) übernimmt: Zuvor hatte er ab Juni 2005 als Managing Director und ab Juli 2010 als CEO der Wirz Communication gearbeitet, er zählt zudem zu den Partnern der Wirz Gruppe. Von aussen mag der Schritt zur Branding-Tochter der grössten inhabergeführten Schweizer Agenturgruppe überraschen – für den Agenturmanager ist es ein Schritt nach vorn, ein Wandel, der ihn persönlich und damit die Agentur, die er nun leitet, weiterbringen soll. „Was meinen Entscheid für den Wechsel von der Werbe- zur Brandingagentur immer wieder positiv bestätigt, ist die umfassendere Perspektive unserer Arbeit, bei der sehr vieles sehr fundiert diskutiert und mit langfristiger Absicht entschieden wird. Das hat, wie erhofft, die gefühlte Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns ganz eindeutig verbessert“, kommentiert Städeli seinen Schritt.

Für seine Agenturpartnerin ist der Einstieg bei Wirz der Schritt von der Selbstständigkeit wieder in ein festes Arbeitsverhältnis. Städeli hat Burger als zufriedene Freelancerin getroffen, die für Wirz einen Job zu erledigen hatte. Es funkt beruflich zwischen Agentur und Kreativer. Gespräche und schliesslich der Einstieg bei der Agentur folgen. Heute ist sie zufriedene Kreativchefin der Brandingagentur, fungiert also als Creative Director in der Geschäftsleitung von Wirz Brand Relations, der neben ihr und Städeli auch Michel Reichmuth und Thore Lingel angehören, die beide als Consulting Director und Partner der Wirz Gruppe tätig sind.


Burger bringt 15 Jahre Branding-Erfahrung mit zu ihrem neuen Arbeitgeber, die sie unter anderem als Design Director bei Jung von Matt Brand Identity sowie bei Interbrand in Zürich, Moskau und New York gesammelt hat. „Wirz hat breite und tiefe Erfahrung in der Konzeption und Umsetzung von Markenprojekten. Es macht Freude, diese Stärke noch ganzheitlicher und vor allem noch digitaler zu denken und umsetzen zu dürfen“, fasst Burger zusammen, was sie überzeugt hat, die neue Aufgabe anzunehmen.

Jenseits der persönlichen Zufriedenheit bringt die neue Konstellation laut Städeli auch den Branding-Ableger und die Kommunikationsdisziplin, für die er steht, weiter: „Auch im Branding bedeutet Stillstand Rückschritt und ist darum ständige Veränderung angesagt. Weil das Silodenken zwischen den Kommunikationsdisziplinen längst überholt ist, kann es nicht schaden, jemanden mit Erfahrung in Marketingkommunikation und damit frischen Ansichten und neuen Ideen an Bord zu haben“, glaubt Städeli.

Äusseres Kennzeichen dieses Wandels ist der Namenswechsel von Wirz Corporate zu Wirz Brand Relations. Den internen Wandel der 1991 gegründeten Agentur hat das neu formierte Führungsteam im Laufe des vergangenen Jahres angeschoben und umgesetzt. „Wir haben nach meinem Start als CEO im letzten Frühjahr sehr schnell entschieden, den Fokus der Agentur wieder klarer auf das Thema Marke zu legen und uns so auch innerhalb der Wirz Gruppe wieder eindeutiger zu positionieren beziehungsweise leistungsmässig zu differenzieren. Ganz abgesehen davon, dass aus meiner Sicht die Bedeutung einer sauber definierten und designten und gut geführten Marke in Zukunft noch weiter zunehmen wird“, sagt Städeli. Für Burger ist das „Renaming viel mehr als der Ausdruck eines erweiterten Leistungsspektrums – der Name Brand Relations transportiert unsere Haltung, Marken ganzheitlich zu denken und zu gestalten“, fasst sie zusammen. Dabei stehe der Begriff „Relations“ im Agenturnamen für die Beziehung und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kunden und Netzwerk, betont Städeli.

Die Aufstellung, die ein Dienstleistungsportfolio von der Analyse über die Strategieentwicklung und das Design bis hin zu Tools und Prozessen für die Markenbildung umfasst, hat seit dem Umbau bereits einige neue Auftraggeber überzeugt und neue Mitarbeiter wie unter anderem Senior Designer Reto Winkemann, Designer Timo Lorch und Senior Digital Designer Luca Böhl zur Agentur gelockt. Unter anderem dank des Neugeschäfts wird Wirz Brand Relations in diesem Jahr wohl ein Wachstum von rund 50 Prozent hinlegen – auch das ein Fakt, der die führenden Köpfe umso zufriedener stimmt, da das Vorjahr nicht ganz so gut gelaufen ist.

Aktuell läuft es dagegen rund, eine Medienmitteilung zu neuen Projekten folgt auf die andere: Mitte September hat die Agentur beispielsweise den neuen Spot für den Touring Club Schweiz (TCS) vorgestellt. Den Wandel von EBM zu Primeo Energie hat die Agentur mit der Entwicklung einer neuen Positionierung und Marke begleitet. Ende Juli legt Wirz Brand Relations das Ergebnis seiner Arbeit für die Bundeskanzlei vor, in deren Auftrag ein neues Gestaltungskonzept für das „Abstimmungsbüchlein“, also die Abstimmungserläuterungen des Bundesrats, entstanden ist, ein weiteres aktuelles Projekt ist der Neuauftritt des Universitätsspitals Zürich per Frühling 2019. Die Liste liesse sich mit Auftraggebernamen wie Abraxas, Maerki Baumann, Two Spice und Schweizer Vorlesetag fortsetzen.

Das Wachstum dürfte auch die Gruppe freuen, die insgesamt ebenfalls gut dasteht: So ist Wirz im Umsatz-Ranking Kommunikationsagenturen des Branchenverbands Leading Swiss Agencies 2017 von Platz 3 auf den 2. Rang vorgerückt. Die Gruppe hat im vergangenen Jahr 28,5 Millionen Schweizer Franken Umsatz erzielt und beschäftigt 170 Mitarbeiter, von denen 20 zu Wirz Brand Relations zählen.

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