Vier Pfoten

Bunte "Schafherde" an der Bahnhofstrasse gegen Mulesing

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© VIER PFOTEN / FOUR PAWS
Die ganze Woche hindurch sorgten in Zürich zehn von Schweizer Künstlerinnen und Künstlern bemalte Schaffiguren für grosse Augen. Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat mit dieser Aktion kreativ auf das Problem der grausamen Mulesing-Methode bei Merinolämmern aufmerksam gemacht.
Bei dieser schmerzvollen Praxis werden Lämmern in Australien grosse Hautfalten am Hinterteil abgeschnitten. Eine Umfrage dieses Jahres (Quelle: Integral) ergab, dass erst 17 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer die Bedeutung von Mulesing kennen. Die farbenfrohen Schaffiguren weckten viel Interesse bei Gross und Klein und konnten somit das Thema Mulesing breiter bekannt machen. Am letzten Tag der Aktion versammelte sich die "Herde" auch noch prominent an der Bahnhofstrasse.

Mulesing – eine tierquälerische und unnötige Prozedur

Merino-Wolle wird für verschiedenste Kleidungsstücke verwendet, ist saisonunabhängig und sehr beliebt. Über 75 Prozent der Wollexporte und sogar 90 Prozent der feinen Merino-Wolle, die für die globale Mode-Industrie verwendet werden, stammen aus Australien – weltweit das einzige Land, wo die Methode des Mulesing noch betrieben wird. Mulesing ist eine grausame Praxis, bei der Lämmern ohne Betäubung grosse Hautfalten am Hinterteil abgeschnitten werden, um sie vor einem möglichen Fliegenmadenbefall zu schützen. Diese qualvolle Praxis betrifft jährlich Millionen von Lämmern. Dabei gibt es dazu längst Alternativen, wie der Wechsel auf Schafzüchtungen, die weniger anfällig für Parasiten sind. 3‘000 australische Landwirte sind bereits umgestiegen und können so Merinowolle ohne Mulesing produzieren.

Manch einer blieb mit einem Schmunzeln ob den bunten Schaffiguren in Zürich stehen und wunderte sich. Zarte Schmetterlings-Zeichnungen, kunterbunte Abstraktionen oder ein pinkes Glitzerkleid: Sie alle machten farbenstark auf das Thema Mulesing aufmerksam und kamen beim Publikum sehr gut an. Die umgehängten Halsbänder informierten und klärten über Mulesing auf. Zusätzlich wurden Guetzli und Postkarten verteilt und nicht zuletzt tolle Gespräche geführt. 
© VIER PFOTEN / FOUR PAWS
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Zum Abschluss der Aktion konnten alle Schafe zusammen an der Bahnhofstrasse bei der Pestalozzianlage bestaunt und einige der kreativen Schöpfer angetroffen werden. Für die Kreationen zeigten sich verschiedene Schweizer Künstlerinnen und Künstler und der Kindergarten Widum verantwortlich, die sich auf Anfrage von VIER PFOTEN für das Tierwohl engagieren wollten."Wir setzen uns für eine verantwortungsvolle Beschaffung von Wolle ein. Im Rahmen unserer Kampagne konnten wir bereits viele Marken dazu bewegen, in Zukunft nur noch zertifiziert mulesing-freie Wolle für die eigene Mode zu verwenden. Denn nur strenge Zertifizierungsstandards können eine lückenlose Rückverfolgbarkeit garantieren und sicherstellen, dass die mulesing-freie Wolle auch tatsächlich mulesing-frei ist." so Yasmine Wenk, Campaignerin bei VIER PFOTEN.
Über VIER PFOTEN

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.



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