Video-Anzeigen

Silberstreifen am Werbehorizont

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Die Zahlen stammen aus Kanada aber so viel anders präsentiert sich die Werbelandschaft in der Schweiz nicht. Gemäss einer Prognose von eMarketer werden die Digital Video Anzeigeausgaben bis 2024 trotz sich abzeichnender Wirtschaftskrise steigen.
Digitales Video ist der einzige Silberstreifen am kanadischen Anzeigehorizont. Trotz der Pandemie werden die Ausgaben für Videoanzeigen in diesem Jahr um 3,6% auf 2,18 Mrd. CA $ (1,64 Mrd. USD) steigen. Das Wachstum von Video hat in den letzten fünf Jahren stark zugenommen und sich von 358,0 Mio. CA $ im Jahr 2015 mehr als versechsfacht.
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Soziale Medien, Branding und Absagen als Push-Faktor

Die Stärke des Formats Video beruht auf sozialen Medien, die jetzt etwa während der Quarantänemassnahmen mit Präventivbotschaften Menschen vor möglichen Ansteckungen bewahrt haben. Darüber hinaus erweist sich digitales Video als effektive Alternative bzw. Ergänzung zum Fernsehen für Branding-Bemühungen, die für Kampagnen, die darauf abzielen, in einer Zeit, in der Transaktionen teils nur eingeschränkt möglich sind, Ansehen aufzubauen, eine zunehmende Priorität haben. Die Ausgaben für digitale Videos könnten auch dadurch noch stärker steigen, da Werbegelder, die ursprünglich fürs Live-TV vorgesehen waren, aderswo eingesetzt werden. Die Fussball-Europmeisterschaften und die Olympischenspiele fanden nicht statt und für viele Marken waren beide Grossereignisse fix als Werbeplattformen eingeplant.

Instagram Stories-Videoanzeigen als Wendepunkt

Im Jahr 2020 wird Video erstmals die traditionellen Ausgaben für digitale Displays in Kanada übertreffen. Video macht nun 25,8% aller Ausgaben für digitale Werbung aus. In den letzten fünf Jahren hat Video alle anderen digitalen Formate im jährlichen Wachstum übertroffen.Es dauerte Jahre, bis sich der Aufstieg von Video in Kanada entwickelte. Trotz des starken YouTube-Publikums in Kanada und der starken Monetarisierung von In-Stream-Anzeigenblöcken auf der Plattform zeigen die eMarketer-Prognosen, dass Videos bis 2016 weniger als 10% der digitalen Ausgaben in Kanada ausmachten. Der Anteil von Videos stieg auf 22,8%, was auf die erheblich verbesserten Video-Platzierungen in sozialen Medien zurückzuführen ist. Instagram Stories-Videoanzeigen wurden 2017 in Kanada veröffentlicht und tragen zu einem offensichtlichen Wendepunkt für Outstream-Videos bei.
Videowerbung ist auf Mobilgeräten dank den sozialen Medien noch häufiger anzutreffen. Video wird im Jahr 2020 30,2% der gesamten mobilen Werbung ausmachen. Die Ausgaben für mobile Videos werden in diesem Jahr 1,95 Mrd. CA $ (1,47 Mrd. USD) erreichen und im nächsten Jahr um 8,5% steigen. Mobile wird im Jahr 2020 89,6% des Marktes für digitale Videos ausmachen. Und hier sind künftige Werbeausgaben auf TikTok wohl gar noch nicht berücksichtigt.
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Trotz des starken Wachstums in den letzten Jahren gab es in Kanada in der Vergangenheit einen Mangel an In-Stream-Video-Anzeigeninventar, insbesondere in programmatischen Kanälen. Traditionelle Verlage mit Spezialisierung auf Nachrichten und Fernsehen bevorzugen es, Premium-Anzeigenplatzierungen direkt in Videos oder auf privaten Marktplätzen zu verkaufen, auf denen eine begrenzte Anzahl von Käufern und Verkäufern Transaktionen durchführen kann.




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