Versandapotheken

Wieso für Doc Morris das Leben in Deutschland schwerer werden könnte

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Solche Werbung auf der Homepage in Deutschland könnte vielleicht bei der Schweizer Zur-Rose-Gruppe-Tochter Doc Morrris bald der Vergangenheit angehören
© Doc Morris / Screenshot
Solche Werbung auf der Homepage in Deutschland könnte vielleicht bei der Schweizer Zur-Rose-Gruppe-Tochter Doc Morrris bald der Vergangenheit angehören
Die deutsche Bundesregierung berät heute über das Apothekenstärkungsgesetz. Damit will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die heimischen Apotheken besser schützen. Unter anderem sollen ausländische Versandapotheken ihren deutschen, gesetzlich versicherten Kunden auf verschreibungspflichte Medikamente keine Rabatte mehr geben dürfen. Davon wäre direkt Doc Morris betroffen, niederländische Tochter der Schweizer Zur-Rose-Gruppe.
Jens Spahn hat eine Mission. Künftig sollen gesetzlich Versicherte immer den gleichen Preis für verschreibungspflichtige Arzneimittel zahlen – unabhängig davon, ob sie das Rezept bei der Apotheke um die Ecke einlösen oder bei einer Versandapotheke.


Für Versandhändler wie Doc Morris wäre das ein Problem. Bei der wohl bekanntesten Versandapothekenmarke in Deutschland und ihrer schweizerischen Muttergesellschaft, der Zur Rose Gruppe - Europas grösster E-Commerce-Apotheke und eine der führenden Ärztegrossistinnen in der Schweiz - wird man den Entschluss des Kabinetts heute mit Spannung erwarten. Und vor allem, ob der Bundestag anschliessend ein entsprechendes Gesetz verabschieden würde.

Gegen ein Rabattverbot, davon ist auszugehen, dürfte Doc Morris klagen. Es sieht seine Geschäfte bedroht. Jahrelang hatte das Unternehmen in den Markenaufbau und in Kundenbeziehungen investiert hat. Zumal unklar ist, ob so ein Gesetz mit EU-Recht zu vereinbaren ist. Der Europäische Gerichtshof hatte im Spätjahr 2016 Online-Apotheken aus dem EU-Ausland erlaubt, deutschen Kunden Rabatte einzuräumen. mir
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