Verband Schweizer Medien

Eigentlich ansprechende Argumente für Werbung in der Presse

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* ohne E-Paper Quellen: WEMF MACH Basic 2018-1; NET-Metrix Profile 2018-1
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* ohne E-Paper Quellen: WEMF MACH Basic 2018-1; NET-Metrix Profile 2018-1
Nachdem die Verleger bei der Leserschaftsforschung eigenmächtig die Auswertungsperiode verdoppelt und die Zahlen so gestreckt haben, gehen sie nun in die Werbeoffensive. Mit ansprechend gestalteten Grafiken versuchen sie nun, bei Werbeauftraggebern und Agenturen wieder Boden gut zu machen.
"Suchen Sie ein Medium um die Jungen zu erreichen? Über 50 Prozent der 14- bis 34-Jährigen nehmen täglich eine gedruckte Zeitung zur Hand."
* ohne E-Paper Quelle: WEMF Total Audience 2018-1
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* ohne E-Paper Quelle: WEMF Total Audience 2018-1
Werbung in der Presse stört nicht, sie informiert und verkauft: 68 Prozent der Haushaltführenden informieren sich in Zeitungen vor dem Einkauf.
Haushaltsführende; Schweizer Bevölkerung ab 14 Jahre Quelle: WEMF MACH Consumer 2017
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Haushaltsführende; Schweizer Bevölkerung ab 14 Jahre Quelle: WEMF MACH Consumer 2017
"Wo orientieren sich Schweizerinnen und Schweizer zu politischen Themen? Zeitungen sind die Nummer 1 für die Meinungsbildung vor Abstimmungen."
Quelle: Milic et al. (2018). VOTO-Studie zur eidgenössischen Volksabstimmung vom 10. Juni 2018. ZDA / FORS / LINK: Aarau / Lausanne / Luzern
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Quelle: Milic et al. (2018). VOTO-Studie zur eidgenössischen Volksabstimmung vom 10. Juni 2018. ZDA / FORS / LINK: Aarau / Lausanne / Luzern
"Brand Safety? Kein Problem. Die Schweizer Presse bietet ein qualitativ hochstehendes publizistisches Umfeld ohne Fake-News-Gefahr."
* Mo–Sa Quellen: Mediapulse / SRG SSR / WEMF Time Use Study 2015 / 2016
* Mo–Sa Quellen: Mediapulse / SRG SSR / WEMF Time Use Study 2015 / 2016
Das alles sind Aussagen aus der neuen Gattungsmarketing-Kampagne für Werbung in der Presse, die der Verband Schweizer Medien (VSM) heute lanciert hat. Zusammen mit der WEMF AG für Werbemedienforschung (Print, Total Audience), Publicom AG (Medienmarken- und nutzung), Tamedia AG und dem FORS in Lausanne (Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften) zeigt der VSM den Werbeauftraggebern und Agenturen Argumente und Fakten für den Einsatz von Printmedien (gedruckter und digitaler Ausgabe) sprechen – prägnant formuliert und ansprechend gestaltet.
Quelle: Tamedia Pro Print Studie 2017
Quelle: Tamedia Pro Print Studie 2017
Nur in einem Punkt greift der VSM etwas daneben, nämlich wenn er schreibt: "Vertrauenswürdige Leistungsdaten? Kein Problem. Die WEMF stellt der Werbewirtschaft Studien mit Informationen zur Verfügung, die weit über die eigene Gattung hinaus Planungshilfen bieten." Das passt nicht in die aktuelle Situation rund um die "Manipulationen" an der MACH Basic 2018-2.
Kommentar
Selbstverständlich betreibt die Wemf eine vertrauenswürdige Forschung, ihre Zahlen sind glaubwürdig. Hier soll nichts Anderes suggeriert werden. Aber wenn die Verleger von ihrer Forschungsorganisation in einer Nacht- und Nebel-Aktion verlangen, die Auswertungsperiode auf zwei Jahre zu verdoppeln und die neusten Leserzahlen der Studie MACH Basic 2018-2 auf diese Art zu strecken und zu verfälschen, wenn sie von der Wemf verlangen, die Marktpartner im eigenen Verwaltungstrat nicht zu informieren und vor vollendete Tatsachen zu stellen, dann geht eben Vertrauen verloren. Dieses kann auch durch noch so ansprechendes Gattungsmarketing nicht wirklich wett gemacht werden. Daran ändert auch die kürzlich erfolgte Entschuldigung des Wemf-VR-Präsidenten nichts: Die veränderten Zahlen wurde nicht zurückgezogen und die "richtigen" nicht publiziert. Das mit den "Vertrauenswürdige Leistungsdaten" hätte der VSM deshalb besser weggelassen.


Nebenbei: Die VSM-Argumente basieren auf nicht mehr ganz aktuellen Zahlen, beispielsweise auf der Total Audience 2018-1 (vom Frühjahr 2018). Natürlich weil die Aufbereitung der Argumente und Garfiken Zeit benötigte, da wäre es nicht möglich gewesen, die aktuellsten Herbst-Zahlen beizuziehen. Aber es wirkt halt so, als trauten selbst die Verleger ihren aktuellen Manipulationen nicht ganz über den Weg.

Markus Knöpfli

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