Unlautere Werbung

Zahl der Beschwerden hat abgenommen

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Die Lauterkeitskommission hat getagt
zVg.
Die Lauterkeitskommission hat getagt
Insgesamt 63 Beanstandungenn sind im vergangenen Jahr bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) eingetroffen. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 2017, als 82 Verfahren zu bearbeiten waren. Knapp die Hälfte der 63 Beschwerden wurde ab­gewiesen.

Über die Gründe für den Rückgang kann das Selbstkontrollorgan der Kommunikationsbranche nur spekulieren. Er könnte laut SLK damit zusammenhängen, dass 2018 domi­nante Themen wie Verstösse gegen den Stopp-Werbung-Kleber, aggressives Telefonmarketing oder Tabakwerbung fehlten, die in den Vorjahren viele Beschwerden ausgelöst hatten. Anderseits sind bei der SLK ungefähr gleich viele Anrufe oder E-Mails mit Beanstandungen zu Werbemassnahmen eingegangen und sogar mehr Vorverfahren eröffnet worden als im Vorjahr. Deutlich gesunken sei offenbar die Bereit­schaft, das Beschwerdeformular auszufüllen und einzusenden.



Der SLK zufolge hat der Medienkanal Internet mit 40 Prozent die meisten Beschwerden provoziert hat - doppelt so viele wie das Direct Marketing und alle anderen Medien, auf die mit Ausnahme der Printwerbung (zwölf Prozent) jeweils weniger als zehn Prozent der Beschwerden entfielen. Ebenso klar war die Verteilung bei den Tatbeständen: Geschlechterdiskriminierung war in knapp 37 Prozent der Fälle Grund für die Beschwerden. In Bezug auf die Gesetzesgrundlage betraf der häufigste Beschwerdegrund mit annähernd 43 Prozent Art. 3 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb UWG. Demnach handelt unlauter, wer "über sich, seine Firma, seine Geschäftsbezeichnung, seine Waren, Werke oder Leistungen, deren Preise, die vorrätige Menge, die Art der Verkaufsveranstaltung oder über seine Ge­schäftsverhältnisse unrichtige oder irreführende  Angaben macht oder in entsprechender Weise Dritte im Wettbewerb begünstigt…"

Aus Sicht der betroffenen Branchen standen mit knapp 13 Prozent am meisten Beschwerden im Zusam­men­hang mit der Werbung im Bereich "Freizeit, Touristik, Hotel + Restaurant", dicht gefolgt von "Lebens­mittel, Getränke" mit knapp zwölf Prozent sowie "Haus, Garten" und "Dienstleistungen, Administration" mit jeweils etwa zehn Prozent der Fälle. Knapp eine von zehn Beschwerden war eine sogenannte Konkurrenz­beschwerde eines Unternehmens gegen einen Mitbewerber. Die drei Kammern haben dabei in 40 Prozent der Fälle die Beschwerde gutgeheissen, knapp 50 Prozent abgelehnt und sind auf gut 10 Prozent gar nicht erst eingetreten.


Der Tätigkeitsbericht der SLK kann auf ihrer Website faire-werbung.ch kostenlos heruntergeladen werden.

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