Unlautere Werbung

Proteste gegen Influencer-Werbung haben Konjunktur

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Die Lauterkeitskommission hat getagt
zVg.
Die Lauterkeitskommission hat getagt
Die drei Kammern der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) mussten im vergangenen Jahr insgesamt 97 Beschwerden gegen Werbeverstöße beurteilen. Das ist der höchste Stand seit 2013.
Laut Tätigkeitsbericht 2019 haben die Kammern knapp die Hälfte der Beschwerden gutgeheißen, 36 Prozent abgewie­sen und sind auf 14 Prozent nicht eingegangen. Gerade einmal knapp zwölf Prozent aller Beschwerden betrafen Gesetze und Richtlinien wie das Marken- oder Wappenschutzgesetz, die Preisbekanntgabeverordnung (PBV) oder den Codex der Internationalen Handelskammer (ICC) für die Marketingkommunikation. Alle anderen Entscheide der SLK stützten sich auf das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).


Was die Tatbestände betrifft, so zeigt sich nach Angaben der SLK über das langjährige Mittel, dass meist die beiden gleichen Grundsätze am häufigsten betroffen sind: "Geschlechterdiskriminierende kommerzielle Kommunikation" und "Aggressive Verkaufs-und Werbemethoden im Fernabsatz". Das war auch 2019 der Fall mit 22,5 Prozent und 12,4 Prozent aller Anzeigen.

Nicht zufällig sind gemäß SLK Beschwerden nach Grundsatz Nr. B.15 mit 19,1 Prozent aller Fälle zu den beiden Spitzenreitern gestossen: Dieser verlangt, dass kommer­zielle Kommunikation "gleichgültig, in welcher Form sie erscheint oder welches Medium sie benutzt", von den Durchschnitts­konsumenten auf einen Blick als solche erkannt wird. Grund für die Zunahme der Anzeigen nach Grundsatz Nr. B.15 sind zahlreiche Beschwerden der Stif­tung für Konsumentenschutz (SKS) gegen prominente Schweizer Influencer. Sie hät­ten in ihren jeweiligen Instagram-Posts zu wenig deutlich oder gar nicht darauf hingewiesen, dass sie aus primär kommerziellen Gründen gepostet worden sind. Die beträchtliche Anzahl solcher Beschwer­den hat mit dazu beigetragen, dass das Internet unter den betroffenen Medienkanälen mit 37,3 Prozent aller Fälle klar vorn liegt.

Nach dem Internet zogen Direktmarketing und Außenwerbung die meisten Beschwerden auf sich. Auf der anderen Seite ist die Anzahl Beschwerden gegen Printkampagnen in den letzten drei Jahren massiv von rund 17 auf gut sieben Prozent zurückgegangen.


Der Tätigkeitsbericht ist auf der SLK-Website faire-werbung.ch kostenlos downloadbar.
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