TX Group

Umsatz gestiegen, Ertragskraft gesunken

   Artikel anhören
Das Logo der neuen TX Group wurde in Zusammenarbeit mit der Zürcher Agentur Made Identity erarbeitet
© Tamedia
Das Logo der neuen TX Group wurde in Zusammenarbeit mit der Zürcher Agentur Made Identity erarbeitet
Wegen Übernahmen konnte der Medienkonzern den Umsatz im 2019 um 6.8 Prozent oder 68.9 Millionen Franken steigern. Gleichzeitig sank das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT um 46 Prozent. Verantwortlich dafür seien Investitionen, Abschreibungen sowie die Rückläufige Printwerbung.
Die TX Group befindet sich wie alle Medienunternehmen in einer Zeit des ganz grossen Umbruchs und es ist immer deutlicher absehbar, dass die wirklich grossen Herausforderungen bevorstehen. Ein Ereignis von der Dimension des Coronavirus, mit den ganz grossen Volkswirtschaften, die dicht machen, mit Folgen für die Exportnation Schweiz und all ihren Wirtschaftszweigen, kommt von daher zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. In einem solchen Moment wie am heutigen 10. März 2020 ist der Blick auf die hier vorliegenden Ergebnisse besonders mit der Frage verbunden, wie gut die TX Group für noch weit turbulentere Zeiten als bisher gerüstet ist. Es folgen die Ergebnisse gemäss Medienmitteilung.

Steigender Betriebsertrag bei sinkendem Betriebsergebnis

Der Betriebsertrag der TX Group stieg 2019 akquisitionsbedingt auf 1 079.5 Millionen Franken (6.8 Prozent). Hingegen reduzierte sich das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) um -4,4 Prozent auf 196.8 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Effekten aus Unternehmenszusammenschlüssen sank auf 155.2 Millionen Franken (-13.5 Prozent), während das EBIT 70.4 Millionen (-46.5 Prozent) beträgt. Gezielte Investitionen in die Weiterentwicklung der digitalen Marktplätze sowie in die digitale Transformation der Bezahlmedien prägten das operative Ergebnis. Dieses wurde ausserdem durch den rückläufigen Printwerbemarkt sowie durch höhere Wertminderungen und Abschreibungen auf Unternehmenszusammenschlüssen belastet. In der Folge sank das Ergebnis auf 97.8 Millionen Franken (-24.5 Prozent). Aufgrund der aktuellen Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung und zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Gäste wird auf eine vor Ort durchgeführte Bilanz- und Analystenkonferenz verzichtet. An deren Stelle werden heute Telefonkonferenzen angeboten.

Aktivitäten, die hinter dem steigennden Betriebsertrag stecken

Der Betriebsertrag der TX Group stieg um 6.8 Prozent oder 68.9 Millionen Franken auf 1 079.5 Millionen Franken. Die Zunahme des Betriebsertrages ist auf Änderungen im Konsolidierungskreis zurückzuführen, insbesondere auf die Akquisition von Zattoo Group im Jahr 2019 und die früheren Akquisitionen von Basler Zeitung AG, Goldbach Group und Neo Advertising SA, deren Umsatz 2019 erstmals ganzjährig konsolidiert wird. Das Wachstum übersteigt die strukturell bedingt rückläufigen Betriebserträge im traditionellen Verlagsgeschäft.

Vorkomnisse, die den Rückgang der Ertragskraft verursachten

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) sank um 9.1 Millionen Franken oder 4.4 Prozent auf 196.8 Millionen Franken. Die EBITDA-Marge sank damit von 20.4 Prozent im Vorjahr auf 18.2 Prozent. Grund für diesen Rückgang waren gezielte Investitionen in die Weiterentwicklung der digitalen Rubrikenplattformen und Marktplätze.

Erfreuliche Entwicklung der Rubrikenplattformen und Marktplätzen

Diese Investitionen mündeten in einer Verbesserung der operativen Leistungskennzahlen. So nahmen die Transaktionen von Privatpersonen auf Ricardo durchschnittlich um 8 Prozent zu und die Stellenplattformen von JobCloud erfreuten sich über eine deutliche Zunahme von 36 Prozent an Sessions. Bei Homegate erhöhte sich die Anzahl durchschnittlich gelisteter Objekte um 19 Prozent, während die Steigerung bei der Kleinanzeigenplattform Tutti 17 Prozent betrug. Die Terminfindungsplattform Doodle führte im Berichtsjahr eine Businesslösung ein und konnte damit bereits rund fünfzig Kunden weltweit gewinnen.

Ungenügende Steigerung digitler Abonnements

Die digitale Transformation der Bezahlmedien wurde weiter vorangetrieben. Beispiele dafür sind neu eingeführte Audio- und Videoformate, ein grundlegend modernisierter Webauftritt und der vereinfachte Kaufprozess auf den digitalen Newsplattformen. Positiv entwickelte sich in der Folge auch die Anzahl digitaler Abonnements, die eine allerings noch ungenügende Steigerung von 19 Prozent verzeichneten. Insgesamt trug das digitale Angebot der TX Group im Berichtsjahr der Hälfte des Umsatzes und rund vier Fünftel des Ergebnisses bei.

EBIT mit einem Minus von 46.5 Porzent - wegen Abschreibungen und "Goodwill"

Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um 46.5 Prozent oder 61.2 Millionen Franken und beträgt 70.4 Millionen Franken. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind höhere Abschreibungen, Abschreibungen aus Unternehmenszusammenschlüssen sowie die Erfassung von Wertminderungen auf Goodwill im Bereich der Bezahlmedien. Die laufenden Abschreibungen verzeichnen im Vorjahresvergleich eine Zunahme um 15.2 Millionen Franken auf 41.5 Millionen Franken, davon entfielen 12.1 Millionen Franken auf die erstmals berücksichtigten Abschreibungen der unter IFRS 16 aktivierten Nutzungsrechte.
© TX Group

Zukäufe - Basler Zeitung (2018), Goldbach, Neo Advertising und Zattoo - als Treiber für Abschreibungen

Die Zunahme der Abschreibungen aus Unternehmenszusammenschlüssen um 14.5 Millionen Franken auf 60.1 Millionen Franken ist insbesondere auf die erstmalige ganzjährige Berücksichtigung der 2018 erworbenen Basler Zeitung AG, Goldbach Group und Neo Advertising SA sowie auf die 2019 erworbene Zattoo Group zurückzuführen. Aufgrund der jährlichen Überprüfung des Goodwills wurden im Bereich der Bezahlmedien per 31. Dezember 2019 Wertminderungen auf Goodwill in Höhe von 24.7 Millionen Franken erfasst, während die Wertminderungen insgesamt im Vorjahr bei 2.3 Millionen Franken lagen. Die EBIT-Marge sank von 13.0 Prozent im Vorjahr auf neu 6.5 Prozent. Das Ergebnis 2019 liegt mit 97.8 Millionen Franken um 24.5 Prozent oder 31.8 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert von 129.5 Millionen Franken.
Tamedia-CEO Christoph Tonini
Markus Knöpfli, © knö.
Tamedia-CEO Christoph Tonini

Das sagt CEO Christoph Tonini über das TX Group Geschäftsjahr 2019

"Bereits bestehende Tendenzen im Werbemarkt hin zu den GAFAs (Google, Amazon, Facebook und Apple) beschleunigen sich, neue, internationale Konkurrenten finden ihren Weg in den Schweizer Markt und die Weiterentwicklung technischer Möglichkeiten erhöhen das Risiko von Disruptionen. In diesem Umfeld treiben wir die technische Weiterentwicklung unserer Newsplattformen sowie der digitalen Marktplätze deutlich voran. Die hohen personellen und technologischen Investitionen sowie der rückläufige Werbemarkt führten im Vorjahresvergleich zu einem deutlich tieferen Ergebnis".


Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats