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Medienkonzern beantragt Kurzarbeit

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TX Group beantragt Kurzarbeit
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TX Group beantragt Kurzarbeit
Die Coronakrise erfasst immer stärker die Medien in der Schweiz. Die TX Group will für alle vier Geschäftsteile so schnell wie möglich Kurzarbeit beantragen. Das erklärt das Unternehmen am Freitag. Es dürfte nicht das einzige Haus in der Branche bleiben.
In der Schweiz infiziert das Coronavirus immer stärker die Wirtschaft. Das bekommen nach der Event- und Livekommuniksationsszene zunehmend die Medienhäuser zu spüren. Jetzt beantragt die TX Group Kurzarbeit. Einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte das Unternehmen am frühen Abend gegenüber HORIZONT Swiss. Mit der Massnahme soll langfristig die Geschäfte des Konzerns gesichert werden. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise sind enorm und werden weiter zunehmen", erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage.


Was das konkret bedeutet, verdeutlich ein internes Memo an die Mitarbeitenden der Bezahlmedien, aus dem Reuters zitiert und dessen Inhalt bei der TX Group bestätigt wird: "Allein der Werbeumsatz werde bis Ende des Jahres um einen mittleren zweistelligen Millionenbereich einbrechen und könne durch die gute Entwicklung im digitalen Nutzermarkt nicht annähernd kompensiert werden", sagen darin die Co-Bereichsleiter Marco Boselli und Andreas Schaffner. Immerhin: Das Unternehmen werde den Kollegen, die von Kurzarbeit betroffen sind, mindestens 90 Prozent des Bruttolohnes zahlen.

Zuletzt hatte die TX Group 2019 mit ihren 3700 Mitarbeitenden einen Umsatz von 1,08 Milliarden Schweizer Franken und einen Ebitda von 197 Millionen Franken erzielt. Insgesamt steuern alle digitalen Angebote der Gruppe 84 Prozent zum adjustierten EBIT bei.


Und die TX Group dürfte auf Sicht keine Ausnahme bleiben. "Jedes Medienunternehmen, dessen Geschäftsmodell zumindest zum Teil von Werbeeinnahmen abhängt, spürt die Krise und wird Kurzarbeit prüfen", sagt ein Branchenkenne. Und so prüft etwa auch CH Media derzeit diese Option, ist aus dem Haus zu hören. Mit einem noch offenen Ausgang.


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