"Temps Présent" auf RTS

Das älteste Hintergrundmagazin der Schweiz wird 50

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Die Sendung "Temps Présent" von Radio Télévision Suisse (RTS) feiert Geburtstag – die Informationssendung ist seit 50 Jahren zur Hauptsendezeit im Programm des französischsprachigen Fernsehens und ist somit das älteste Hintergrundmagazin der Schweiz.
Seit 1969 berichtet das Aushängeschild von RTS (vergleichbar mit der "Rundschau" von SRF) über Ereignisse, die die Welt bewegen: mehr als 3000 Reportagen aus dem In- und Ausland wurden seit den Anfängen gesendet. 50 Jahre voller Begegnungen, Enthüllungen und Emotionen. 50 Jahre kritisches, einfühlsames Hinterfragen von Gesellschaft und Mensch. In Europa ist das Informationsformat von RTS damit, knapp hinter "Panorama" der BBC, das 1953 auf Sendung ging, das langlebigste Hintergrundmagazin.


Nach wie vor bringt "Temps Présent" jeden Donnerstag um acht Uhr abends die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Romandie dazu, den Fernseher einzuschalten. Das Magazin sei seinen Werten seit der Gründung immer treu geblieben, so der Produzent Jean-Philippe Ceppi. "Der Auftrag von Temps Présent verpflichtet uns zu einem kritischen, unabhängigen Journalismus", erklärt Ceppi. "Wir dürfen nie davor zurückschrecken, auch unangenehme Fragen zu stellen."
Die beiden «Temps Présent»-Produzenten Jérôme Porte und Jean-Philippe Ceppi zusammen mit Roxane Grey (v.l.), welche für die Jubiläums-Aktivitäten verantwortlich zeichnen.
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Die beiden «Temps Présent»-Produzenten Jérôme Porte und Jean-Philippe Ceppi zusammen mit Roxane Grey (v.l.), welche für die Jubiläums-Aktivitäten verantwortlich zeichnen.
Die Sendung, die bereits mit etlichen Preisen ausgezeichnet wurde, ist auch international für die Qualität ihres investigativen Journalismus rund um gesellschaftspolitisch relevante Themen bekannt.

Junge kommen zum Zug und Zeitzeugen von anno dazumal zu Wort

Um das Jubiläum zu feiern, lässt "Temps Présent" mit einer Webdoku den Nachwuchs sprechen. Die Studierenden der "Académie du journalisme et des médias" der Uni Neuenburg (UNINE) und der Uni Lausanne (UNIL) haben sich dabei zum Ziel gesetzt, die Geschichte der Sendung interaktiv zu erzählen. Die digitale Monografie umfasst Interviews mit den Sendungsmachern, Sendungsmitschnitte, Blogs, Fotos, Podcasts, Animationen und Auswertungen von Metadaten. Roxane Grey, Doktorandin der Geschichte, leitet das Projekt für die Uni Lausanne. Sie erklärt: "Wir wollten den Fokus auf die Entwicklung der Sendung legen und dabei sowohl die professionellen wie auch die gesellschaftlichen Herausforderungen erforschen. Dabei soll anhand der Sendung auch die Entwicklung der Schweizer Gesellschaft aufgezeigt werden." Die Studierenden erhielten bei ihrer Arbeit Unterstützung von den Experten von RTS und den Dozierenden der beiden Hochschulen.
Ein "Temps Présent"-Team im Einsatz in China zur Zeit von Mao Zedong.
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Ein "Temps Présent"-Team im Einsatz in China zur Zeit von Mao Zedong.
Zusätzlich zur Webdoku, die am am 11. April hier aufgeschaltet werden wird, befassen sich diverse Reportagen mit der Entwicklung der Westschweizer Gesellschaft. Behandelt werden dabei Themen wie: prekäre Arbeitsverhältnisse, Kaufkraft, junge Erwerbstätige, Migration und Coming-out. Die Inhalte werden dem Publikum mit Archivmaterial und Erfahrungsberichten von heutigen und damaligen Zeitzeugen aufgezeigt. Dabei kommen erneut auch Menschen, die bereits vor 50 Jahren interviewt wurden, zu Wort.

Den Auftakt der Feierlichkeiten macht eine Sondersendung am Donnerstag, 18. April 2019, um 20.10 Uhr auf RTS Un.
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