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Im 1. Halbjahr 2019 weitere 18 Millionen Franken Printwerbung eingebüsst - und digital nicht kompensiert

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© Raisa Durandi
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Der Betriebsertrag von Tamedia stieg im ersten Halbjahr 2019 auf 524.1 Millionen Franken (9.8 Prozent). Das Betriebsergebnis vor Effekten aus Unternehmenszusammenschlüssen sank leicht auf 71.1 Millionen Franken (-2.3 %), während das EBIT neu 41.0 Millionen (-22.3 %) beträgt. Der starke Rückgang des EBIT ist auf den rückläufigen Printwerbemarkt, höhere Abschreibungen aus Unternehmenszusammenschlüssen sowie Investitionen in den Ausbau der Marktplätze und in die digitale Transformation der Bezahlmedien zurückzuführen. Das Ergebnis stieg insbesondere aufgrund eines Veräusserungsgewinns auf 53.6 Millionen Franken (34.3 %).

Tamedia erzielte im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatz von 524.1 Millionen Franken (Vorjahr 477.5 Mio. CHF). Der Umsatzanstieg von knapp 10 Prozent ist vor allem auf die erstmalige Berücksichtigung der Goldbach Group und der Zattoo Group zurückzuführen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 7.2 Prozent und erreichte 91.5 Millionen Franken (Vorjahr 85.4 Mio. CHF). Dieser Anstieg ist wesentlich auf die Einführung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 +Leasingverhältnisse+ zurückzuführen. Das Ergebnis vor Effekten aus Unternehmenszusammenschlüssen sank leicht um 2.3 Prozent auf 71.1 Millionen Franken (Vorjahr 72.7 Mio. CHF). Aufgrund der Abschreibungen aus Unternehmenszusammenschlüssen – die um 50.7 Prozent angestiegen sind und aus den Übernahmen der Goldbach Group und Zattoo Group sowie Neo Advertising und Basler Zeitung resultieren – sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 22.3 Prozent auf 41.0 Millionen Franken (Vorjahr 52.7 Mio. CHF).



Christoph Tonini, Vorsitzender der Unternehmensleitung von Tamedia: "Im Vergleich zum Vorjahr haben wir rund 18 Millionen Franken im Printwerbemarkt verloren, die digital nicht kompensiert werden konnten. Auch unsere erfolgreichen digitalen Marktplätze spüren die Konkurrenz von internationalen Anbietern. Um einer möglichen Disruption zuvorzukommen, haben wir deutlich in den Ausbau von Personal und IT unserer Digitalplattformen investiert. Zusammen mit den Investitionen in unsere Bezahlmedien drücken diese Effekte in Summe aufs operative Ergebnis – ich bin jedoch überzeugt, dass diese Investitionen langfristig gewinnbringend sein werden."

Bezahlmedien: Printwerbemarkt verliert über 10 Prozent

Der Betriebsertrag des Geschäftsfeldes Bezahlmedien, das alle bezahlten Tages- und Wochenzeitungen sowie Zeitschriften und Druckzentren umfasst, sank und erreichte 276.1 Millionen Franken (Vorjahr 290.1 Mio. CHF). Die weiterhin rückläufigen Printwerbeerlöse sind der wesentliche Treiber dieser Entwicklung. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) des Geschäftsfeldes Bezahlmedien ging von 22.5 Millionen Franken auf 17.6 Millionen Franken zurück. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 6.4 Prozent (Vorjahr 7.7 %). In der Folge sank auch das Betriebsergebnis vor Effekten aus Unternehmenszusammenschlüssen von 14.4 Millionen Franken auf 7.2 Millionen Franken. Das Ergebnis auf Stufe EBIT erreicht 2.2 Millionen Franken (Vorjahr 10.1 Mio. CHF). Die EBIT-Marge liegt noch bei 0.8 Prozent.

Pendlermedien und Vermarktung: Erstmals mit Goldbach für die ganze Berichtsperiode

Das Geschäftsfeld Pendlermedien und Vermarktung umfasst zusätzlich zum Medienverbund 20 Minuten die Beteiligungen an L’essentiel, Heute / heute.at und Metroxpress / BT sowie die Werbevermarkterin Goldbach und die im Out-of-Home-Bereich tätige Firma Neo Advertising. Im Vorjahresvergleich weist das Segment Pendlermedien und Vermarktung mit 141.8 Millionen Franken einen um 51.4 Prozent höheren Betriebsertrag aus. Der höhere Betriebsertrag ist vor allem auf die Übernahme von Goldbach zurückzuführen. In der Folge stieg das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) auf 32.5 Millionen Franken (Vorjahr 13.8 Mio. CHF). Die EBITDA-Marge liegt neu bei 22.9 Prozent (Vorjahr 14.8 Prozent).

Das Betriebsergebnis vor Effekten aus Unternehmenszusammenschlüssen erreichte 27.8 Millionen Franken (Vorjahr 12.6 Mio. CHF). Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg von 11.1 Millionen Franken auf 17.9 Mio. CHF. Die EBIT-Marge kommt auf 12.6 Prozent zu liegen (Vorjahr 11.8 Prozent).

Marktplätze und Beteiligungen: Der Umsatz wächst – Investitionen belasten das Ergebnis

Das Geschäftsfeld Marktplätze und Beteiligungen, das sämtliche nicht-publizistischen digitalen Angebote umfasst, erreicht einen Betriebsertrag von 137.0 Millionen Franken. Dies entspricht einer Steigerung von 9.7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist auf organisches Wachstum sowie auf die Übernahme der Zattoo Group zurückzuführen. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) des Geschäftsfeldes Marktplätze und Beteiligungen sank auf 42.1 Millionen Franken (Vorjahr 53.2 Mio. CHF) an. Die Gründe für diesen Rückgang sind unter anderem ein höherer Betriebsaufwand aufgrund der Übernahme der Zattoo Group, die Lancierung der Autoplattform carforyou.ch sowie Investitionen in zusätzliches Personal für die Weiterentwicklung der Digitalplattformen. Die EBITDA-Marge beträgt in der Folge 30.7 Prozent (Vorjahr 42.6 %). Das Betriebsergebnis vor Effekten aus Unternehmenszusammenschlüssen beträgt 36.8 Millionen Franken (Vorjahr 49.8 Mio. CHF). Das Betriebsergebnis (EBIT) erreicht 21.6 Millionen Franken (Vorjahr 35.6 Mio. CHF). Dies entspricht einer EBIT-Marge von 15.7 Prozent (Vorjahr 28.5 %).


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