Tamedia

heute.at trumpft mit starken Wachstumsraten auf

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Das "Heute"-Cover vom letzten Freitag.
MArkus Knöpfli, © knö
Das "Heute"-Cover vom letzten Freitag.
Noch ist es zu früh zum Jubeln, doch schon bald könnte es so weit sein: Wächst heute.at, das Portal der österreichischen Gratiszeitung "Heute", punkto Zugriffe weiter so wie bisher, dann könnte es das Konkurrenzportal oe24.at der andern grossen Gratiszeitung "Österreich" schon bald ein- und überholen.

"Österreich - Nächstes Ziel: Digitale Reichweite von heute.at erweitern." Diese Bemerkung stand in der Tamedia-Präsentation 2017 zur Bilanzmedienkonferenz des Konzerns.

Ausschnitt aus der Tamedia-Präsentation 2017
© zvg
Ausschnitt aus der Tamedia-Präsentation 2017
Nun hat das Gratisblatt "Heute", dessen Onlineaktivitäten unter der Leitung von Tamedia-Manager Marcel Kohler stehen, letzte Woche in einem Eigeninserat seine neuesten Zahlen zu den Online-Zugriffen veröffentlich. Allerdings bloss auf der Ebene Visits und Unique Clients, die die Österreichische Webanalyse (ÖWA) monatlich publiziert.
Mit diesen Online-Zahlen trumpft "Heute" aktuell auf.
Markus Knöpfli, © knö
Mit diesen Online-Zahlen trumpft "Heute" aktuell auf.
Demnach verzeichnete heute.at im Juni 3,004 Millionen Unique Clients, 60,4 Prozent mehr als im Juni vor einem Jahr. Bei den Besuchen kommt das Portal derzeit auf knapp 11,3 Millionen Visits, 95,5 Prozent mehr als im Juni 2017. "Heute.at ist das am stärksten wachsende Online-Nachrichtenportal Österreichs", triumphierte das Blatt im Inserat, auf dem in Grafiken die Zuwachsraten weiterer Newsportale angegeben waren. Jene der andern grossen Gratiszeitung "Österreich" wurden dagegen nicht publiziert – weil "keine Vergleichsdaten vorhanden" seien.

Tatsächlich hat sich "Osterreich" nicht über alle 13 vergangene Monate von der ÖAW ausweisen lassen. insofern stimmt die Aussage. So gibt es vom Juni 17 keine Zahlen für das Konkurrenzblatt - und folglich lässt sich für die gewählte Periode (Juni 17 bis Juni 18) auch kein Vergleich in Sachen Zuwachsrate anstellen.

Aber bei den aktuellen Unique Clients und Visits ist ein direkter Vergleich sehr wohl möglich: oe24.at kam im Juni 18 nämlich auf 3.68 Millionen UC, also rund 400.000 mehr als heute.at. Und bei den Visits sind es 12,822 Millionen. Die Verweildauer ist bei oe24.at mit durchschnittlich 3 Minuten nur wenig länger als bei heute.at (2'57").

Alle drei Paramater waren aber bei oe24.at auch schon wesentlich höher: So kam das Portal beispielsweise im Oktober 17 auf über 15 Millionen Visits, 4.29 Millionen UC und fast 3,5 Minuten Verweildauer.

Beim Mobilangebot unterscheiden sich die Zugriffszahlen wie folgt: oe24.at kommt auf 3,36 Millionen UC und 13,45 Millionen Visits, während heute.at bloss gut die Hälfte vorweisen kann (1.93 Millionen UC und 7.67 Millionen Visits).

Eine Bemerkung sei hier aber erlaubt: Sollte es Tamedia gelingen, die Zugriffsraten bei heute.at weiter hochzuschrauben, wäre dies nicht wirklich ein Beweis für qualitiativ guten Journalismus. So kommt heute.at boulevardesker daher als "Österreich" und liefert inhaltlich auch weniger als das Konkurrenzblatt – und beide Titel liegen niveaumässig deutlich hinter Ringiers "Blick am Abend". Sie machen zudem nur schon punkto Papier, Druckqualität und Layout einen eher schmudeligen Eindruck. Kurz: Zwischen Tamedias "20 Minuten" und "Heute" liegen Welten.

Tamedia hat im Sommer 2016 25,5 Prozent der Geschäftsanteile der Ultimate Media GmbH (AHVV Verlags GmbH) übernommen, die die Gratiszeitung "Heute" herausgibt. Die Mehrheit am Heute Verlag ist wieterhin bei den Stiftungen Periodika und Pluto, die zusammen 74,5 Prozent halten. Geleitet wird der Verlag von Eva Dichand und Wolfgang Jansky. Gleichzeitig übernahm Tamedia aber auch 51 Prozent an der DJ Digitale Medien GmbH, welche alle digitalen Angebote von heute.at umfasst. Hier stellt der Konzern wie erwähnt mit Marcel Kohler, bei Tamedia Leiter Werbung & Pendlermedien, den Geschäftsleiter. knö

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