Tamedia-Bilanz

Verlagshaus verzeichnet Gewinnrückgang

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen sank um 16 Prozent auf 206 Mio. CHF
© Präentation des Tamedia-Geschäftsberichts 2018
Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen sank um 16 Prozent auf 206 Mio. CHF
Die Schweizer Mediengruppe hat im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis von 131,6 Millionen CHF erzielt. Das ist ein Minus von 49,1 Millionen CHF gegenüber dem Vorjahr (minus 27,2 Prozent).

Tamedia begründet die Entwicklung mit einem stark rückläufigen Print-Werbemarkt, einem um 28,3 Millionen CHF höheren Aufwand für Vorsorgeverpflichtungen und einer Wertberichtigung infolge des Publicitas-Konkurses in Höhe von sechs Millionen CHF.



Dem Gewinneinbruch steht ein Umsatzwachstum gegenüber. Das Unternehmen hat es im vergangenen Jahr auf insgesamt 1,011 Milliarden CHF gebracht, ein Plus gegenüber 2017 von 3,7 Prozent. Diese Zunahme ist laut Tamedia auf die Akquisitionen von "Basler Zeitung" sowie der Vermarkter Goldbach Group und Neo Advertising zurückzuführen. Im Geschäftsfeld Bezahlmedien sank der Umsatz allerdings um 5,7 Prozent auf 569,6 Millionen CHF, der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern betrug nur noch 18 Millionen CHF (2017: 54 Mio. CHF). Zusätzlich zu den geringeren Werbeerlösen machten sich hier der Publicitas-Konkurs, das Aus von "Le Matin"-Print und schlechtere Ergebnisse der Zeitungsdruckzentren bemerkbar, die auch aufgrund der Euro-Aufwertung mit höheren Kosten für Papier, Druckplatten und Farbe konfrontiert wurden.

Eine positive Entwicklung verzeichnet Tamedia im Bereich Marktplätze und Beteiligungen. Hier kletterte der Umsatz um mehr als sieben Prozent auf 252,8 Millionen CHF. Das operative Ergebnis lag mit 70 Millionen CHF um elf Millionen CHF höher als 2017. Laut Tamedia entwickelten sich die Plattformen Jobcloud, Homegate, Olmero und Doodle besonders gut.


Die digitalen Angebote des Medienhauses steuern demnach inzwischen mehr als 43 Prozent zum Umsatz und 86 Prozent zum Ebit von Tamedia bei. In den kommenden drei Jahren will Tamedia 30 Millionen CHF in die digitale Entwicklung seiner Bezahlmedien investieren.

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