Tamedia Westschweiz

Will eigenen Sozialplan ohne Einverständnis der Sozialpartner durchziehen

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Bald soll nichts mehr sein? Das wollen sich die Westschweizer Tamedia-Redaktionen nicht vorstellen.
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Bald soll nichts mehr sein? Das wollen sich die Westschweizer Tamedia-Redaktionen nicht vorstellen.
Der Ton wird rauher in der Sozialpartnerschaft der Medienbranche. Nach CH Media zieht auch Tamedia ihr eigenes Ding durch. Obwohl die Mitarbeitenden den offerierten Sozialplan für die Westschweizer Mitarbeitenden ablehnen, hält der Konzern die Verhandlungen für "abgeschlossen" und leitete ein Schiedsverfahren ein.

"Sozialplan für die Mitarbeitenden von Tamedia Editorial Services abgeschlossen", so betitelte Tamedia ihr aktuelles Communiqué. Was danach klingt, als hätten sich die Sozialpartner auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Doch weit gefehlt: Tamedia bricht die Verhandlungen über den Sozialplan ab, hält den eigenen Vorschlag für mehr als genügend und will ihn nun mittels Schiedsverfahren im Rahmen des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) endlich durchziehen. Natürlich argumentiert man damit, dass man die "betroffenen Mitarbeitenden" nicht mehr länger warten lassen und ihnen auch die Möglichkeit zur Neuorientierung geben will.



Weil die neue Organisationsform und die neuen Produktionssysteme bei den Tamedia Editorial Services zu Automatisierungen und Effizienzsteigerungen führen, stellt Tamedia in der Westschweiz und auch bei der "Basler Zeitung" Dutzende von Mitarbeitenden auf die Strasse. In der Westschweiz, speziell bei "Le Matin", wehrten sich diese unter anderem mit Streiks. Tamedia hat seinserseits eine Sozialplan erstellt, der "umfangreicher" sei "als die Sozialpläne, die in den letzten Jahren von anderen Schweizer Verlagen angeboten wurden", wird in einem Communiqué behauptet, ohne dies auszuführen. Gleichzeitig gibt der Konzern seinem Bedauern Ausdruck, dass die Mitarbeitenden von "Le Matin" und den Tamedia Editorial Services in der Westschweiz diesen Sozialplan abgelehnt haben, offenbar im Gegensatz zu den Mitarbeitenden der "Basler Zeitung", für die dieselben Leistungen gelten sollen.

Nun strebt Tamedia eine rasche Lösung für die betroffenen Personen an. Deshalb hat sie ein Schiedsverfahren im Rahmen des Gesamtarbeitsvertrages eingeleitet, um diesen Sozialplan so schnell wie möglich anbieten zu können. pd/knö

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