Tamedia / Goldbach

Tonini und Frank tanzen den Tango

Christoph Tonini und Michi Frank
© Goldbach
Christoph Tonini und Michi Frank
Ende Juni 2017 saßen Christoph Tonini und Michi Frank in der "Sonne" in Küsnacht beisammen. Ein Date mit Folgen: Gut ein Jahr später ist die Fusion von Tamedia und Goldbach perfekt. Wie es jetzt weitergeht, erläutern die beiden CEOs im Interview mit HORIZONT Swiss.
Tango heißt das Projekt, in dem Tamedia und Goldbach zu einem gemeinsamen Unternehmen verschmelzen sollen. Tango? "Zusammengesetzt aus Tamedia und Goldbach. Wir tanzen zusammen", sagt Michi Frank, CEO der Goldbach Group. Tango besteht aus zwölf "Arbeitspaketen", die in den nächsten Wochen behandelt werden sollen. Projektleiter sind Frank und Marcel Kohler, der bei Tamedia für Werbung und Pendlermedien zuständig ist. Bis Anfang Dezember soll für alle Mitarbeitenden Klarheit geschaffen werden, wie die Zusammenarbeit der beiden Partner künftig gestaltet wird. Das Jahr 2019 wird als  Übergangsjahr eingestuft, bis 2020 sollen die Teams perfekt eingespielt sein.


Klar ist bereits jetzt, dass die digitale Vermarktung beider Unternehmen in der Goldbach Audience gebündelt wird. "Jeder von uns ist zu klein, um bei datengetriebenen Adsales und Videosales wirklich eine führende Rolle zu spielen", sagt Tonini. Ausgenommen bleiben allerdings die Tamedia-Medienmarken wie Tagi und 20 Minuten, die auch künftig in Eigenregie vermarktet werden. Auf der Liste möglicher Synergien steht zudem das Out-of-Home-Geschäft weit oben - Tamedia hat im Februar dieses Jahres den Außenwerber Neo Advertising übernommen, Goldbach vermarktet seit über zehn Jahren Digital out of Home in der ganzen Schweiz.

Für Tonini und Frank ist die Logik der Fusion offensichtlich: In den klassischen Medien sind beide Unternehmen Marktführer in ihren jeweiligen Gattungen, im Digitalen dominieren Google und Facebook den Markt. "Für dieses wachsende Geschäft wollen wir eine kompetitive Organisation aufbauen", sagt Tonini. Also eine Schweizer Alternative zu den US-Riesen? "For sure", antwortet Frank. "Den Local Spirit, die Swissness, die hat Google nicht." Themen und Inhalte, die die Menschen in der Schweiz interessieren: Dieses Kapital will Tamedia/Goldbach im Wettbewerb mit den Giganten ausspielen.


Und die Arbeitspläze? Tonini beruhigt die Mitarbeitenden. Viele Fusionen seien in der Tat von Kostensynergien getrieben, "diese aber nicht". Tamedia und Goldbach seinen komplementäre Unternehmen, "ein grösserer Arbeitsplatzabbau ist nicht geplant".

Das ganze Interview lesen Sie in der aktuellen Printausgabe von HORIZONT (39/2018). Zum Abonnement geht es hier.
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