Syndicom versus CH Media

Die Gewerkschaft beklagt Intransparenz und ein zu forsches Abbautempo

Syndicom wirft CH Media intransparente Information zum Stellenabbau und ein zu forsches Tempo vor.
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Syndicom wirft CH Media intransparente Information zum Stellenabbau und ein zu forsches Tempo vor.
Mit der der gestrigen Bekanntgabe der neu aufgestellten Zentralredaktion habe CH Media "nur" 5 Entlassungen angekündigt, insgesamt würden mit der in Aarau zentralisierten Mantel-Redaktion aber 20 Stellen abgebaut, schreibt Syndicom. Die Entlassungen stünden in Zusammenhang mit dem im Herbst kommunizierten Abbau von insgesamt 200 Stellen, der rascher vollzogen werde als versprochen.
Diese Konzentration gehe auf Kosten der publizistischen Vielfalt, heisst es seitens Syndicom weiter: "Die Ansage, dass die Leserinnen und Leser von der Reorganisation nichts merken werden und der Journalismus gestärkt wird, ist mehr PR als seriöse Information." Die neue Zentralredaktion umfasst 35 Vollzeitstellen, die auf 45 Personen verteilt werden. Der Abbau beträgt gegenüber dem aktuellen Stellenetat auf den drei Redaktionen in Luzern, Aarau und St. Gallen 20 Vollzeitstellen. Da es in den letzten Monaten viele freiwillige Abgänge gab und Mitarbeitende innerhalb der Redaktionen umplatziert wurden, werden unter dem Strich 5 Personen entlassen. Und Syndicom vermutet oder ahnt: "Offenbar ist darüber hinaus bereits der nächste Abbauschritt in den regionalen Redaktionen in Vorbereitung."


Die Gewerkschaft wirft CH Media deshalb vor, intransparent zu informieren. CH Media lasse die Mitarbeitenden im Ungewissen über ihre Zukunft. Die Unternehmensleitung kommuniziere den Abbau von insgesamt 200 Stellen häppchenweise und schüre so Misstrauen. Doch "die betroffenen Mitarbeitenden erwarten eine transparente Kommunikation."

Das Personal und seine gewerkschaftliche Vertretung erinnern CH Media deshalb an das abgegebene Versprechen, den Abbau auf zwei Jahre zu verteilen. "Nur so können Entlassungen verhindert werden." Sie fordern Einblick in den ganzen Plan und echte Mitwirkungsrechte. Denn mit den bis anhin schon 82 abgebauten Stellen seien nach knapp 5 Monaten bereits 41 Prozent statt 21 Prozent des Abbaus vollzogen. 

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