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Nach Distriba-Übernahme von der Post grosszügigen Sozialplan gefordert

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Nach der Ankündogung der Post, die Basler Verteilorganisation Distriba zu übernehmen und rund 150 Zustellerinnen und Zusteller bei der DMC weiterzubeschäftigen, fordert die Gewerkschaft Syndicom nun einen grosszügigen Sozialplan. Dies auch deshalb, weil die Posttochter DMC ab 2020 die Zustelltage reduzieren wird.
Syndicom begrüsse grundsätzlich die Harmonisierung der Arbeitsbedingungen, teilte die Gewerkschaft in einer Mitteilung mit. Offen bleibe aber die Frage, zu welchen Bedingungen dies geschehen soll. Umso mehr als die ab 2020 geplante Redauktion der Zustelltage bei den über 3.000 ZustellerInnen zu einer Arbeitszeitreduktion und damit auch zu einer Lohnkürzung führen werde.
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Die Post betonte in ihrer Mitteilung, dass die Restrukturierung aufgrund der sinkenden Nachfrage im „klassischen Werbemarkt“ notwendig geworden sei. Syndicom fordert deshalb einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die gesamte Branche, der abfedernde Massnahmen bei Restrukturierungen beinhaltet und den Mitarbeitenden in der Branche Sicherheit bietet. Bei DMC laufen schon seit Jahren Gespräche über einen GAV, schreibt Syndicom weiter.
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Mehr zur Distriba-Übernahme durch die Post
Die Post hat die Basler Firma Distriba AG bereits Ende Juni in die DMC integriert. Die ehemaligen Besitzer hatten die Firma im Zuge der Nachfolgeregelung Kontakt der Post zum Kauf angeboten. Die DMC übernahm gemäss Mitteilung der Post in einem ersten Schritt die sechs festangestellten Mitarbeitenden der ehemaligen Distriba AG sowie rund 150 Zustellerinnen und Zusteller zu den bisherigen Anstellungsbedingungen. In einem zweiten Schritt sollen die Zustelltouren angepasst, Prozesse optimiert und Synergien genutzt werden. Gleichzeitig werden die Anstellungsbedingungen an diejenigen der DMC angeglichen. Diese Änderungen müssen im Rahmen eines neuen Arbeitsvertrags geregelt werden.


Bereits jetzt steht fest, dass alle Angestellten der ehemaligen Distriba AG bei der DMC weiterbeschäftigt werden können.

Die DMC beschäftigt schweizweit rund 4500 Mitarbeitende, davon sind rund 4430 mit Teilzeitpensen in der Zustellung tätig. Würde von aktuell zwei auf ein "Zustellfenster" pro Woche reduziert, wie das derzeit angedacht ist, beträfe dies rund 3370 Mitarbeitende, nicht jedoch die ehemaligen Mitarbeitenden der Distriba AG, da diese schon bisher nur ein Zustellfenster bediente. Am DMC-Standort Niederbipp (BE), wo die Sendungen für die Zustellung aufbereitet werden, würden dagegen rund 25 Mitarbeitende in der Produktion und in der Administration würden ihre Stelle verlieren.
Während des Konsultationsverfahrens, das vom 5. bis 23. August 2019 dauert, werde Syndicom an allen Standorten für die Mitarbeitenden Informationsanlässe durchführen und sie über Rechte und Möglichkeiten in diesem Prozess informieren. So möchte die Gewerkschaft sicherstellen, dass das Personal von ihrem Recht Gebrauch machen kann, eigene Vorschläge in der Reorganisation zu formulieren. Gleichzeitig will Syndicom an diesen Anlässen ein Mandat der Belegschaft einholen, um sie in den Sozialplanverhandlungen zu begleiten.
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