Gewerkschaftliche Kritik

Wo bleibt das inhaltliche Konzept hinter dem Stellenabbau bei CH Media?

Mit der Entlassung von 8 Mitarbeitenden im Radio- und Fernsehbereich führe CH Media den angekündigten Abbau von 200 Stellen weiter. Ein publizistisches Ziel dieser Umstrukturierungen sei aber nicht ersichtlich, kritisiert die Gewerkschaft Syndicom.
CH Media baut beinahe wöchentlich in verschiedenen Abteilungen Personal ab – erst auf den Redaktionen seiner Sonntagstitel, neuerdings auch im Radio- und Fernsehbereich. Syndicom stellt diese "Salamitaktik", die offenbar unter dem Projekttitel "Kolumbus" läuft, in einen grösseren Zusammenhang: Den angekündigten Abbau von 200 Stellen in einem Unternehmen mit rund 2000 Mitarbeitenden. Nur sei diese "gigantische Abbauübung bislang ohne ersichtliches publizistisches Konzept". Die Gewerkschaft zweifelt daran, dass dies funktioniert, ohne Qualität und lokale Verankerung zu beeinträchtigen.


Syndicom fordert deshalb mehr Information. Die Angestellten hätten "ein Recht, zu wissen, wohin die Reise mit 'Kolumbus' gehen soll." Gleichzeitig müsse CH Media  das Personal in die Zukunftsplanung einbeziehen.

Hinzu komme, dass CH Media heute in vielen Regionen "ein Quasi-Monopol" besitze. "Dort gehören alle relevanten Presseerzeugnisse sowie die privaten Radio- und Fernsehstationen zum Konzern." Auch die Öffentlichkeit müsse deshalb transparent informiert werden, was mit ihren Zeitungen und Radiosendern passiere.


Die Gewerkschaft führt noch anerkennend an, dass CH Media immerhin die konzernintern Stellen möglichst ohne Entlassungen abbaue. "Mehr als die Hälfte des bisherigen Abbaus erfolgte über natürliche Fluktuationen." knö
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