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Gewerkschaft befürchtet Stellenreduktionen bei PostMail wegen Parlamentsentscheid

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Syndicom kritisiert die Motion Candinas zur Postzustellung und die Zustimmung des Ständerates als "Bauchentscheid".
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Syndicom kritisiert die Motion Candinas zur Postzustellung und die Zustimmung des Ständerates als "Bauchentscheid".
Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert den gestrigen Entscheid des Bundesparlaments, wonach die Post künftig bis 12.30 Uhr überall im Briefkasten zu liegen hat. Dies sei ein "Bauchentscheid, in Unkenntnis der Fakten", schreibt sie. Denn Tausende von PöstlerInnen seien damit existenziell gefährdet.
Konkret entschieden hat gestern der Ständerat - auf eine Motion von CVP-Nationalrat Martin Candinas hin. Doch dieser habe nicht bedacht, dass seine Motion die Vollzeitstellen von Tausenden Pöstlerinnen und Pöstler gefährde, schreibt Syndicom. Die Gewerkschaft werde deshalb diesem Richtungsentscheid vehement bekämpfen.


Ihre Kritik begründet die Gewerkschaft wie folgt: In der Umsetzung bedeute der Entscheid, dass die Post die Zustelltouren verkürzen muss. "Kürzere Touren bedeuten eine Reduktion der Vollzeitstellen hin zu einer Verlagerung zu Teilzeitstellen." Betroffen davon wären Tausende Vollzeit-Mitarbeitende. Und "diese schleichende Reduktion" von Vollzeit- zu Teilzeitmodellen bekämpfe Syndicom. Denn von solchen Vollzeitstellen würden teils ganze Familien und damit Existenzen abhängen. Zudem sei in solchen Teilzeitstellen in der Zustellung oft eine derartige Flexibilität gefordert, dass eine weitere Nebenbeschäftigung nicht möglich sei.

Die Motion habe zudem zur Konsequenz, dass deutlich mehr Fahrzeuge angeschafft werden müssten und die Post so einen weiteren Wettbewerbsnachteil gegenüber den Privaten erleide. Das sei ökologisch und ökonomisch falsch.


Dem Motionär selbst attestiert die Gewerkschaft, dass sein Vorstoss an sich auf eine gute Sache hinziele. Doch er habe offenbar nicht über die konkrete Umsetzung nachgedacht.
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