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Die Gewerkschaft kritisiert die erneute Dividende bei Keystone-SDA

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Damit, dass der Verwaltungsrat der Nachrichtenagentur eine Dividendenausschüttung von über 1,4 Millionen Franken beantragt hat, ist die Journalistengewerkschaft Syndicom nicht einverstanden. Zuvor seien die Redaktionen ausgedünnt und öffentliche Fördergelder von 2 Millionen Franken bezogen werden, kritisiert Syndicom.

Die fusionierte Nachrichtenagentur Keystone-SDA komme nicht zur Ruhe, schreibt Syndicom. Nach einem turbulenten Jahr, in dem das Personal in den Redaktionen massiv abgebaut worden sei, beantrage nun der Verwaltungsrat an der heutigen Generalversammlung in Bern, dass die inländischen Aktionäre von einer Dividende im Umfang von 1,43 Millionen Franken profitieren sollen.

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Die Gewrkschaft erinnert jedoch daran, dass sich die SDA-Aktionöre bereits vor einem Jahr saftige Dividenden im Umfang von 12,4 Millionen Franken ausgezahlt hatten. "Sie schöpften damit kurz vor der Fusion mit der Bild-Agentur Keystone die über Jahrzehnte gebildeten Gewinnreserven ab und entzogen dem Unternehmen Mittel zur Investition in die Zukunft und ins Personal." Gleichzeitig sei die Redaktion einem gigantischen Stellenabbau unterzogen worden, was einen Arbeitskampf mit mehrtägigem Streik zur Folge hatte. "Erst nach intensiven Verhandlungen konnte ein Abkommen mit Wiederanstellungsangeboten für alle gekündigten älteren Mitarbeitenden und dem verbesserten Sozialplan abgeschlossen werden", schreibt Syndicom.


Durch die Entlassungen und die fortgesetzten "freiwilligen" Abgänge – seit Anfang 2018 haben bereits 35 Personen das Unternehmen aus eigenen Stücken verlassen – seien aber verschiedene Abteilungen der Redaktion chronisch unterbesetzt und viele Angestellte fühlten sich am Anschlag, schreibt Syndicom. "Zeitdruck, Hektik und Überarbeitung können zu Fehlern und Pannen und zu stressbedingten Krankheitsausfällen führen."

Statt nun den Gewinn von rund 330.000 Franken und die "freiwilligen" Reserven im Umfang von über 1,2 Millionen Franken leichtfertig den Aktionären zu verteilen, müssten zusätzliche Stellen geschaffen werden, um den hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden zu können, verlangt die Gewerkschaft.


Die Qualitätsleistungen der Schweizerischen Nachrichtenagentur in Meldungen, Bildern und Videos seien notwendig, um die Grundversorgung der Medien mit den relevanten Informationen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Sport in drei Sprachen sicherzustellen. Für diese Leistungen an regionale elektronische Medien erhalte Keystone-SDA seit letztem Jahr bis zu 2 Millionen Franken. Syndicom wie auch politische ExponentInnen von links bis weit ins bürgerliche Lager sowie zahlreiche Kantone haben diese Förderung unterstützt, hält die Gewerkschaft weiter fest. "Die Leitung von Keystone-SDA riskiere mit ihrer Unternehmensstrategie leichtsinnig, diesen breit abgestützten Goodwill zu verlieren."

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