Syndicom + Impressum

Gewerkschaften werfen Tamedia Instrumentalisierung und Sturheit vor

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"Die Tamedia-Redaktionen lassen sich nicht instrumentalisieren" - mit diesen Worten reagierten die Gewerkschaften Syndicom und Impressum auf den Verhandlungsabbruch seitens Tamedia bezüglich Sozialplan.

Nachdem vorgestern Tamedia die Verhandlungen über einen Sozialplan abgebrochen und den entlassenen Mitarbeitenden von Tamedia Editorial Services ihren eigenen Sozialplan angeboten hat, weisen nun die Personalkommissionen der Redaktionen von Tamedia dies als Instrumentalisierungsversuch zurück. Die Gewerkschaft Syndicom und der Berufsverband impressum unterstützen sie dabei. Gleichzeitig werfen sie dem Medienkonzen "Kompromisslosigkeit und Sturheit" vor, weshalb den ehemaligen Arbeitnehmenden bis jetzt ein angemessener Sozialplan verweigert worden sei.
"Dieses Verhalten hat dazu geführt, dass die beiden Parteien nun an ein Schiedsgericht gelangen müssen", heisst es weiter. Tamedia ziehe es damit vor, mehrere Tausend Franken in ein aufwändiges Rechtsverfahren zu stecken, statt seiner sozialen und rechtlichen Verantwortung gegenüber den 41 Entlassenen von Le Matin nachzukommen.



Die Mitarbeitenden stören sich besonders daran, dass der Verlag in der Westschweiz die gleichen Sozialplan-Leistungen angeboten habe wie in der Deutschschweiz der "Basler Zeitung". Dies sei aber falsch, insbesondere, was die vorzeitigen Pensionierungen und die Abgangsentschädigungen anbelangt. Die Vertretungen der Tamedia-Redaktionen unterstreichen deshalb in ihrer Medienmitteilung, "dass sie sich nicht auseinanderdividieren lassen." Sie fordern sie Tamedia auf, Hand zu bieten zu annehmbaren Verhandlungslösungen. "Dafür braucht es auch einen respektvollen Umgang mit dem Personal und ihren Personalkommissionen."

Tamedia seinerseits hat ebenfalls erneut reagiert. Die Mediengruppe Tamedia bedauert die festgefahrene Situation im Zusammenhang mit dem Sozialplan, der den ehemaligen Mitarbeitenden von "Le Matin" und Tamedia Editorial Services in der Romandie vorgeschlagen wurde. Die Arbeitnehmervertretung und die Gewerkschaft Impressum hätten den Sozialplan abgelehnt, weshalb nun ein von den Parteien gewünschtes Schiedsverfahren eingeleitet wurde. Bis zu dessen Abschluss hat Tamedia angeboten, den betroffenen Mitarbeitenden den Gegenwert der Leistungen zu zahlen, die Tamedia im Rahmen wirtschaftlicher Umstrukturierungen üblicherweise erbringt.

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