Swiss Facebook Summit vom 18. November

«Gute Mobile-Kreativität hat einen riesigen Einfluss auf die Leistung von Kampagnen.»

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Thomas Hutter Gründer und CEO der Hutter Consult AG ist Gast am ersten Facebook Swiss Digital Summit 2020, über den HORIZONT SWISS im Rahmen einer Medienpartnerschaft berichtet.
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Thomas Hutter Gründer und CEO der Hutter Consult AG ist Gast am ersten Facebook Swiss Digital Summit 2020, über den HORIZONT SWISS im Rahmen einer Medienpartnerschaft berichtet.
Der Schweizer Social-Media-Pionier Thomas Hutter liefert im Horizont-Interview einen thematischen Vorgeschmack auf den ersten Facebook Swiss Digital Summit vom 18. November. Im Panel «Leading Digital Disruption» werden Hutter und andere Branchengrössen Themen wie data-driven Marketing, mobile-first Creatives und organizational Upskilling diskutieren.
Welches ist Ihre grösste Leidenschaft, ein Hobby vielleicht? Grill. Ich liebe Grill, BBQ, Smoker, bzw. alles was mit Fleisch und brutzeln zu tun hat. Das ganze Jahr, auch im Schnee. Ansonsten verbringe ich sehr gerne Zeit mit meinen beiden Kids im Jacuzzi.
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#bbq #barbeque #grill #food

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Was „gefällt“ Ihnen an Facebook besonders, gemeint ist die ganze „Family of Apps“ natürlich? Ich bin da nicht besonders modern und bin nach wie vor ein riesiger Fan der blauen Facebook Plattform. Einerseits auf Grund der hohen Dynamic, andererseits wegen der riesigen Vielfältigkeit, beginnend beim Feed, über die Möglichkeiten von Gruppen, zu Gaming bis hin zum Kleinanzeigenmarkt und den Messaging Funktionen. Gerade Messaging finde ich sehr spannend, bin auch hier immer noch mehr Messenger Fan als beispielsweise WhatsApp. Mit der Ankündigung, dass die Plattformen immer mehr zusammenschmelzen.


Facebook Digital Summit Keyvisual
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Am 18. November findet der erste virtuelle Facebook Swiss Digital Summit statt

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Facebook Swiss Digital Summits erwartet ein Programm mit Insights zur ersten Marken- und Conversion-Lift-Studie „Made in Switzerland“ sowie Best Practices für Mobile-first-Kampagnen und Ausblicke auf eine cookielose Zukunft. Alles aus erster Hand von Facebook. Oben drauf gibt's eine Podiumsdiskussion mit führenden Marketingentscheidern zum Thema digitale Transformation.

Wo geben Sie allenfalls ein „Disklike“. Etwas, wo Sie sich Verbesserung erhoffen? Naja. Im beruflichen Umfeld trifft man immer mal wieder auf «Bugs», die ärgerlich sind und die entsprechend Zeit kosten. Da sollte nachgebessert werden. Auch das Meldewesen, beispielsweise das Melden von SPAM, SCAM oder aber auch von Fake-Seiten/-Accounts, könnte besser funktionieren. Ansonsten ist es «Klagen auf hohem Niveau», ich frage mich häufig, wie man es schafft, ein so komplexes Konstrukt nachhaltig am Laufen zu behalten.
„Auch das Meldewesen, beispielsweise das Melden von SPAM, SCAM oder aber auch von Fake-Seiten/-Accounts, könnte besser funktionieren.“
Thomas Hutter
Welche Facebook-App (Facebook, Instagram, Messenger, WhatsApp) welche Funktion nutzten Sie für sich persönlich am häufigsten? Facebook, gefolgt von Messenger, WhatsApp und dann Instagram. Instagram nutze ich am wenigsten, die heile Bild-/Videowelt mit nur schönen Menschen, schönem Essen, schönen Orten, ist mir irgendwie zu langweilig. Ebenfalls mag ich Anwendungen für Oculus, VR finde ich ein sehr spannendes Feld von Facebook.
„Schweizer Unternehmen befinden sich im digitalen Dornröschenschlaf.“
Thomas Hutter
Sie sind in der ganzen DACH-Region beratend, coachend und auch inspirierend unterwegs. Wo steht die Schweiz im Vergleich zu Deutschland? Who is leading the Digital Disruption? In Deutschland sind Unternehmen forscher unterwegs, getrauen sich mehr, sind aktiver. In der Schweiz sind gefühlt viele verantwortliche Personen in Unternehmen, bzw. die Unternehmen dahinter, im digitalen Dornröschenschlaf. Schade, insbesondere, weil die Schweiz in anderen Themen ja durchwegs als «sehr innovativ» gilt. Allerdings ist die Schweiz immer noch flotter unterwegs als Österreich, entsprechend D-CH-A.
„Wir müssen weg von einzelnen Kampagnen hin zu «Always on»-Funnel-Modellen entlang der Customer Journey.“
Thomas Hutter
Das Thema des Podiums am Swiss Digital Summit lautet „Leading Digital Disruption“. Worin müssen sich Firmen auszeichnen, welche Änderungsmassnahmen müssen sie ergreifen, bestenfalls bereits ergriffen haben, damit sie jetzt konkret im Facebook-Universum einen Vorsprung gegenüber Mitbewerbern herausholen können? Growth Hacking als Mindset hilft: laufende Anpassung an Trends, Test, Learn, Adapt, Repeat. Unternehmen müssen bereit sein, schnell Anpassungen vorzunehmen und damit leben lernen, dass laufend Optimierungen sowohl an Werbemitteln, wie auch an Kampagnenmechanismen vorgenommen werden müssen. Auch in der Art des Kampagnendenkens muss umgedacht werden. Weg von einzelnen Kampagnen zu «Always on»-Funnel-Modellen entlang der Customer Journey. Dazugehörend auch ein Umdenken in Bereich Ziele, weg von «schwammigen» Metriken hin zu betriebswirtschaftlichen Zielsetzungen.

Summit-Session 3 befasst sich mit der Post-Cookie-Zukunft. Wo sehen Sie das grösste Problem für Werbetreibende? Theoretisch sind ja Cookies bereits heute veraltete Konstrukte, bedenkt man, dass eine digitale Welt heute aus mehreren Geräten (Smartphone, Tablet, Notebook, Desktop, Smart TV, etc.) besteht und die heutige Cookie-Technologie so oder so geräte- und browserabhängig ist und entsprechend heute bereits schlechte Methoden sind. Stattdessen sind Tracking-Technologien, wie beispielsweise ServerSide API, ein Thema. Ich sehe die Post-Cookie-Zukunft auch als eine Möglichkeit, veraltete Dinge zu fixen, welche schon länger hätten gefixt werden sollen.


Worin sehen Sie darin eine Chance für Netzwerke wie Facebook? Facebook bietet bereits heute sehr innovative Ansätze mit dem Pixel und der ServerSide API, insbesondere mit dem Wissen, dass die Nutzer in der Facebook App Familie bekannt sind, eröffnen sich damit natürlich interessante Möglichkeiten.

Jetzt schmieden besonders eifrige Privatsphären-Wächter Pläne, die jegliche Form personalisierter Werbung innerhalb der EU verunmöglichen sollen. HORIZONT hat kürzlich darüber berichtet. Die Rede ist gar von einem Targeting-Verbot. Die Initianten meinen, man müsse dann halt auf das Contextual-Targeting umsteigen. Wie kann man sich eine Werbung auf Facebook ohne Targeting vorstellen? Ich halte von entsprechenden Plänen wenig und sehe darin auch eine riesige Verschlechterung der Nutzungserfahrung der Plattformen für den Endverbraucher. Für die Werbebranche wäre es eine Katastrophe. Da ich aber nicht glaube, dass entsprechende Pläne zukunftsfähig sind, setze ich mich auch nicht mit einer entsprechenden Welt auseinander. Es gibt glücklicherweise auch in Europa mittlerweile viele Menschen, die zwar pro Datenschutz sind, aber gleichzeitig ein wachsames Auge darauf haben, im internationalen Umfeld nicht noch mehr ins Hintertreffen zu geraten.
„Ganz viele Ads von Schweizer Unternehmen sind mies, richtig mies. “
Thomas Hutter
Summit-Session 2 befasst sich mit Kreativität. Hand aufs Herz, wenn Sie durch die Feeds scrollen und die Werbungen sehen, welche Note geben Sie nach Schweizer Notensystem, 1 flop, 6 top? Maximal eine 3, ganz viele Ads von Schweizer Unternehmen sind mies, richtig mies. Insbesondere scheinen viele (auch grössere) Agenturen noch nicht erkannt zu haben, wie gute Mobile-Werbung auf Facebook funktioniert und das diese Werbung nicht von bestehenden klassischen Kampagnen oder anderen digitalen Kanälen 1:1 adaptiert werden kann. Gute Mobile-Kreativität hat einen riesigen Einfluss auf die Leistung von Kampagnen, entsprechend müssen Werbemittel auf die Plattformen angepasst werden. Beispielsweise Video anstelle von Bildern. Quadratische Kurzvideos und 9-16 Stories, vs. Klassische 9-16 Formate. Kurze Videos anstelle des typischen 30-Sekunden-Spots, interessante Elemente zuerst vs. traditionelle Storyaufbau mit Hauptelementen im Endbereich, etc. Jin Choi, Facebook Group-Director Schweiz und DACH, hat im Horizont-Interview gesagt, von YouTube- und LinkedIn-Leuten höre ich das selbe, dass das Wichtigste in einem Video nach 3 Sekunden gesagt sein müsse, weil danach die Viewrate rasch abflache. Wie soll man in dieser Zeit eine Story erzählen und Emotionen aufbauen? Sind 3 Sekunden wirklich der Weisheit letzter Schluss? Es ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber grundsätzlich gilt die 3 Sekunden Richtlinie durchwegs auf den meisten Social Media Plattformen. Allenfalls muss ich aber immer mehr in Sequenzing- und Funnel-Modellen denken und weniger in einzelnen Werbeanzeigen, bzw. Kampagnen. Grundsätzlich gelten für Mobile Geräte andere Creative-Richtlinien und auch hier haben unterschiedliche Plattformen unterschiedliche Regeln. Dh. kurz, knackig die Botschaft in 3 Sekunden erzählen, ist sicherlich der richtige Ansatz, damit sichergestellt wird, dass möglich viele Menschen die Kernbotschaft eines Videos erhalten.

Hier gibt es mehr Informationen zum Swiss Digital Summit 2020 vom 18. November.


Über Hutter Consult
Hutter Consult ist eines der führenden Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen in der DACH-Region für den Einsatz von digitaler Kommunikation in und mit sozialen Netzwerken, ganz besonders Facebook und Instagram. Das Unternehmen ist inhabergeführt, unabhängig und international tätig.
Jin Choi, Facebook
© Facebook / Horizont
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"Seid offen, testet und lernt"

Das ist der zweite Teil des Gesprächs mit Jin Choi, Facebook GroupDirector Schweiz und DACH. Während wir uns im ersten Teil mit den Branding-Aspekten von Kampagnen und über die Kreation unterhielten, folgen nun im zweiten Teil Insights zur Performance von Kampagnen. Auf die Schlussfrage, nach einem speziellen Anliegen für die Schweiz, antwortet Choi: "Seid offen, testet und lernt."

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