SWA-Jahresmeeting

Radikale Forderungen, bewegende Auftritte

Dennis Lück, JvM/Limmat, als Sensenmann bei SWA-Jahresmeeting
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Dennis Lück, JvM/Limmat, als Sensenmann bei SWA-Jahresmeeting
Kreative, die Auftraggebern das Leben zur Hölle machen, Service Public, der von mehr Online-Werbung träumt, und Dates mit Robotern als Parabel auf die Branche - die Referate des SWA-Jahresmeetings boten viel.

Ein Überraschungsgast zum Start, den Sensenmann zum Schluss - der SWA hatte sein Programm für den öffentlichen Teil des Jahresmeetings, das HORIZONT erstmals als Sponsor unterstützt hat, strategisch inszeniert, um die rund 350 Zuhörer bei Laune und ihre Spannung hoch zu halten.



Der Überraschungsgast, SRG-Generaldiektor Gilles Marchand, musste sich als Überraschungsgast den 'spontanen' Fragen von SWA-Direktor Roland Ehrler stellen, der ihn zu Zukunft und Zufriedenheit der SRG befragte. Mehr Kooperationen (mit den Privaten) und mehr Effizienz (um zu sparen), die Jungen besser erreichen (mit mehr digitalem Content) und mit der Politik weiter verhandeln (um mehr Online-Werbung bringen zu dürfen)  hat sich die Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) ein Jahr nach der abgeschmetterten No-Billag-Initiative auf die Fahne geschrieben, man arbeite mit Hochdruck an der SRG 4.0, so Marchand.

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Patrick Dixon, Futurist und Chairman bei Global Change in London, bewies sein kömödiantisches Talent und riet dabei den Werbeauftraggebern, auch angesichts der Digitalisierung und der damit verbundenen Transformation nicht die Marketing-Basics aus den Augen zu verlieren. Das der Wandel und damit viele der bereits anderswo sichtbaren Trends auch in die Schweiz kommen werden, sei keine Frage. Zu beantworten sei nur, wann sie für den Schweizer Markt relevant würden.

Christof Baron, Global Head of Media bei Sanofi in Frankfurt, wies auf die Möglichkeiten, die die Digitalisierung nicht nur in der Health-Care-Industrie biete und wie weitreichend die Verbindung von Mensch und Maschine in Zukunft wohl gehen werde. Eine Entwicklung, die viele bereits jetzt überfordere, genau wie die grossen Umbrüche in der Geschichte der Menschheit. Die Perspektiven, damit Geld zu verdienen, brächte der Wandel aber eben auch mit.


Highlight und Abschluss des Vortragsprogramm war schliesslich die Performance von JvM-Limmat-Kreativchef Dennis Lück, der sein Talent zur Performance nicht nur im Privaten mit seiner Metal-Band sondern gerne auch auf der Bühne bei Fachkongressen unter Beweis stellt. Diesmal als Sensenmann, der sich mit einer ordentlichen Portion Ironie bis hin zum Sarkasmus Kreativen, Auftraggebern, Nachwuchs und dem Zusammenspiel der verschiedenen Parteien in der Werbebranche widmete. So konnte man erfahren, dass sich Lücks Kreative auch Gedanken darum machen, wie sie Auftraggebern das Leben zur Hölle machen können, welches Elend es ist, Nachwuchs in der GenZ zu suchen, der sich bereits im Praktikum um ein Sabbatical bemühe, und dass allen letztlich nichts anderes übrig bleibt, als das Motto zu "Die! And transform!" umzudeuten. Wie bei Lück üblich steckte also hinter dem Zauber der wahre Kern: Auch der Kommunikationsbranche wird ein fundamentaler Wandel nicht erspart bleiben und wer sich dem nicht stellt, wird nicht am Markt überleben können. ems

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