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Trotz MySports erneut 6 Prozent weniger DigitalTV-Abos

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SuisseDigital hat noch gut eine Million TV-Abonnenten mehr als Hauptkonkurrentin Swisscom.
SuisseDigital hat noch gut eine Million TV-Abonnenten mehr als Hauptkonkurrentin Swisscom.
Im strategisch wichtigen Kampf um DigitalTV-Abonnenten kommt der Verband SuisseDigital nicht vom Fleck. Im Gegenteil: Er verlor 2018 erneut 135.000 TV-Abonnenten. Abgänge verzeichnet auch die Angebote für Breitbandinterent und Festnetz-Telefonie. Einzig die Mobil-Telefonie nahm kräftig zu, machte aber die andern Abo-Verluste nicht wett.
Noch zählt SuisseDigital schweizweit 2,235 Millionen TV-Anschlüsse, doch der Vorteil aus historischen Zeiten, als Kabelnetzbetreiber noch ausschliesslich im analogen TV- und Radio-Empfang positioniert waren, schwindet rasant. 2018 hat die Zahl der DigitalTV-Abos erneut um 5,7 Prozent oder 135.000 Anschlüsse abgenommen - auf den oben erwähnten aktuellen Stand. Was SuisseDigital in seiner heutigen Mitteilung nicht sagt, aber was dennoch Fakt ist: Der Rückgang beschleunigt sich wieder. Per Ende 2017 betrug er noch -2.6 Prozent, per Ende 2016 waren es -3.2 Prozent, im letzten Quartal 2016 konnte die Erosion sogar kurzzeitig ganz gestoppt werden. Was besonders schmerzen dürfte: Die Akzentuierung bei den Absprüngen erfolgt trotz den Investitionen der Kabelnetzbranche in ihren noch jungen PayTV-Sender MySports (Start: Herbst 2017). Dieser war lanciert worden, um den Rückgang zu stoppen bzw. um Abonnenten zurückzugewinnen. Bisher ohne Erfolg.
© Quelle : SuisseDigital
Ebenfalls keinen Erfolg hatte der Verband im Bereich Breitbandinternet. Hier ging die Zahl der Anschlüsse um 45.000 oder 3,4 Prozent auf 1.203 Millionen zurück - dies nachdem SuisseDigital vor einem Jahr noch einen Zuwachs um 1.7 Prozent vermelden konnte. Einen kleineren Rückgang gab es zudem bei der Festnetz-Telefonie auf neu 783.000 Anschlüsse (-8000, -1%). Immerhin konnten die rund 200 Verbandsmitglieder bei der Mobil-Telefonie punkten. Die Abos nahmen um 47.000 oder 31.3 Prozent auf 197.000 zu. Doch dieser schöne Erfolg kann den Rückgang bei den Abonnenten insgesamt dennoch nicht kompensieren: Über alle Abos gesehen resultiert ein Verlust von 3 Prozent. Ende 2017 war noch ein Plus von 62.000 Abos (1.4%) vermeldet worden.

Immerhin politische Erfolge

Verständlich, dass der Verband angesichts dieses schwachen Abschneidens in seiner Mitteilung diese Zahlen nur kurz streift und lieber auf Erfolge auf politischer Ebene verweist: So konnten die im Rahmen der Revision des Urheberrechts diskutierten Internetsperren verhindert werden. Ferner hat der Nationalrat ein von den TV-Sendern eingebrachtes Werbespulverbot mit überwältigender Mehrheit gekippt, obwohl ein solches von seiner Rechtskommission vorgeschlagen worden war. "Dass ein Verbot oder eine Einschränkung verhindert werden konnte, kann für die Kunden nicht hoch genug eingeschätzt werden“, lässt sich SuisseDigital-Präsident Simon Osterwalder zitieren.

Sunrise/UPC: Derzeit herrscht Ratlosigkeit

Nichts verlauten lässt der Verband zu angekündigten Übernahme seines grössten Mitglieds UPC durch Sunrise. Auch auf Anfrage nicht. Denn die Grossfusion könnte weitreichende Folgen haben: Sunrise ist nicht Mitglied bei SuisseDigital, jedoch bei asut (ICT-Branche) und Swissstream. Macht es da noch Sinn, dass UPC Mitglied bei SuisseDigital bleibt? Abgesehen davon, dass SuisseDigital schon früher mal Swissstream eine Fusion der beiden Verbände angeboten hatte (allerdings nur, wenn man dort Mitglied Swisscom rauswerfen würde). Anders gesagt: Was würde ein Austritt von UPC für SuisseDigital bedeuten? Und ist mit der neuen Situation nun allenfalls eine Fusion mit asut möglich? Oder ein Beitritt zu Swissstream oder zu Open Access? "Zu all diesen Fragen können wir im Moment gar nichts sagen", teilte SuisseDigital-Sprecher Matthias Lüscher auf Anfrage mit. knö

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