SuisseDigital

Kabelnetze verlieren weiterhin kräftig DigitalTV-Kunden

SuisseDigital hat noch gut eine Million TV-Abonnenten mehr als Hauptkonkurrentin Swisscom.
SuisseDigital hat noch gut eine Million TV-Abonnenten mehr als Hauptkonkurrentin Swisscom.
Mit aktuell 2.285.000 TV-Anschlüssen feiern sich die SuisseDigital-Netze auch im 1. Semester 2018 weiterhin als Marktführer in der TV-Verbreitung - trotz Rückgang um 85.000 Digital-TV-Abos allein im 1. Semester 2018.
"Kabelnetze sind weiterhin mit grossem Abstand Marktführer in der TV-Verbreitung" - mit diesem Satz ist eine Mitteilung von SuisseDigital, dem Verband von rund Schweizer Kabelntzbetreibern, betitelt. Die Aussage stimmt – noch der Abstand zu den Konkurrenten Swisscom und Sunrise nimmt ab: Im 1. Semester 2018 liefen den Kabelnetzen 85.000 DigitalTV-Abonnenten davon, ein Rückgang um 3.6 Prozent. 64.000 davon hat allein Marktleader UPC verloren (HORIZONT Swiss berichtete). Die Swisscom hingegen steigerte ihre SwisscomTV-Anschlüsse um 2.3 Prozent auf erstmals über 1,5 Millionen. Die Zahlen von Sunrise stehen noch aus.


Rückläufig war auch der Bereich Breitbandinternet. Aktuell zählen die vereinigten Kabelnetze noch 1,230 Millionen Anschlüsse, 15.000 weniger als Ende 2017 (-1.2%). Gewachsen sind die SuisseDigital-Mitglieder allerdings im Bereich Telefonie: Bei der Festnetztelefonie legten sie um 10.000 auf 801.000 Anschlüsse (+1.3%) zu, beim Mobilfunk kommen sie neu auf 171.000 Abos (+21.000, +14%).

Doch bei SuisseDigital zeigt man sich unverdrossen: „Wir wissen, dass gerade regionale Kabelnetze, die vor allem in ländlichen Regionen in ihre Netzinfrastruktur investieren, sehr gut unterwegs sind und im Bereich des Netzanschlusses wieder Kunden gewinnen. Dies stimmt mich optimistisch“, lässt sich Geschäftsführer Simon Osterwalder zitieren.


Umgekehrt weiss der Verband natürlich, dass er Gegensteuer geben muss. Er versucht dies seit letztem Herbst mit MySports, einem eigenen TV-Sender, der eben den Premium-Sportsender MySports One lanciert hat. Zudem setzen die Kabelnetze auf ihre ultraschnellen Internetangebote und neue Geschäftsfelder. So arbeitet die Branche zum Beispiel an Wholesale-Modellen für den Rücktransport von Mobile-Datenverkehr. „Die Digitalisierung der Schweiz schafft für Festnetzbetreiber wie unsere Mitglieder neue Märkte und Chancen“, ist Osterwalder überzeugt. pd/knö
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