Studie

"Winterthurer Zeitung" rückt an SVP heran

Im Dezember 2018 war die SVP in 56 Prozent der relevanten redaktionellen Beiträge präsent
© Grafik Verein für Medienvielfalt
Im Dezember 2018 war die SVP in 56 Prozent der relevanten redaktionellen Beiträge präsent
Nach einer Auswertung des redaktionellen Teils zwischen März 2017 und Dezember 2018 kommt der Verein für Medienvielfalt zu dem Schluss: "Die ,Winterthurer Zeitung' ist zu einer SVP-Zeitung geworden."

Der Verein hat nach eigenen Angaben 44 Ausgaben von März bis Dezember 2017 und 49 Ausgaben des Jahres 2018 analysiert. Dabei sind folgende Ergebnisse herausgekommen:



Von März bis August 2017 waren rund 92 Prozent der redaktionellen Artikel unpolitisch oder politisch neutral. Zwischen dem 1. September 2017 und dem 31. Dezember 2018 waren nur noch 47 Prozent der Beiträge unpolitisch oder politisch neutral.

Wurde die SVP in dem halben Jahr vor der Übernahme der Zeitung im August 2017 lediglich in vier Prozent der Artikel erwähnt, liegt dieser Anteil zwischen September 2017 und Dezember 2018 bei 30 Prozent, wobei die SVP kurz vor den Stadt- und Gemeinderatswahlen in Winterthur vom 8. März 2018 mit 62 Prozent Anteil den Spitzenwert erreichte. Im Dezember 2018 lag der Anteil der SVP bei 56 Prozent.

Seit der Übernahme sind SVP, FDP, CVP und HEV/KMU in 50 Prozent der Beiträge präsent, während die Parteien von Mitte bis Links (EVP, Grüne, SP und AL) lediglich auf elf Prozent kommen. Die GLP ist in rund drei Prozent der Beiträge präsent.

Die BaZ Holding hatte die Zehnder Regionalmedia AG, zu der unter anderem die "Winterthurer Zeitung" gehörte, rückwirkend zum 1. Januar 2017 übernommen. Aus der BaZ Holding ist die Zeitungshaus AG hervorgegangen, die wiederum der Beteiligungsfirma Robinvest von Alt-Bundesrat und SVP-Vordenker Christoph Blocher gehört.


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