Studie

Wie die Coronakrise den Web-Traffic in der Schweiz beeinflusst

   Artikel anhören
© netcomm suisse
Die Coronakrise nimmt auf alle Lebensbereiche grossen Einfluss: Arbeiten im Home-Office, Schule vor dem Computer, Onlineshopping statt Einkaufsbummel in der Stadt. Entsprechend stark ist die Bevölkerung auf das Internet angewiesen um den Alltag zu meistern. Wie genau die aussergewöhnliche Lage den Web-Traffic in der Schweiz beeinflusst hat, zeigt eine aktuelle Studie von Netcomm Suisse Observatory in Zusammenarbeit mit INVEON und SimilarWeb.
In der Schweiz sind die ersten Einflüsse des Coronavirus auf die Internetnutzung im Februar feststellbar. Die Studie von Netcomm Suisse Observatory zeigt, dass in dieser Phase die Informationsbeschaffung an erster Stelle stand. Die Suche nach dem Begriff «Corona» erlebte im Vergleich zum Vormonat eine regelrechte Explosion von +14’559%. Auch die offiziellen Webseiten des BAG oder der WHO wurden öfters besucht. In der Reiseindustrie sind im gleichen Zeitraum bereits leichte Rückgänge zu verzeichnen. Webseiten von Hotels, Fahrzeugvermietern und Airlines wurden weniger besucht. Auch die Besucherzahlen auf Webseiten von Mode-, Kosmetik- und Luxusanbietern gingen zurück.

Erster Peak im März

Mit dem Inkrafttreten der ersten strengeren Massnahmen in der Schweiz wurde beim Web-Traffic die zweite Phase eingeläutet. Die Webseite des BAG wird im März mehr als 16 Millionen Mal aufgerufen, verglichen mit 366'000 Aufrufen im Januar. News- und Medienwebseiten, Streaming- plattformen, Soziale Netzwerke, Onlineshops für Lebensmittel, Unterhaltungselektronik, Haus- und Gartenzubehör sowie Restaurants und Lieferdienste erleben einen Boom und massiv steigende Zugriffszahlen. Gleichzeitig sinken die Besuche von Webseiten im Tourismusbereich weiter. Hotels.com erlebt zwischen Januar und April beispielsweise einen Einbruch von -92%, während die Webseite der Swiss im gleichen Zeitraum rund 59% weniger Besucher verzeichnet. Mode- und Kosmetikanbieter freuen sich im März über leicht erhöhten Traffic, während die Luxusindustrie weiter sinkende Zahlen hinnehmen muss.

Erholung und Normalisierung auf hohem Niveau im April

Ab April lässt sich im Web-Traffic eine gewisse Normalisierung feststellen. Die gesamte Internetnutzung pendelt sich auf hohem Niveau ein, genauso wie die Nutzung von Streamingdiensten und Sozialen Netzwerken. Gleichzeitig steigen die Zugriffe auf Onlineshops für Lebensmittel, Mode, Kosmetikprodukte, Unterhaltungselektronik, Haus- und Gartenzubehör sowie Restaurants und Lieferdienste weiter an. Erstmals verzeichnet auch die Luxusbranche wieder steigende Zugriffszahlen. Weiterhin im Sinkflug befindet sich hingegen die Reiseindustrie: Die Zugriffe auf Webseiten in den Bereichen Hotellerie, Fahrzeugvermietung und Luftverkehr verlieren bis Ende April im Schnitt rund 60% ihres Traffics, verglichen mit Januar 2020.


Web-Traffic in der Schweiz: Die 10 grössten Gewinner und Verlierer der Coronakrise
© NSO


Über Netcomm Suisse Observatory


Das NetComm Suisse Observatory ist ein internationaler Bezugspunkt für Informationen, Trends und Daten über den E-Commerce und den digitalen Sektor. Es beauftragt, leitet und führt eine breite Palette von qualitativen und quantitativen Untersuchungen zum Online-Shopping in der Schweiz und weltweit durch. Im Rahmen seiner Arbeit führt das Observatorium auch Executive Workshops durch, in denen führende Persönlichkeiten von Marken, Einzelhändlern, Herstellern und Investoren zusammenkommen, um aufkommende Daten und Trends aus der digitalen Welt zu diskutieren und zu bewerten und um Best Practices für die zukünftige Entwicklung des Sektors zu formulieren. NetComm Suisse Observatory ist Teil von Netcomm Suisse, dem Schweizerischen Verband für Digital- und E-Commerce.
Bitte loggen Sie sich hier ein, damit Sie Artikel kommentieren können. Oder registrieren Sie sich kostenlos für H+.
stats