Strategie-Check

Wie das World Economic Forum als Marke performt

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Die Marke World Economic Forum ist in diesem Jahr 50. Jahre alt geworden
© WEF
Die Marke World Economic Forum ist in diesem Jahr 50. Jahre alt geworden
50 Jahre ist das World Economic Forum 2020 alt geworden. Längst ist das Treffen der Topentscheider dieser Welt zu einer Marke für die Globalisierung unserer Gesellschaft geworden. Und in diesem Jahr war Nachhaltigkeit eines der Topthemen des WEF. Grund genug, sich mal in einer exklusiven Auswertung von Adwired für HORIZONT Swiss die Markentreiber Nachhaltigkeit, Net Promoter Score und Love & Respect genauer anzusehen.
Vor gut zehn Tagen hat in Davos zum 50. Mal das World Economic Forum stattgefunden. Es war wieder das Schaulaufen der Topentscheider aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Rund 3000 Gäste insgesamt, darunter 119 Milliarde wie Bloomberg gezählt hat. Eines der Topthemen war wieder der Klimawandel, von dem selbst Forum-Gründer Klaus Schwab sagt, die Welt stehe vor einem "Notfall". Dass nicht jeder diese Ansicht teilt, ist logisch. Aber von Greta Thunberg bis Donald Trump waren nahezu alle entscheidenden Akteure in der Debatte um die Zukunft des Klimas vertreten. Und so ist Nachhaltigkeit der stärkste Aspekt, den Menschen in der Brand-Ticker-Analyse von Adwired für HORIZONT Swiss, mit der Marke WEF verbinden.
So performt das WEF als Marke
© Brand Ticker
So performt das WEF als Marke
Warum das so ist? "Die jährliche Risikoübersicht, die der WEF jüngst veröffentlichte, stellte Klimawandelfolgen und andere Umweltbedrohungen noch vor jene Gefahren, die von geopolitischen Spannungen oder Cyberattacken ausgehen", erklären die Züricher Markenanalysten im Gespräch mit HORIZONT Swiss. Zudem ist das erste Mal, dass in der Übersicht die fünf größten Gefahren Umweltprobleme sind: von extremen Wetterereignissen bis hin zum Versagen von Wirtschaft und Regierungen, die Klimawandelfolgen zu lindern und sich veränderten Umweltbedingungen anzupassen.


Und auch das gehört zur Betrachtung der Marke nach Meinung der Experten. Die Institution mit ihrer permanenten Präsenz in Genf geniesst hohes Ansehen und gewinnt mit einem stärkeren Engagement von Exponenten der Zivilgesellschaft (wie etwa Greta Thunberg) - die aus der Entwicklung der Love & Respect-Kurve hervorgeht - auch etwas Sympathie hinzu.

Trotzdem sieht sich die Veranstaltung WEF demselben Misstrauen ausgesetzt, das allem Elitärem zuteil wird. Sichtbar wird das an dem tiefen Net Promoter Score, der während des WEF um die Null-Linie dümpelte.


Aber vielleicht ändert sich auch hier die Meinung im kommenden Jahr ein wenig. Zum einen will das WEF dem klassischen Kapitalismus eine neue Bedeutung eröffnen. "Statt um einen Kapitalismus, der den Interessen der Sharehoder verpflichtet ist, soll es um ein Modell gehen, das die Interessen der Stakeholder im Auge hat, all jener also, die im weiteren Sinne am Unternehmen ein Interesse haben - nicht nur als Aktionär, sondern auch als Mitarbeiter oder Kunde", heisst es bei Adwired. Und zum anderen: 88 Prozent, der Fahrzeuge, die im Shuttle-Service beim WEF fuhren, waren Hybridfahrzeuge oder reine E-Fahrzeuge - was im Sprech des Automarketings rollende Nachhaltigkeit bedeutet. Und darüber lässt sich ja reden.
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