Strategie-Check

Wie Chopard das Thema Nachhaltigkeit besetzt

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Chopard setzt auf ethisch gewonnenes Gold und damit auf Nachhaltigkeit
© Chopard
Chopard setzt auf ethisch gewonnenes Gold und damit auf Nachhaltigkeit
Unter den grossen Schmuckmarken, zählt Chopard zu den Vorreitern beim Thema Nachhaltigkeit. Das zeigt ein Blick auf die drei Markentreiber Nachhaltigkeit, Net Promoter Score und Love & Respect. Im vergangenen Monat performt hier keine Marke besser, wie aus einer exklusiven Auswertung von Adwired für HORIZONT Swiss hervorgeht.
2013 legt Chopard den Grundstein für den derzeitigen Erfolg. In einer Zeit, in der zwar oft über das Thema Nachhaltigkeit geredet, aber am Ende in vielen Unternehmen doch wenig verändert wird, begibt sich das Unternehmen auf seine "Journey to Sustainable Luxury". In Kollaboration mit dem Beratungsunternehmen Eco-Age ergreift das Unternehmen, das 1860 Louis-Ulysse Chopard in Sonvilier im Schweizer Jura gegründet hatte, eine Reihe von Initiativen. Ziel ist es dabei, bei der Gold- und Edelsteingewinnung nach Maßstäben zu handeln, die den beteiligten Menschen und der Umwelt gegenüber verantwortungsvoll sind.
So performt die Marke Chopard
© Brand Ticker
So performt die Marke Chopard
2018 etwa sorgte Chopard für viel Aufmerksamkeit in der Branche und in den Medien: Seit jenem Sommer verwendet Chopard, damals als erstes Luxusunternehmen überhaupt, ausschließlich "ethisches Gold", wie es in der hauseigenen Formulierung hiess. Darunter fasst Chopard zweierlei: Da wären zum einen Edelmetalle, die man von Anbietern mit einer Zertifizierung durch den Responsible Jewellery Council bezieht. Die Organisation mit Sitz in London legt Standards fest, die eine verantwortungsvolle Produktion entlang der gesamten Lieferkette sichern soll.
Wie der Brand Ticker rechnet
Der BrandTicker ist ein vorkonfiguriertes Analyse-Portal, das dem Management die Möglichkeit bietet, Marken in beispielloser Detailgenauigkeit zu überwachen und die daraus resultierenden Erkenntnisse gezielt für das Unternehmen nutzbar zu machen. Täglich analysiert Brand Ticker rund 460 Millionen Quellen aus Print, Online und Social Media und kombiniert Aussagen über die Marke mit finanziellen und anderen relevanten Informationen. Dadurch wird sichtbar, wie eine Marke und ihre Reputation zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beiträgt.
Die zweite Kategorie des ethischen Chopard-Goldes ist nach Experten-Meinung noch außergewöhnlicher: Die Uhren- und Schmuckmarke wird selbst auf dem Sektor des Goldbergbaus aktiv. In Zusammenarbeit mit der in Kolumbien ansässigen ARM, der Alliance for Responsible Mining, investiert Chopard in kleine, handwerklich betriebene Minen in Lateinamerika. Zum einen unterstützt das Unternehmen diese Minen auf ihrem Weg zu Fairmined-Zertifizierungen, zum anderen ist Chopard selbst sit 2017 der weltweit größte Abnehmer von Fairmined Gold. „Wahrer Luxus setzt voraus, dass man die Handschrift der eigenen Lieferkette kennt", betont denn auch Carolin Scheufele, Co-Präsidentin und Kreativdirektorin von Chopard. Trotzdem sorgt die Strategie nach wie vor für Aufsehen, etwa beim Launch der Alpine Eagle im vergangenen Monat.




Und längst umfasst das Thema nicht nur Gold, sondern auch Perlen, Diamanten und andere Rohstoffe. Für Chopard-Eigentümer Karl-Friedrich Scheufele ist das Hinterfragen von Gegebenheiten zum Muss geworden. "Wo und wie können wir heute wichtige Probleme anders, besser, zeitgemässer lösen, also Themen anpacken", lässt er sich in Medien zitieren. Genau diese Haltung, über die derzeit so viel im Marketing diskutiert wird, finden die Konsumenten derzeit gut.


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