Strategie-Check

Warum Nestlé derzeit mit Öko-Themen punktet

   Artikel anhören
Nestlé Zentrale in Vevey
© Nestlé
Nestlé Zentrale in Vevey
Nestlé polarisiert. Die einen finden den Lebensmittelriesen einfach nur schrecklich, die anderen sehen, wie der Tanker sich dreht. Ein Beispiel für den neuen Kurs sind unter anderem hohe Investitionen in Projekte für umweltverträgliche Landwirtschaft. Und das wirkt sich aus. Im aktuellen Strategie-Check von Adwired für HORIZONT SWISS hat im vergangenen Monat der Markenwerttreiber Nachhaltigkeit stark zugelegt, ebenso entwickelt sich die Empfehlungsbereitschaft positiv.

Die Zahl ist gewaltig. Nestlé stellt in den nächsten fünf Jahren 1,2 Milliarden US-Dollar bereit, um in seiner gesamten Lebensmittelversorgungskette die regenerative Landwirtschaft zu fördern. 


Dahinter steht ein ganzes Bündel an Massnahmen. Die dreigleisige Strategie umfasst unter anderem die Zahlung von Prämien für nachwachsende landwirtschaftliche Rohstoffe, die Unterstützung der Landwirte bei der Umstellung durch Co-Investitionen und die Intensivierung der Forschung und Entwicklung im Bereich nachhaltiger Nutzpflanzen. "Im Sinne eines gerechten Übergangs ist es wichtig, Landwirte auf der ganzen Welt bei der Umstellung auf eine regenerative Landwirtschaft sowie bei der Bewältigung der damit verbundenen Risiken und Kosten zu unterstützen", erklärt CEO Mark Schneider. Der Gigant arbeitet weltweit mit mehr als 500.000 Landwirten und über 150.000 Lieferanten zusammen.
Die Entwicklung im schnellen Überblick
© Adwired
Die Entwicklung im schnellen Überblick
Das Landwirtschaftsprogramm ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung des grossen Nestlé-Reiches. Bis 2030 will das Unternehmen seine Emissionen halbieren und bis 2050 auf netto null senken. „Zusammen mit unseren langjährigen Partnern in den landwirtschaftlichen Netzwerken weltweit fördern wir Anbauverfahren, welche der Umwelt und den Menschen zugutekommen", erklärt Schneider weiter. Unter anderem arbeitet Nestlé mit 30 ausgewählten Milchbetrieben in 12 Ländern zusammen, um breit anwendbare, klimafreundliche und regenerative Anbauverfahren zu testen, die helfen sollen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
So misst der Brand Ticker
Der Brand Ticker auf dem die Analyse von Adwired beruhen ist ein vorkonfiguriertes Analyse-Portal, das dem Management die Möglichkeit bietet, Marken in beispielloser Detailgenauigkeit zu überwachen und die daraus resultierenden Erkenntnisse gezielt für das Unternehmen nutzbar zu machen. Täglich analysiert Brand Ticker rund 460 Millionen Quellen aus Print, Online und Social Media und kombiniert Aussagen über die Marke mit finanziellen und anderen relevanten Informationen. Dadurch wird sichtbar, wie eine Marke und ihre Reputation zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beiträgt.
Die Botschaften bleiben bei den Menschen hängen. Im Brand Ticker von Adwired legen im vergangenen Monat zentrale Markentreiber zu. In der Momentaufnahme klettert der Score für die Nachhaltigkeit um über 20 Punkte auf einen Wert von 73 Punkten, der Net Promoter Score legt von über 30 Punkten auf 40 Punkte zu. Leicht positiv ist die Entwicklung bei der unternehmerischen Verantwortung. Lediglich der Markenwerttreiber Sozial agiert neutral, was daran liegt, dass "die sozialen Komponenten der Massnahmen noch wenig kommentiert werden", wie es bei Adwired heisst. Ganz im Gegensatz zu den umweltbezogenen Kommentaren, die nach der Analyse der Quellen überwiegend positiv zusammen.

Die Entwicklung könnte sich fortsetzen. Gemeinsam mit Oatly, Frosta, Mymuesli hat Nestlé Deutschland vor gut drei Wochen die Initiative Together for Carbon Labelling gestartet, um den Co2-Verbrauch in den Produktionsketten aufzuzeigen. Unterstützt wird der Vorstoss, der zum Ziel hat, einen einheitlichen Standard in der Kennzeichnung von Lebensmitteln zu schaffen, von den beiden Klimaschutzorganisationen German Zero und Global Impact Alliance. 


    stats