Strategie-Check

Warum die Credit Suisse im Januar bei Nachhaltigkeit und Empfehlungsrate punktet

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Die Credit Suisse erholt sich etwas von den vergangenen Monaten
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Die Credit Suisse erholt sich etwas von den vergangenen Monaten
Die Credit Suisse hat harte Monate hinter sich. Das zeigt sich auch im aktuellen Strategie-Check von Adwired für HORIZONT. Im vergangenen Monat haben sich zwar der Net Promoter Score und die Markentreiber Vertrauen und Nachhaltigkeit wieder verbessert. Trotzdem sind das noch keine Bestwerte. Zumal auch das emotionale Guthaben der Credit Suisse (Love) stagniert. Eine Analyse.
Die offiziellen Zahlen gibt es erst in gut zwei Wochen. Aber bereits vor einem Monat hat die Credit Suisse Group AG einen Verlust für das vierte Quartal angekündigt. Der Finanzdienstleister hat 850 Millionen Dollar für Rechtsfälle in den USA zurückgestellt. CEO Thomas Gottstein, seit einem Jahr im Amt, versucht seitdem Altlasten zu beseitigen und das Dickschiff der Schweizer Finanzindustrie in ruhigeres Fahrwasser zu bekommen. Das scheint ihm an der ein oder andere Stelle zu gelingen.
Der Strategie-Check von Adwired für die Credit Suisse im schnellen Überblick
© Credit Suisse
Der Strategie-Check von Adwired für die Credit Suisse im schnellen Überblick

- Beispiel Boni: Die Credit Suisse erwägt Kürzungen ihres Bonuspools um mindestens 10 Prozent. Bankchef Gottstein erklärte öffentlich, "ganz allgemein muss man wohl mit im Vergleich zum Vorjahr tieferen Boni rechnen, dies aus Solidarität und sozialer Verantwortung". Das kommt in der Öffentlichkeit gut an. 2019 hatte das Institut 3,17 Milliarden Franken an Boni ausgezahlt. Allerdings dürfte vor allem bei den Investmentbankern eine Reduzierung nicht positiv aufgenommen werden.



- Beispiel Nachhaltigkeit: Das Thema gewinnt in der internationalen Finanzbranche immer mehr an Wucht. Und so wächst bei der CS das Team um Nachhaltigkeits-Chefin Marisa Drew. Vor einer Woche ging gleich ein Quartett aus Spezialisten vom niederländischen Fondshaus Robeco an Bord. Gottstein will hier seinen Kunden ein grösseres Angebot unterbreiten. Zudem will das Geldhaus beispielsweise seine Geschäftstätigkeit und Finanzierungen in den kommenden Jahrzehnten klimaneutral ausrichten. Das alles trägt dazu bei, den Werttreiber Nachhaltigkeit im Brand-Ticker, den Adwired entwickelt hat, zu verbessern.


- Beispiel Vermögensverwaltung: Seit dem Ausbruch der Corona-Krise vor knapp einem Jahr verzeichnet die Credit Suisse in ihrem internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft ein Drittel mehr Kundenkontakte - vor allem digital und dank der populär gewordenen IT-Tools. Diese Kundennähe ermöglichte es der Bank, die Bedürfnisse ihrer Kunden noch genauer zu erfassen und Vertrauen zu schaffen. Vor diesem Hintergrund hat die CS in den letzten Monaten ihren Plan beschleunigt, verschiedene Dienstleistungen aus dem Investmentbanking stärker in die Vermögensverwaltung zu integrieren. "Corona war ein wichtiger Impuls, unser Geschäftsmodell zu überdenken", sagt Philipp Wehle, Chef der International Wealth Management (IWM) der Credit Suisse in einem Interview mit finews.ch.
Wie der Brand Ticker misst
Der Brand Ticker auf dem die Analyse von Adwired beruhen ist ein vorkonfiguriertes Analyse-Portal, das dem Management die Möglichkeit bietet, Marken in beispielloser Detailgenauigkeit zu überwachen und die daraus resultierenden Erkenntnisse gezielt für das Unternehmen nutzbar zu machen. Täglich analysiert Brand Ticker rund 460 Millionen Quellen aus Print, Online und Social Media und kombiniert Aussagen über die Marke mit finanziellen und anderen relevanten Informationen. Dadurch wird sichtbar, wie eine Marke und ihre Reputation zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beiträgt.
Und auch hier spielt Nachhaltigkeit als Strategie und nicht als Mode- oder Marketingtrend eine Rolle - weil Kunden sich gezielt für nachhaltige Anlagemöglichkeiten interessieren. Das könnte auf Sicht nicht nur Markentreiber wie Vertrauen und Respekt weiter helfen, sondern auch die Empfehlungsbereitschaft für die Credit Suisse weiter erhöhen. Denn der Net Promoter Score geht im Januar mit einem Indexwert 32 nicht durch die Decke. Aber seit dem 11. Januar geht es nahezu stetig nach oben. Die Öffentlichkeit honoriert die Ansagen aus der Bankzentrale. Für die kommenden Monate ist das eine Basis, auf der sich aufbauen lässt.
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